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Coburg

Weidhausen blüht etwas

Die Gemeinde schaut sich nach geeigneten Flächen um, die naturnah belassen werden könnten. Zudem befasst man sich mit zwei maroden Straßen.



Hallstraße und Wiesenstraße in Weidhausen sind in einem ziemlich schlechten Zustand. Die für 2021 vorgesehene Sanierung könnte bis zu zwei Millionen Euro kosten. Foto: Mathes
Hallstraße und Wiesenstraße in Weidhausen sind in einem ziemlich schlechten Zustand. Die für 2021 vorgesehene Sanierung könnte bis zu zwei Millionen Euro kosten. Foto: Mathes  

Weidhausen - Zum Erhalt der Artenvielfalt möchte auch die Gemeinde Weidhausen ihren Beitrag leisten. Der Gemeinderat stimmte jedenfalls bei seiner Sitzung am Montagabend zu, dass sich Fachleute Grünflächen in Gemeindebesitz anschauen. Die Begehung soll Möglichkeiten einer naturnahen Pflege aufzeigen.

"Wir wollen mit gutem Beispiel vorangehen", so Bürgermeister Markus Mönch. Bereits in der Gemeinderatssitzung vermittelten Frank Reißenweber und Andre Maslow, zwei Experten in Sachen Naturschutz und Artenvielfalt, ihren Eindruck von der Ausgangslage in Weidhausen. "Die Gemeinde fängt wirklich nicht bei Null an", meinte Reißenweber, Biologe am Coburger Landratsamt. Er verwies auf naturnahe Flächen wie etwa den Uferbereich des Bieberbachs. Relativ einfach zur Artenvielfalt bei Insekten und anderen Kleintieren etwas beitragen könnten Blühwiesen. Gemeindliche Wiesen sollten daher maximal zweimal im Jahr gemäht werden, der erste Schnitt nicht vor Mitte Juni erfolgen.

Bürgermeister Mönch merkte an, dass die Gemeinde die Wiese am Friedhof habe wachsen lassen und sich dafür nicht nur lobende Worte habe anhören müssen. "Den Anblick einer blühenden Wiese kann man den Menschen schon einmal zumuten", ermutigte André Maslo, Leiter der ökologischen Bildungsstätte Oberfranken in Mitwitz, diese als Erweiterungsmöglichkeit des Friedhofs gedachte Fläche weiter naturnah zu bewirtschaften. In diesem Fall vorgebrachte Befürchtungen, die Samen von der Blühwiese könnten auf dem Friedhof für Wildwuchs sorgen, sind für Reißenweber nicht wirklich zutreffend. Nach seinen Worten machten Flugsamen nur ein Prozent der aufgehenden Pflanzen aus. Der Rest befinde sich ohnehin schon im Boden. Maslow wiederum ergänzte, dass weniger Mähen auch weniger Kosten für die Gemeinde bedeute.

In Richtung Artenvielfalt geht auch das an den Gemeinderat gerichtete Anliegen von Volker Fleischmann aus Weidhausen. Er wünscht sich, dass der Rad- und Fußweg zwischen Weidhausen und Neuensorg nicht mehr die ganze Nacht beleuchtet ist. Diese "Lichtverschmutzung" sei schädlich für Insekten.

Nun war die Beleuchtung des Wegs vor einiger Zeit schon einmal Thema im Gemeinderat. Bislang herrschte die Meinung vor, die Lampen an zu lassen. Michael Werner (SPD/Dorfgemeinschaft) meinte auch jetzt, dass die Sicherheit vorgehe. Dagegen schlug Walter Lorper (Freie Bürger) vor, den Weg nur noch bis 22 Uhr zu beleuchten. Eine Entscheidung traf der Gemeinderat noch nicht. Denn wie der Bürgermeister erklärte, werde Bayern in der Folge des erfolgreichen Volksbegehrens zum Artenschutz noch im Juli ein Begleitgesetz verabschieden. Zu erwarten sei, dass darin auch Vorgaben zur Beleuchtung enthalten sind.

Zwar erst 2021 sollen Hallstraße und Wiesenstraße in Weidhausen erneuert werden. Der Gemeinderat befasst sich jetzt schon damit, da auf die Gemeinde ein finanzieller Kraftakt zukommt. Die Kostenschätzung liegt bei rund 1,7 Millionen Euro. Gemeindegeschäftsführer Walter Bott stimmte Gemeinderat Walter Lorper zu, dass am Ende durchaus mit zwei Millionen zu rechnen sei. Wenngleich Zuschüsse zu erwarten sind, muss die Gemeinde doch einen dicken Brocken selbst aufbringen. Die Straßen seien jedenfalls so marode, so Bott, dass ein grundlegender Ausbau notwendig sei.

Zunächst entschied der Gemeinderat, dass die beiden Straßen in zwei Bauabschnitten saniert werden sollen. Zur Sanierung der Schulturnhalle wird noch kurz vor der Sommerpause am 29. Juli, um 19 Uhr eine Gemeinderatssitzung stattfinden. Die Planer vom Architektenbüro Fischer in Kronach werden Rede und Antwort stehen.

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Mathias Mathes
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Veröffentlicht am:
02. 07. 2019
17:38 Uhr

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Mathias Mathes

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Veröffentlicht am:
02. 07. 2019
17:38 Uhr



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