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Weidacher führt Frankens Narren

Marco Anderlik ist zum neuen Präsidenten des Fastnachtverbands gewählt worden. Seine Aufgaben und Ziele beschreibt er im Gespräch mit der Neuen Presse .



Marco Anderlik (rechts) ist neuer Präsident des Fastnachtverbands Franken. Der Weidacher steht an der Spitze von rund 80 000 Fastnachtern in Ober-, Mittel- und Unterfranken. Anderlik ist Nachfolger von Bernhard Schlereth, der den Verband seit 2003 führte und sich jetzt nicht mehr zur Wahl stellte. Aushängeschild des Verbands ist die "Fastnacht in Franken", die dem Bayerischen Fernsehen seit Jahren die höchste Einschaltquote beschert. Foto: Fastnachtverband Franken
Marco Anderlik (rechts) ist neuer Präsident des Fastnachtverbands Franken. Der Weidacher steht an der Spitze von rund 80 000 Fastnachtern in Ober-, Mittel- und Unterfranken. Anderlik ist Nachfolger von Bernhard Schlereth, der den Verband seit 2003 führte und sich jetzt nicht mehr zur Wahl stellte. Aushängeschild des Verbands ist die "Fastnacht in Franken", die dem Bayerischen Fernsehen seit Jahren die höchste Einschaltquote beschert. Foto: Fastnachtverband Franken  

Herr Anderlik, wie kam es dazu, dass Sie sich für die fränkische Fastnacht begeistern, wo liegen ihre "närrischen" Wurzeln?

Fastnachtverband Franken

Der Fastnacht-Verband Franken e.V. mit Sitz in Veitshöchheim bei Würzburg ist eine überörtliche Vereinigung zur Pflege fastnachtlichen Brauchtums. Er wurde am 23. August 1953 in Nürnberg gegründet.

Der Wirkungsbereich des Verbandes umfasst ganz Franken. Die Organisation ist - entsprechend der politischen Gliederung - in drei Bezirke eingeteilt: Ober-, Mittel- und Unterfranken.

Dem Verband sind 331 Mitgliedsgesellschaften angeschlossen, in denen über 80 000 Fastnachter und Fastnachterinnen mitwirken; davon sind 20 000 Jugendliche. Zudem gehören dem Verband 1000 fördernde Mitglieder an. Schaufenster für die Arbeit des Verbandes sind die alljährlichen Fernsehsitzungen "Närrische Weinprobe", "Franken Helau", "Wehe, wenn wir losgelassen" und "Fastnacht in Franken", die das Bayerische Fernsehen überträgt.

 

Marco Anderlik: Als meine Tochter bei einem Kinderfasching des Karnevalsvereins Weidach fragte, ob sie auch in der Garde mittanzen könne, wurde der erste Schritt gemacht. Das Kind tanzte, die Eltern halfen anfänglich bei Vereinsaktivitäten mit. Es folgte das Engagement als Elferrat im Verein. In den folgenden Jahren übernahm ich Verantwortung und wurde 1998 zum 2. Vorsitzenden des KVW gewählt. Es folgte drei Jahre später die Wahl zum ersten Vorsitzenden des Vereins. Dieses Amt führte ich einige Jahre aus.

 

 

Welche karnevalistische Vereinigung ist Ihr Heimatverein?

Seit vielen Jahren verbindet mich eine enge Freundschaft mit der Faschingsgesellschaft "Wikinger" in Bad Berneck, bei der ich auch Mitglied bin.

 

Seit wann arbeiten Sie im Vorstand des Fastnachtverbands Franken mit?

Im Jahr 2001 begann ich meine Arbeit im Fastnachtverband Franken, indem ich die Aufgabe des Pressereferenten in Oberfranken übernahm. Im Rahmen der turnusmäßigen Neuwahlen wurde ich 2006 zum Bezirkspräsidenten gewählt. Dieses Amt hatte ich neun Jahre inne. 2015 folgte die Wahl zum Vizepräsidenten des Fastnachtverbands Franken. Seit nunmehr 17 Jahren bin ich im Verband aktiv.

 

Lief die Präsidentschaft auf Sie zu?

Aufgrund meiner langjährigen Mitarbeit in den unterschiedlichsten Funktionen hat sich der jetzige neuernannte Ehrenpräsident Bernhard Schlereth sowie das geschäftsführende Präsidium des Fastnachtverbands Franken vor gut drei Jahren auf mich als den potenziellen Kandidaten für das Präsidentenamt festgelegt. Die Kommunikation zu dieser Personalie wurde frühzeitig und offen im Rahmen der jährlich stattfindenden 14 Regionaltreffen in Franken an die Mitgliedsgesellschaften kommuniziert. Ich freue mich sehr, dass ich im Rahmen der Haupttagung am vergangenen Samstag einstimmig von den über 270 Delegierten gewählt wurde. Dieses eindeutige Votum zeigt mir, dass meine in den vergangenen Jahren geleistete Arbeit für die Mitgliedsvereine positiv bewertet wird. Einen weiteren Bewerber um das Präsidentenamt gab es nicht.

