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Coburg

Wo die Grüne Mamba fliegt

Bodenhaftung unerwünscht: Zwei Tage lang zeigten die Akrobaten der Lüfte am "Airport Rohof" wieder ihr Können und begeisterten damit tausende Besucher.



Eine ganze Familie ist vom Modellfliegen infiziert: Roy, Hans und Daniel Steiner aus Sonneberg sind wahre Tüftler und haben beispielsweise diese beiden Skyraider in zehn Jahren komplett selbst gebaut. Fotos: Tischer
Eine ganze Familie ist vom Modellfliegen infiziert: Roy, Hans und Daniel Steiner aus Sonneberg sind wahre Tüftler und haben beispielsweise diese beiden Skyraider in zehn Jahren komplett selbst gebaut. Fotos: Tischer   » zu den Bildern

Föritz/Neustadt - Dass die Freiheit nicht nur über den Wolken grenzenlos sein muss, wie Reinhard Mey in seinem Ohrwurm trällerte, haben einmal mehr die Modellflug-Piloten am "Airport Rohof" eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Auch die zehnte Flugshow des MFC Neustadt-Sonneberg avancierte zu einem Spektakel für die ganze Familie und lockte am Wochenende mehrere Tausend Besucher an das Aufstiegsgelände.

Im Zweijahrestakt veranstaltet der MFC, der 2001 aus den Modellflugvereinen Neustadt und Sonneberg hervorgegangen ist, dieses Schaufliegen. "Und in diesem Jahr hatten wir wieder einen Top-Besuch zu verzeichnen", freut sich der neue Vorsitzende Michael Eggert ob der Resonanz der Besucher aus Thüringen und Franken. Nicht zuletzt das Wetter mit angenehmen Temperaturen hatte dem rührigen Verein dabei in die Karten gespielt. Rund 55 Modellbauer starteten dort ihre Exponate im Minutentakt.

"Die Besucher erwarteten Segelflugzeuge, die im Huckepack, Flugzeugschlepp oder mit Elektroantrieb auf Höhe gebracht wurden, ebenso wie Motorflugzeuge aller Art vom Zweck-Modell über reinrassige Kunstflugmaschinen bis hin zu vorbildgetreuen Nachbauten bekannter Flugzeuge. Nicht fehlen durften die Jetmodelle, angetrieben wie ihre großen Brüder von echten Strahltriebwerken", bilanziert der stellvertretende Vorsitzende André Funke. Thomas Klausner, Schriftführer beim MFC, ergänzt: "Wir haben von der ‚Grünen Mamba‘, die bei günstigen Bedingungen über 500 Stundenkilometer fliegt, bis zum Segelflugzeug alles hier."

Die Familie Steiner mit Opa Hans, Papa Roy und Sohn Daniel ist bereits seit Jahren vom Modellflugvirus infiziert: "Unser Senior hat uns angesteckt", schmunzelt der Maschinenbauingenieur Roy und erzählt: "Wem das normale Modellfliegen noch zu wenig ist, der sucht Herausforderungen. Wir haben in zehn Jahren zwei Skyraider komplett selbst konstruiert, die jeweils 35 Kilogramm schwer sind." Die beiden Originale seien auf den Flugzeugträgern USS Oriskany und USS Intrepid stationiert gewesen, erläutert Roy. Die Wespe sei so etwas wie das Markenzeichen der Navy-Einheit."Auf unserem Gelände können wir nun Modellflugzeuge bis zu 150 Kilogramm mit einer Sondergenehmigung starten lassen", sieht Eggert einen Anreiz für viele Piloten, nach Föritz zu kommen.

Eine eigene Klasse stellten auch die Modellhubschrauber dar, die inzwischen mit Flugmanövern aufwarten können, die mit echten Hubschraubern unmöglich sind. Gezeigt wurden aber auch Modelle, mit denen der Einstieg in die Modellfliegerei recht problemlos (und preiswert) erfolgen kann. Dazu hat der 110 Mitglieder zählende MFC sogar eine eigene Jugendabteilung ins Leben gerufen. "So um die acht Jahre sollte man aber schon sein", umreißt Eggert den Beginn einer Fliegerkarriere.

Während noch vor wenigen Jahren Spannweiten bis zu 3,60 Metern für Verzückung sorgten, sind jetzt doppelt so breite Modellflieger am Start: 7,20 Meter Spannweite messen mehrere Segelflieger. Natürlich musste auch rund um die 180 Meter lange und 30 Meter breite Start- und Landebahn für Sicherheit gesorgt werden. Beispielsweise schirmte ein hoher Zaun die Besucher ab.

Kommentator Klaus Serwotka aus Unterfranken führte dabei wieder fachmännisch und doch für alle verständlich durch das Geschehen rund um die Startbahn. Unterstützt wird der Verein bei dieser Veranstaltung von Modellpiloten aus benachbarten Vereinen, abgerundet durch Spitzenpiloten aus ganz Deutschland. "Auch zu unserem Vermieter, dem Unternehmen Agroprodukt, haben wir einen sehr guten Kontakt", dankt Eggert. Eintritt wurde an beiden Tagen nicht erhoben, Spenden hingegen waren herzlich willkommen. Sie kommen direkt der vereinseigenen Jugendarbeit zugute. Fazit: Eine Werbung für den Modellflug fand am späten Sonntagnachmittag ihren Abschluss mit der Gewissheit, in zwei Jahren wieder Akrobaten am Himmel bewundern zu können - hoffentlich dann auch wieder eintrittsfrei, sodass viele Familien in den Genuss dieser sehenswerten Flugshow kommen.

Autor

Peter Tischer
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Veröffentlicht am:
19. 08. 2019
17:10 Uhr

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Autor

Peter Tischer

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Veröffentlicht am:
19. 08. 2019
17:10 Uhr



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