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Zeitreise in die Siebziger

T. V. Smith zählt zu den Pionieren des britischen Punk. Im Toxic Toast beweist er, dass die Klassiker auch unplugged unter die Haut gehen.



Leibhaftige Musikgeschichte im Coburger Toxic Toast: T.V. Smith zeigt mit seiner Solo-Performance, dass Punk keine Frage des Alters ist. Foto: Krebs
Leibhaftige Musikgeschichte im Coburger Toxic Toast: T.V. Smith zeigt mit seiner Solo-Performance, dass Punk keine Frage des Alters ist. Foto: Krebs  

Coburg - Kurz vor Beginn seines Auftritts hieß es "sold out", ausverkauftes Haus. 80 gut gelaunte Besucher gaben sich am Freitagabend im "Toxic Toast" Klängen des Punk-Rock-Urgesteins T.V. "Timothy" Smith hin. Mit gebrochenem Deutsch begrüßte er seine Fangemeinde und begann sogleich seinen gut 75-minütigen musikalischen Reigen. Viele erinnerten sich noch sehr gut an seinen Auftritt 2010 im Coburger "Adam" oder sein Konzert im Lichtenfelser "Paunchy Cats" vor 13 Jahren.

Punker durch und durch

Damals wie heute: Er war und ist ein Punker durch und durch. Ungeheuer drahtig wirkt er, kein Gramm zuviel auf den Rippen. Der mittlerweile 62-jährige Engländer hat nichts, aber auch rein gar nichts von seiner Durchschlagskraft verloren. Es herrschte einfach eine besondere Stimmung im Coburger Toxic Toast. Das war pure Punkgeschichte, die da auf den Bühnenbrettern zu erleben war und sich bis in die letzte Ecke ausbereitete.

T.V. Smith genoss dies sichtlich. Nur er, seine Stimme und seine Gitarre. Nicht mehr, nicht weniger. Keine Hintergrundmusik, keine Einspielungen. Pure Leidenschaft und Hingabe war angesagt. Und es war leicht für ihn, sein Publikum zu begeistern, hat er doch seit Beginn seiner Karriere im Jahre 1976 eine Vielzahl ins Ohr gehender Songs geschrieben und veröffentlicht. Klar, er blickte sofort auf die Gründung seiner Band "The Adverts" zurück, die eigentlich nur zwei Jahre bestand, aber nach wie vor nachhaltig und mächtig in der Szene ausstrahlt. Nicht umsonst wird das damalige Werk "Crossing The Red Sea" in Fachkreisen als eines der wohl besten Punkalben aller Zeiten bezeichnet.

Seine Hymne "Gary Gilmore’s Eyes" kam natürlich auch zu Gehör - und verursachte Gänsehaut pur. Was für eine Zeitreise in die Anfänge der englischen Punkwelle! T.V. Smith hat sie leibhaftig erlebt, er hat sie maßgeblich zum Laufen gebracht. "Only one flavour" wurde frenetisch von allen mitgesungen und beklatscht. Songs wie "Usesell", "Immortal Rich" oder gar "Lion And The Lamb" rundeten das Gesamtbild auf mitreißende Art und Weise ab. Applaus war der wohlverdiente Lohn für T.V. Smith. Erschöpft, leicht mitgenommen und vollkommen durchgeschwitzt verließ er an einem Bierchen nippend die Bühne. Punks not dead. Und das ist auch gut so!

Autor

Rolf Krebs
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Veröffentlicht am:
10. 02. 2019
21:24 Uhr

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10. 02. 2019
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