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Coburg

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Prinz Albert unterschreibt am 5. Oktober 1844 die "Instruction" für das Herzogliche Kunst- und Naturalienkabinett. Dies ist die Geburtsstunde des Naturkunde-Museums Coburg.



Das Naturkunde-Museum Coburg ist vor genau 175 Jahren von Albert von Sachsen-Coburg und Gotha gegründet worden. Nach mehreren Umzügen fand es seinen heutigen Platz im Hofgarten. Seit 2012 leitet Dr. Carsten Ritzau das Naturkunde-Museum Coburg.
Das Naturkunde-Museum Coburg ist vor genau 175 Jahren von Albert von Sachsen-Coburg und Gotha gegründet worden. Nach mehreren Umzügen fand es seinen heutigen Platz im Hofgarten. Seit 2012 leitet Dr. Carsten Ritzau das Naturkunde-Museum Coburg.   » zu den Bildern

Coburg - Die Natur faszinierte die Prinzen Ernst und Albert von Sachsen-Coburg und Gotha schon in jungen Jahren. Von ihrem Taschengeld kauften sie zwischen 1832 und 1836 Vogelbälge, die ihr Tanzlehrer Charles Boissier ausstopfen musste. Aber auch Mineralien, Konchylien - das sind Schalen von Muscheln und Schnecken - sowie allerlei kunstgewerblichen Gegenständen galt ihre Sammelleidenschaft.

Nachdem Albert im Jahr 1840 seine Cousine Victoria, die Königin von Großbritannien und Irland, geheiratet hatte, führte er von England aus die Geschäfte des Coburger Kabinetts bis zu seinem Tod im Jahr 1861 weiter. "Vergiss mir unser Kabinett nicht", hatte Ernst seinem Bruder 1840, als er nach England zog, mit auf den Weg gegeben. Nur vier Jahre später, am 5. Oktober 1844, setzte Prinz Albert seine Unterschrift unter eine "Instruction", die das Herzogliche Kunst- und Naturalienkabinett als Museum im heutigen Sinn ausweist. Das war, vor genau 175 Jahren, die Geburtsstunde des Naturkunde-Museums Coburg, das heute im Hofgarten steht.

Das Museum erhielt zwei Direktoren. Deren Aufgabe war es, "unaufhörlich bemüht zu sein, daß das Museum nicht nur dem wissenschaftlich gebildeten Publikum den möglichst großen Nutzen gewähret, sondern auch im übrigen Publikum Kenntnis und allgemeine Bildung verbreite." Damit haben Ernst und Albert schon damals die Aufgaben eines Museums treffend beschrieben.

1845 erhielt es im kurz zuvor erbauten Palais am Ketschentor eigene Ausstellungsräume. Bis dahin waren die Sammlungen in mehreren Turmzimmern von Schloss Ehrenburg untergebracht. Die damals schon sehr umfangreiche Vogelsammlung erhielt einen großen Saal im Seitenflügel des Palais. In den folgenden Jahren wurden die Sammlungen kontinuierlich ausgebaut. Ernst II. hatte eine Vorliebe für Vögel, bis 1861 wurden über 2500 Präparate angeschafft, und von 1847 bis 1860 hatte das Museum mit Friedrich Staude auch einen Ornithologen als wissenschaftlichen Mitarbeiter.

Eine wichtige Veränderung brachte das Jahr 1855: Die kunstgewerblichen Gegenstände und die Autographen wurden mit den anderen Kunstgegenständen auf der Veste zum Kunstkabinett zusammengeführt. Fortan hieß das Museum nur noch "Herzogliches Naturaliencabinet".

Eigentlich war schon von Beginn an klar, dass die Räume im Palais am Ketschentor zu klein waren. Deshalb wurde auf Befehl von Ernst II. die ehemalige Kaserne auf der Veste umgebaut und 1863 als neues Ausstellungsgebäude bezogen. Den zentralen Teil bildete eine große Galerie mit Vogelpräparaten, weshalb das Gebäude im Volksmund "Vogelhaus" genannt wurde. Nach dem Tod von Ernst II. (1893) bereicherte Herzog Alfred die Sammlungen mit wertvollen Mineralien, Muscheln und Vogelpräparaten. Sein Neffe und Nachfolger Carl Eduard konnte dazu bewegt werden, im Hofgarten ein neues Museumsgebäude zu bauen. 1914 konnte es bezogen werden.

1919, nach dem Ende des Herzogtums Coburg und dem Anschluss an Bayern, wurden die Sammlungen Teil der Coburger Landesstiftung. Das Gebäude des Naturkunde-Museums, wie es seit 1992 heißt, wird seitdem von der Bayerischen Schlösserverwaltung unterhalten.

Über die Sammelleidenschaft der Prinzen Ernst und Albert kam die Stadt Coburg zu zwei großen Museen: die Kunstsammlungen der Veste Coburg und das Naturkunde-Museum im Hofgarten. Beide sind für Wissenschaft, Forschung und kulturelles Leben von überregionaler Bedeutung. Und Prinz Albert erwarb sich über die Sammlung einen Sinn für systematisches Arbeiten, was sein späteres Wirken im viktorianischen England maßgeblich beeinflusste.

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Veröffentlicht am:
04. 10. 2019
16:56 Uhr

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04. 10. 2019
16:56 Uhr



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