Lade Login-Box.
Topthemen: BlitzerwarnerLoewe-InsolvenzNP-FirmenlaufGlobe-TheaterMordfall OttingerStromtrasse

Coburg

Wieder Ärger mit der Raupe

Wegen der Trockenheit wird sich auch heuer der Eichenprozessionsspinner ausbreiten. Die Stadt setzt auf die Hilfe von natürlichen Nützlingen.



Die Härchen des Eichenprozessionsspinners sind für Menschen gefährlich. Foto: Patrick Pleul/dpa
Die Härchen des Eichenprozessionsspinners sind für Menschen gefährlich. Foto: Patrick Pleul/dpa  

Der Eichenprozessionsspinner wird wohl auch heuer wieder sein Unwesen im Coburger Land treiben, denn die Bedingungen für die Raupe sind laut Wolfgang Weiß, dem für Coburg und Rögen zuständigen Förster, gut. "Für Menschen sind die Haare der Tiere extrem gefährlich", warnt er.

Der Eichenprozessionsspinner ist eine Raupe, die sich zum Falter entwickelt - und, wie der Name schon sagt, vor allem Eichen befällt. Besonders kritisch für die Menschen wird es vom dritten Larvenstadium an, also in den Monaten Mai und Juni. Denn dann entwickeln sich die mit Widerhaken versehenen Brennhaare. Sie enthalten das Nesselgift Thaumetopein.

Gesundheitliche Gefahren gehen von den Raupen laut Bernhard Ledermann, Leiter des Coburger Grünflächenamtes, aber das ganze Jahr über aus. Die feinen Härchen mit dem Gift verbleiben in den Bäumen. Gelangen sie mit der Haut in Kontakt, dringen sie wenige Zentimeter tief ein und setzen sich mithilfe der Häkchen fest. Infolge dessen bilden sich Knötchen, Quaddeln und Hautentzündungen, die bei sensiblen Menschen stark schmerzen. Bisweilen führt der Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner die Betroffenen sogar ins Krankenhaus.

Wegen der erheblichen gesundheitlichen Risiken wird die Raupe bekämpft - auch in Coburg. "Wir setzen dabei nicht auf chemische Hilfsmittel, sondern auf natürliche Nützlinge", erklärt Ledermann. Behandelt werden Bäume in deren Umgebung sich oft Menschen aufhalten - also zum Beispiel in Parks, an Kindergärten und Spielplätzen. "Im Wald an sich unternimmt man nichts gegen die Raupen. Dort gehört sie zum Ökosystem", führt Ledermann aus.

In Coburg sollen die Arbeiten laut Ledermann in der kommenden Woche beginnen. Dafür habe die Stadt eigens Geräte angeschafft. Der Leiter des Grünflächenamtes hofft, dass der Nützling die Verbreitung der Raupen verhindern kann. Gelingt das nicht, müssen Experten die Nester entfernen.

Privatleute, die einen Eichenprozessionsspinner-Befall befürchten, verweist Förster Weiß oft an den Maschinenring aus Bamberg. Dieser besitze spezielle Maschinen. Er rät, so weit als möglich, auf den Einsatz von Chemikalien zu verzichten: "Die Chemie beeinträchtigt immer die natürlichen Abläufe. Ob das so gut ist, weiß ich nicht."

Autor
Katja Diedler

Katja Diedler

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
27. 04. 2019
08:20 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Chemie Chemikalien Eichen-Prozessionsspinner Gefahren Tiere und Tierwelt Wald und Waldgebiete Ärger
Neuses an den Eichen Coburg
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Die Raupen des Schädlings Schwammspinner fressen das Laub der Eichen ab.	Fotos: Katrin Lyda

12.05.2019

Kleine Raupe, großer Schaden

Der Schwammspinner hat einen Eichenbestand im Itzgrund befallen. Eine chemische Bekämpfung aus der Luft wird jedoch vorerst nicht erfolgen. Denn damit würden Fledermäuse gefährdet. » mehr

Die Schwäne in Ebersdorf brüten auf Eiern aus dem 3D-Drucker. Foto: Archiv

31.05.2019

Kunsteier sind keine Gefahr

Sie brüten, aber es schlüpft nichts. Den Schwänen in Ebersdorf geht es trotzdem gut. Das künstliche Gelege wird bald entfernt. » mehr

Im zweiten Anlauf hat‘s geklappt: Das Freibad in Autenhausen wird in den nächsten Monaten zum Naturschwimmbad umgebaut. Die Stadtverwaltung Seßlach geht von einer Fertigstellung im Oktober aus.	Foto: Christoph Scheppe

15.02.2019

"Autilus"-Umbau startet im April

Im Frühjahr fällt der Startschuss für das neue Naturschwimmbad in Autenhausen. Laut Plan sind die Arbeiten im Spätherbst erledigt. » mehr

E-Roller sollen noch in diesem Sommer gesetzlich erlaubt werden. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

24.05.2019

Polizei warnt vor Elektroschrott

E-Roller sollen noch in diesem Sommer für den Straßenverkehr zugelassen werden. Wer jetzt schon ein günstiges Modell kauft, läuft Gefahr, damit später nicht im öffentlichen Raum fahren zu dürfen. » mehr

Gänsekot verunreinigt die ganze Wiese. Foto: Judith Hobmaier

20.05.2019

Haufenweise Ärger

Wildgänse ruinieren die Glender Wiesen. Landwirte klagen inzwischen über finanzielle Einbußen und fühlen sich im Stich gelassen. » mehr

Praktisch weggebrochen: der Dukatenfalter

12.07.2019

Ein Gehen und Kommen

Bedroht, dezimiert, verschwunden: Auch im Coburger Land geraten Tierarten unter Druck. Aber es kommen neue nach. Manche kehren einfach wieder zurück. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Schulfest Friedrich-Rückert-Gymnasiums Ebern

Schulfest Friedrich-Rückert-Gymnasiums Ebern | 20.07.2019 Ebern
» 28 Bilder ansehen

Vespatreffen

Vespatreffen | 21.07.2019 Coburg
» 29 Bilder ansehen

471. Kinderfest in Neustadt

471. Kinderfest in Neustadt | 20.07.2019 Neustadt
» 69 Bilder ansehen

Autor
Katja Diedler

Katja Diedler

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
27. 04. 2019
08:20 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".