 

Wie lange haben Sie sich auf die Präsidentschaft vorbereitet?

Ich hatte das große Glück, dass mein Vorgänger Bernhard Schlereth die Weitsicht und die menschliche Größe besessen hat, mich in den vergangenen drei Jahren intensiv in alle Aufgabenbereiche einzuarbeiten. Er ermöglichte mir die Teilnahme an allen wichtigen Verhandlungsterminen, Vorstellung und Netzwerkpflege bei Partnern, Sponsoren und dem Bund Deutscher Karneval.

 

Wie bewerten Sie die Arbeit Ihres Vorgängers Bernhard Schlereth?

Mein Vorgänger hat in seiner 15-jährigen Präsidentschaft für den Fastnachtverband Franken Großartiges geschaffen. Der Aufbau von zukunftsweisenden Strukturen mit einer Vollzeitgeschäftsstelle ist in dieser Form wohl einmalig. Die Weiterentwicklung unserer Mitgliedsgesellschaften auf mittlerweile 331 hat er entscheidend mitgeprägt. Der Erweiterungsbau des Deutschen Fastnachtmuseums ist unter seiner Regie entstanden. Bernhard Schlereth hatte die Idee, gleich neben dem Fastnachtmuseum in Kitzingen ein Ausbildungs- und Schulungszentrum zu errichten. Von der Planung über die Finanzierungsbeschaffung bis hin zur bauausführenden Begleitung hatte er die Federführung. Ein großes Kompliment gilt es Bernhard Schlereth für die hervorragende Entwicklung der Fernsehfastnacht zu machen.

 

Welche Aufgaben kommen im Präsidentenamt auf Sie zu?

Hauptaugenmerk ist die Betreuung, Unterstützung und Förderung unserer Mitgliedsgesellschaften. Unter meiner Präsidentschaft kümmern sich neben der Geschäftsstellenleiterin, der angestellten Projektmanagerin für unsere Deutsche Fastnachtakademie auch noch viele ehrenamtlich Aktive in insgesamt sieben Fachausschüssen und der eigenständigen Fastnacht-Jugend-Franken um die Belange unserer Vereine.

 

Haben Sie sich ein besonderes Ziel gesetzt?

Persönlich ist mir die Nähe zu unseren Vereinen und deren Aktiven sehr wichtig. Die direkte Kommunikation erleichtert und fördert in aller Regel die Möglichkeit der Unterstützung und Problemlösung. Nachdem unsere Deutsche Fastnachtakademie in Kürze fertig gestellt wird, ist es mir ein besonderes Anliegen, diese Einrichtung mit Leben zu erfüllen. Es gilt, Nutzungskonzepte zu entwickeln, die den Bedarf unserer Mitgliedsgesellschaften und deren Aktiven ansprechen und ein entsprechendes Schulungsangebot zu erstellen.

 

Aushängeschilder Ihres Verbands sind die "Närrische Weinprobe" in der Würzburger Residenz und die "Fastnacht in Franken" in Veitshöchheim. Wie sind Sie in die Vorbereitung der Veranstaltungen und deren Durchführung eingebunden?

Als Präsident des Fastnachtverbands Franken gehöre ich dem Organisationsteam an, welches alle Fernsehproduktionen verantwortet. Der Verband kann auf eine über 30-jährige, sehr erfolgreiche und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk zurückblicken. Der Fastnachtverband Franken ist Bernhard Schlereth sehr dankbar, dass er auch in den kommenden Jahren als künstlerischer Leiter seitens des Verbandes verantwortlich ist.

 

Was ist für Sie das Besondere der fränkischen Fastnacht?

Die fränkische Fastnacht ist ein wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in unseren fränkischen Regionen und gibt uns allen ein Stück Heimatverbundenheit. Sie ist in ihrer Ausprägung vielfältig und generationenübergreifend. Ich finde es schön, dass jeder mitmachen kann. Sei es als Aktiver in den Vereinen oder als Gast bei den unterschiedlichsten Veranstaltungen.

Die Fragen stellte Wolfgang Braunschmidt

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Redaktion
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
11. 10. 2018
17:32 Uhr

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17:32 Uhr



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