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Coburg

Stellungnahme

"Widersinniger Straßenbau"

Zum geplantem vierspurigem Ausbau der B 4 im Weichengereuth Der geplante vierspurige Ausbau der Bundesstraße 4 im innerstädtischen Bereich von Weichengereuth hat offenbar eine weitere Hürde genommen: Das Staatliche Bauamt



Wolfgang Weiß
Wolfgang Weiß  

Zum geplantem vierspurigem Ausbau der B 4 im Weichengereuth

Der geplante vierspurige Ausbau der Bundesstraße 4 im innerstädtischen Bereich von Weichengereuth hat offenbar eine weitere Hürde genommen: Das Staatliche Bauamt präsentiert die Ergebnisse einer Voruntersuchung, die nun der Stadt Coburg und der Gemeinde Ahorn vorgelegt werden.

Bereits vor zwei Jahren ist es den Befürwortern des Ausbaus dieser Straße gelungen, das Projekt im Bundesverkehrswegeplan mit der Projekt-Nummer B004-G020-BY mit der Dringlichkeitseinstufung "Vordringlicher Bedarf" ganz nach oben zu hieven. Finanzierungsbedarf: 21 Millionen Euro, ohne Planungskosten, Preisstand 2014.

Dieses Projekt ist eines von zahlreichen Beispielen dafür, dass das CSU-geführte Bundesverkehrsministerium und die Union-dominierte Bundesregierung genau das Gegenteil von dem tun, was sich als Konsequenz aus dem Klimaschutzabkommen von Paris 2015 und den EU-Klimaschutzverpflichtungen ergibt: Lieber investiert man wieder einmal in Straßen für Lkw und Pkw anstatt sich um die Stärkung des Schienenverkehrs und anderer klimaschonender Verkehrsträger zu kümmern und endlich etwas für die längst überfällige Verkehrswende zu tun!

Kommt der vierspurige Ausbau der Bundesstraße 4 in Weichengereuth wie geplant, geht das ausgerechnet auf Kosten des Schienenverkehrs: Die Deutsche Bahn gibt ein Gleis zugunsten dieses Straßenbauprojekts preis. Dieses Gleis ist notwendig, um den Schienenverkehr auf der jetzt schon stark belasteten Strecke Coburg - Bamberg zuverlässig bedienen zu können. Das Projekt "zweigleisiger Ausbau Creidlitz - Coburg" ist im Positionspapier zur sogenannten "Oberfrankenachse Bamberg / Coburg - Lichtenfels - Bayreuth / Hof" als Maßnahme enthalten und somit als für andere Planungen zu berücksichtigende Vorgabe zu werten. Außerdem stärkt eine zweigleisige Bahnanbindung Coburg die Position der Region Coburg, wenn es darum geht, einen Zwei-Stunden-Taktverkehr im Schienenfernverkehr umzusetzen.

Ebenso ist durch einen Stadtratsbeschluss vom August 2018 der politische Wille definiert worden, den Schienenlückenschluss zwischen Coburg und Hildburghausen zu realisieren. Bei Umsetzung dieser Maßnahme erhöht sich das Verkehrsaufkommen auf der Bestandsstrecke und bedeutet eine attraktive Alternative zur Straße.

Es ist widersinnig, mehr als 21 Millionen Euro in ein Straßenbauprojekt zu pumpen, das mehr Verkehr in die Stadt ziehen wird, obgleich mit enormen finanziellen Mitteln und Flächenaufwand mit der Autobahn A 73 seit 2007 eine Straße mit dem Versprechen gebaut wurde, die verkehrliche Situation in der Vestestadt zu entlasten. Umso widersinniger wird das Projekt, wenn man den vierspurigen Ausbau des Teilstücks der innerstädtischen B 4 bei Weichengereuth mit Ampelanlagen versehen will, um eine Anbindung von Straßen in Richtung Ahorn möglich zu machen.

Das Projekt konterkariert die Bemühungen um wirksamen Klimaschutz, ist ein Widerspruch zu den Zielen des Integrierten Klimaschutzkonzepts und schafft aller Voraussicht nach noch mehr motorisierten Verkehr auf einer der am stärksten belasteten Straßen Coburgs, zum Schaden der Anwohner und der Umwelt!

Wolfgang Weiß,

Klimaschutzbeauftragter

der Stadt Coburg

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Veröffentlicht am:
16. 08. 2019
17:16 Uhr

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Veröffentlicht am:
16. 08. 2019
17:16 Uhr



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