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Coburg

Weidhausen bekommt Sicherheitswacht

Gemeinderat spricht sich für speziell geschulte Kräfte aus. Die Entscheidung ist allerdings heftig umstritten.



Weidhausen - Mehrheitlich hat sich der Gemeinderat für die Aufstellung einer Sicherheitswacht in Weidhausen ausgesprochen. Die Entscheidung in der Sitzung am Montagabend war aber umstritten.

Matthias Schuhbäck, Leiter der auch für Weidhausen zuständigen Polizeiinspektion Neustadt bei Coburg, hatte die Bayerische Sicherheitswacht in einer früheren Gemeinderatssitzung vorgestellt. Damals hatte Bürgermeister Markus Mönch betont: "Weidhausen hat kein Sicherheitsproblem." Vielmehr könne eine Sicherheitswacht die Arbeit der Polizei ergänzen. Vorstellbar etwa sei, die freiwilligen Helfer der Sicherheitswacht gezielt bei Veranstaltungen in der Gemeinde einzusetzen. Speziell geschulte Bürgerinnen und Bürger können im Freistaat als Unterstützung der Polizei auf Streife gehen. Sie sind den jeweiligen Polizeiinspektionen unterstellt. Schon seit einigen Jahren sind in Rödental und Neustadt Frauen und Männer als Sicherheitswachten im Einsatz. Jüngst hat sich Weidhausens Nachbargemeinde Sonnefeld für eine Sicherheitswacht entschieden. Nach Schuhbäcks Worten bedeutet dies für die Gemeinden ein Plus an Sicherheit, ohne dass den Kommunen zusätzliche Kosten entstehen. Denn die Kosten trägt der bayerische Staat.

Gemeindegeschäftsführer Walter Bott erweiterte jetzt die Aussage des Bürgermeisters: "Weidhausen hat kein Sicherheits-, aber ein Vandalismusproblem." Die Sicherheitswacht könne dazu beitragen, dass etwa auf Spielplätzen oder auf Friedhöfen weniger kaputt gemacht oder verunreinigt werde. Bott wies auch auf Verunreinigungen durch Lkw-Fahrer hin, die während ihrer Ruhezeiten im Gemeindegebiet parkten. In den genannten Fällen sei eine Bürger-Sicherheitswacht eine sinnvolle Ergänzung zur Polizeistreife.

Die Mai-Sitzung leitete 3. Bürgermeister Michael Hofmann, CSU, nachdem Bürgermeister Markus Mönch erkrankt und dessen erster Stellvertreter Manfred Künzel von der Fraktion Freie Bürger im Urlaub ist. Hofmann befürwortete die Sicherheitswacht: "Aus meiner Sicht spricht nichts dagegen." Andere Gemeinden wie Rödental hätten schon seit zehn Jahren gute Erfahrungen gemacht. Und schließlich entstünden für die Gemeinde Weidhausen nicht einmal Kosten.

Ganz anders Walter Lorper, Freie Bürger: "Wir brauchen keine Hilfssheriffs neben der Polizei", polterte er. Für Sicherheit und Ordnung seien professionelle Polizeikräfte zuständig. Das gelte auch, wenn es um die Vermeidung und Aufklärung von Vandalismus gehe. Lorpers Meinung unterstützte dessen Fraktionskollege Thomas Carl. "Ich sehe in der Einführung einer Sicherheitswacht keinen positiven Aspekt." Carl wies darauf hin, dass er mit einer ganzen Reihe Bürgern über das Thema gesprochen habe. Keiner habe eine Sicherheitswacht befürwortet. André Faber, ebenfalls Freie Bürger, meinte: "Wir sollten keine Ehrenamtlichen anstelle von Polizisten vorschicken."

André Karl von der Fraktion SPD/Dorfgemeinschaft vertrat dagegen die Linie des 3. Bürgermeisters. Eine Sicherheitswacht könne nicht schaden, erst Recht, wenn sie ganz gezielt zum Einsatz komme, etwa beim Schützenfest. Und nicht zuletzt könne der Gemeinderat jederzeit entscheiden, die Sache wieder zu beenden. Bei der Abstimmung schlossen sich die Freie-Bürger-Vertreter Peter Biewald und Thomas Vollrath ihren Fraktionskollegen an und stimmten gegen eine Sicherheitswacht. Fünf Gegenstimmen reichten aber nicht bei acht Befürwortern aus den Reihen von CSU und SPD-Dorfgemeinschaft.

Einstimmig und ohne Diskussion fasste der Gemeinderat den Beschluss, für die Freiwillige Feuerwehr Neuensorg ein neues Einsatzfahrzeug anzuschaffen. Kämmerer Christoph Hohlweg wies darauf hin, dass die Neuanschaffung einfach notwendig sei, um die Einsatzbereitschaft aufrecht zu erhalten. Am seit 24 Jahren im Einsatz befindlichen "Tragkraftspritzenfahrzeug Wasser" sei zuletzt eine aufwendige Reparatur nötig gewesen. Zudem könnten nicht mehr alle heute notwendigen Gerätschaften untergebracht werden.

Die Kosten für ein neues Fahrzeug schätzt der Kämmerer auf rund 135 000 Euro. An die 40 000 Euro steuere der Staat zu der Anschaffung bei. Im aktuellen Haushalt werde das Fahrzeug allerdings noch nicht zu Buche schlagen. Es gebe lange Wartezeiten. "Von der Ausschreibung bis zur Auslieferung vergehen im Schnitt anderthalb Jahre", so Hohlweg.

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Mathias Mathes
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Veröffentlicht am:
07. 05. 2019
17:26 Uhr

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Mathias Mathes

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07. 05. 2019
17:26 Uhr



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