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Coburg

Wirtschaftsförderung bleibt weiterhin Chefsache

Landrat Sebastian Straubel ist 100 Tage im Amt. Viele Themen und Probleme sind dem ehemaligen Lautertaler Bürgermeister nicht neu.



Täglich bespricht sich Landrat Sebastian Straubel (Mitte) mit Büroleiterin Tanja Angermüller und Verwaltungschef Dieter Pillmann.	Foto: Christoph Scheppe
Täglich bespricht sich Landrat Sebastian Straubel (Mitte) mit Büroleiterin Tanja Angermüller und Verwaltungschef Dieter Pillmann. Foto: Christoph Scheppe  

Coburg - Wer in Wirtschaft oder Politik einen neuen Posten antritt, genießt gemeinhin für 100 Tage Schonfrist, um sich in Ruhe einarbeiten zu können. "Die Zeit rennt wie im Flug. Aber es macht großen Spaß, der auch die nächsten Jahre anhalten wird", sagt Sebastian Straubel. Der 35-Jährige bekleidet seit 11. Februar das Amt des Landrats. Weil es ein fliegender Wechsel vom Lautertaler Rathaus auf die Lauterer Höhe war, habe er "gewusst, was auf mich zukommt, da es bei meiner Wahl zum Bürgermeister vor fünf Jahren ähnlich war".

Jüngster Landrat

Sebastian Straubel (CSU) hat am 10. Februar in doppelter Hinsicht Geschichte geschrieben. Mit 35 Jahren avancierte er nicht nur zum jüngsten Landrat des Landkreises Coburg. Sein Wahlsieg bedeutete zudem ein Ende der 70-jährigen Vorherrschaft sozialdemokratischer Landkreis-chefs.

In der Stichwahl hatte der bis dato Lautertaler Bürgermeister mit 62,45 Prozent deutlich die Nase vor seinem SPD-Herausforderer Martin Stingl (37,55 Prozent). Die Landratswahl war notwendig, weil Amtsinhaber Michael Busch am 5. November 2018 über die SPD-Liste in den Landtag eingezogen war.

 

Das ist leicht untertrieben, denn in den vergangenen Wochen ist Straubel mit an das Amt des Landrats gebundenen Posten und Funktionen in zahlreichen Gremien, Verbänden und Organisationen geradezu überhäuft worden.

 

Wie auch immer: 100 Tage sind zu kurz, Akzente zu setzen und sich zu profilieren. Vielmehr galt es zunächst, im laufenden Geschäftsbetrieb sich den 400 Mitarbeitern im Landratsamt vorzustellen ("Ganz geschafft habe ich das noch nicht") und Antrittsbesuche bei benachbarten Amtskollegen, Behörden, Kammern und Institutionen zu absolvieren. Dazwischen lagen zwei Kreistags- und mehrere Ausschusssitzungen. Neu dabei: Vor jeder Kreistagssitzung trifft sich der Landrat mit den Fraktionsvorsitzenden zur Besprechung - für Straubel ein probates Mittel, Transparenz und Akzeptanz in den Gremien zu erhöhen.

Dass er auch schon "Druck" verspürt hat, gibt er unumwunden zu und meint damit die Probleme bei Regiomed. Der Blick zurück sei wichtig und richtig, um die Vorgänge des in finanzielle Schieflage geratenen bayerisch-thüringischen Klinikverbunds aufzuarbeiten. Allerdings müsse der Blick auch nach vorne gerichtet werden. Straubel: "Wir werden mit der neuen Geschäftsführung die Strukturen intensiv beleuchten und - wo nötig - Veränderungen vornehmen." Wie schon im Landratswahlkampf bekräftigt er, dass "unsere Krankenhäuser in kommunaler Hand bleiben" müssten. Zugleich attestiert er den 5000 Regiomed-Beschäftigten, aller Turbulenzen zum Trotz einwandfreie Arbeit zu leisten.

Nicht aus dem Blick verlieren will der bisher jüngste Landkreischef die (fach-)ärztliche Versorgung insgesamt. Die Planstellen der Kassenärztlichen Vereinigung existieren ihm zufolge nur auf dem Papier, die Realität sehe anders aus. Deshalb sollen eingeleitete Maßnahmen wie beispielsweise das Stipendienprogramm (aktuell zehn Teilnehmer) für junge Ärzte weiter geführt werden. Hoffnungen ruhen zudem auf einer Imagekampagne, die vergangene Woche gestartet wurde mit dem Ziel, bei Medizinern das Interesse für die Region zu wecken.

Wie schon sein Vorgänger Michael Busch bleibt die Wirtschaftsförderung im Landratsamt auch unter Sebastian Straubel Chefsache. Der Landkreis sei für Unternehmen und Investoren ein attraktiver Standort. Dies gelte es zu nutzen, berichtet er von Eindrücken, die er bei ersten Gesprächen mit potenziellen Investoren gewonnen hat.

Optimierung des ÖPNV im Allgemeinen und durch eine eventuelle Anbindung an den Landkreis Haßberge im Besonderen stehen ebenso auf der Landrats-Agenda wie die Themen Umwelt- und Klimaschutz, Nein zu weiteren Stromtrassen, Bildung (Erhalt des Mittelschulverbands im Zusammenwirken mit der Stadt Coburg, Digitalisierung der Klassenzimmer) und Verbesserungen der (Straßen-)Infrastruktur.

Als "Kind des Ehrenamts" sind dem langjährigen Verkehrskadetten und HSC-Hallensprecher Unterstützung und Anerkennung der sich ehrenamtlich Engagierenden eine Herzensangelegenheit. "HSC-Hallensprecher ist mein Hobby. Das mache ich auch als Landrat weiter. Aber Termine haben Vorrang."

Am Ende des 100-Tage-Resümees spricht Straubel seinen Mitarbeitern ein Kompliment aus. "Hier sind tüchtige Leute am Werk. Das Team ist hoch motiviert und eine funktionierende Gemeinschaft."

Autor
Christoph Scheppe

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Veröffentlicht am:
22. 05. 2019
18:04 Uhr

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Christoph Scheppe

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22. 05. 2019
18:04 Uhr



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