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Coburg

Ziel ist gemeinsame Lösung

Präsident und Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Oberfranken widersprechen Vorwürfen aus Coburg. Das Projekt "Innvoativer Lernort Coburg" habe die erste Hürde genommen.



Es geht um die Ausbildung: Handwerker aus Coburg und die Handwerkskammer für Oberfranken streiten seit geraumer Zeit um den Fortbestand des Ausbildungszentrums am Vorderen Floßanger. Symbolbild: Sebastian Gollnow/dpa
Es geht um die Ausbildung: Handwerker aus Coburg und die Handwerkskammer für Oberfranken streiten seit geraumer Zeit um den Fortbestand des Ausbildungszentrums am Vorderen Floßanger. Symbolbild: Sebastian Gollnow/dpa  

Coburg/ Bayreuth - Im Streit um den Fortbestand des Ausbildungszentrums der Handwerkskammer Coburg haben Coburger Handwerksvertreter der Handwerkskammer von Oberfranken Hinhaltetaktik vorgeworfen und damit gedroht, den Fortbestand der Einrichtung notfalls einzuklagen (siehe NP vom Samstag) .

Jetzt nehmen Thomas Koller, der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Oberfranken und HWK-Präsident Thomas Zimmer Stellung. Beide bedauern das Vorgehen "von Teilen des Coburger Handwerks" und weisen darauf hin, dass ein Projekt zum Erhalt der überbetrieblichen Ausbildung "auf den Weg gebracht sei". Die Androhung von juristischen Schritten wäre daher nicht dienlich. Zimmer: "Leider kommt die erneute Ankündigung der Klage absolut zur Unzeit und wir verstehen diesen Schritt nicht."

Denn, die HWK für Oberfranken habe mit der Kreishandwerkerschaft Coburg am 10. Juli 2019 einen Zeitraum bis Mitte Oktober vereinbart, um die von der HWK entwickelte Idee eines "Innovativen Lernorts für Aus- und Weiterbildung" weiter zu entwickeln und um ein schlüssiges und tragfähiges Konzept dafür vorzulegen.

Ferner habe bereits am 1. Juli die öffentlich tagende Vollversammlung der HWK für Oberfranken in einem Beschluss die Geschäftsführung der damit beauftragt, in Zusammenarbeit mit der Kreishandwerkerschaft Coburg ein langfristig tragfähiges und finanzierbares Konzept für den Standort Coburg zu entwickeln. "Dieser Beschluss wurde ohne Gegenstimme - also weder aus dem Coburger Handwerk noch von Kollegen aus den anderen Regionen - verabschiedet", betont Zimmer in einer am Montag herausgegebenen Presseerklärung. "Daher verstehe ich nicht, weshalb jetzt alte, nicht mehr richtige Argumente aus der Schublade geholt werden."

Wie Zimmer weiter betont, habe es in den vergangenen Monaten einen regelmäßigen und intensiven Austausch seitens der Kammer-Verantwortlichen und Vertretern des Coburger Handwerks gegeben. Dabei sei seitens der Vertreter der Coburger Innungen grundsätzliche Zustimmung signalisiert und die Machbarkeit der Idee eines "Innovativen Lernortes" bekräftigt worden.

Lediglich die Bau-Innung habe sich als "Plan B" die Option einer Klage vorbehalten, allerdings mit dem Zeithorizont ab 15. Oktober 2019.

Wie der Handwerkskammer-Präsident in der Presseerklärung weiter ausführt, habe das letzte Treffen der Projektgruppe am 20. August stattgefunden. Bei diesem Treffen sei die Projektskizze "Innovativer Lernort Coburg" vorgestellt worden, die ein bundesweites Modellprojekt zur Verzahnung von akademischer und beruflicher Bildung am Beispiel des Handwerks in Coburg vorsieht. "Einmütiges Urteil zu der Projektskizze: Ein gutes Konzept, das in die richtige Richtung geht", stellt Zimmer fest.

Bei diesem Treffen sei gemeinschaftlich auch das weitere Vorgehen festgelegt worden. Demnach soll Anfang Oktober diese Projektskizze in einem Gespräch mit den Coburger Innungen vorgestellt und besprochen werden. Danach solle es weitere Gespräche mit der Hochschule Coburg geben. "Selbstverständlich übrigens beinhalten alle Überlegungen und auch die Projektskizze Bestandteile der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung und sehen Räume für die Innungen und die Kreishandwerkerschaft vor", weist der HWK-Präsident Kritik aus der Coburger Handwerkerschaft zurück.

Ferner sei zu keiner Zeit strittig gewesen, dass der Verwaltungssitz der HWK in Coburg erhalten und dessen Dienstleistungsangebot mindestens in gleichem Umfang aufrechterhalten werde. Laut Zimmer habe die HWK die Projektskizze inzwischen beim Bayerischen Wirtschaftsministerium vorgelegt. Sie sei dort in einer ersten Einschätzung positiv bewertet worden.

Am 13. September habe die Kammer in Bayreuth zudem die Information erhalten, dass die Projektskizze in die Vorschlagsliste des Bayerischen Wirtschaftsministeriums für die nächste Runde der "High-Tech-Offensive Bayern" aufgenommen worden sei. Diese Vorschlagsliste sei nun an die Bayerische Staatskanzlei übermittelt worden. HWK-Hauptgeschäftsführer Thomas Koller: "Damit hat unser Projekt zumindest eine erste Hürde genommen".

Aus Sicht der Kammer sei deshalb die erneute Androhung einer Klage durch Teile des Coburger Handwerks nicht nachzuvollziehen. Der regelmäßige und dokumentierte Austausch mit dem Handwerk in Coburg zeige nach Meinung des Hauptgeschäftsführers, dass die Handwerkskammer intensiv an einer einvernehmlichen Lösung mit den Coburger Innungen und der Coburger Kreishandwerkerschaft arbeitet.

"Insofern verstehen wir die erneute Androhung einer Klage nicht. Und auch die Aussagen, es habe kein konkretes Zugehen auf die Coburger Mitglieder gegeben und die Handwerkskammer bewege sich nicht, sind falsch", betont der HWK-Hauptgeschäftsführer. Und weiter: "Die Informationen, die aktuell veröffentlicht und von MdB Michelbach entsprechend kommentiert worden sind, sind offensichtlich schon mehrere Wochen alt."

Die Verantwortlichen der Kammer in Bayreuth hofften nun, dass eine mögliche Klage das Projekt für Coburg nicht gefährde. "Wir gehen zwar nicht davon aus, dass diese Klage die Planungen für das BTZ Oberfranken-West in Bamberg beeinflussen könnte. Dennoch: Es wäre ein schwerer Schlag für alle oberfränkischen Handwerker, wenn die Verbesserung der Ausbildungsinfrastruktur in ganz Oberfranken für Jahre blockiert wäre", erklärte HWK-Präsident Zimmer.

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Veröffentlicht am:
16. 09. 2019
17:32 Uhr

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16. 09. 2019
17:32 Uhr



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