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Coburg

Zweisprachig im Ascolino-Kindergarten

Nun steht es fest: Coburg bekommt Oberfrankens ersten bilingualen Kindergarten. Dieser darf zunächst jedoch nur eine Interimslösung beziehen.



Architekt Peter Kammerscheid, Kindergartenleiterin Sabine Groh und ASCO-Geschäftsführer Matthias Schmidt-Curio präsentieren den Bauplan ihres Kindergartens.	Foto: Henning Rosenbusch
Architekt Peter Kammerscheid, Kindergartenleiterin Sabine Groh und ASCO-Geschäftsführer Matthias Schmidt-Curio präsentieren den Bauplan ihres Kindergartens. Foto: Henning Rosenbusch   » zu den Bildern

Coburg - In den meisten Coburger Kindergärten herrscht bereits seit einigen Wochen reger Betrieb. Künftig wird es unter der Woche jedoch auch in der Nähe des Rosengartens vermutlich etwas lauter werden als bisher. Anfang 2020 zieht hier nämlich Coburgs neuester Kindergarten mit dem Namen Ascolino ein. Den Weg hierfür bereitete der Coburger Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung am 26. September. In dieser beschloss er, das pädagogische Konzept des Sprachschulbetreibers ASCO in den kommenden fünf Jahren mit bis zu 340.000 Euro unterstützen zu wollen. Außerdem stellt die Stadt dem Träger sogar einen Standort für sein Projekt zur Verfügung: das Gelände der ehemaligen Spindlervilla in der Alexandrinenstraße.

Die Geschichte der Spindlervilla

Das Grundstück der ehemaligen Spindlervilla befindet sich zwar mitten in der Stadt in der Alexandrinenstraße, verfügt jedoch über keine eigene Hausnummer.

 

Statt mit einer Hausnummer oder einem Namen wird das Grundstück von der Stadt Coburg unter der Bezeichnung "Grundstück Flur-Nr.450" geführt.

 

Der Name Spindlervilla geht auf ein Haus und seinen ehemaligen Besitzer, einen Kaufmann namens Viktor Spindler, zurück.

 

1961 erwarb die Stadt Coburg die Spindlervilla, um in ihr eine Bücherei unterzubringen. Dazu kam es jedoch nie.

 

Im Jahr 1973 entschied sich die Stadt, die inzwischen baufällig gewordene Villa abzureißen, um an ihrer Stelle ein Kongresshotel zu bauen. Auch dieser Plan wurde nie umgesetzt.

Seit dem Abriss diente das Grundstück vornehmlich als Parkplatz für städtische Mitarbeiter und Anwohner der Alexandrinenstraße.

 

Infolge der Entscheidung, das Grundstück nun an den Kindergarten Ascolino zu vergeben, wurde allen Parkplatzpächtern gekündigt.

 

Sollte der Kindergarten darauf bestehen, eine eigene Hausnummer zugewiesen zu bekommen, müsste er dies bei der Stadt beantragen.

 

"Dass wir einen eigenen Kindergarten eröffnen wollen, ist keine spontane Idee", betont ASCO-Geschäftsführer Matthias Schmidt-Curio. So bestehe die Grobplanung für das Konzept seit etwa zehn Jahren. Bisher habe sich jedoch nie die Gelegenheit ergeben, das Projekt tatsächlich umzusetzen. Mit dem Masterplan des Jugendhilfesenats, der bis 2021 insgesamt 90 zusätzliche Kinderbetreuungsplätze für das Coburger Stadtgebiet vorsieht, sei die Zeit jedoch endlich reif.

 

"Bei Ascolino verfolgen wir ein bilinguales Konzept", erklärt Schmidt-Curio. Die Kinder sollen in der Einrichtung also eine zweisprachige Erziehung erfahren. Dafür brauche es neben deutschsprachigem Betreuungspersonal auch ausländische Muttersprachler, die mit den Kindern nur in ihrer eigenen Sprache interagieren würden. "Das ist wichtig bei der bilingualen Erziehung", betont der ASCO-Geschäftsführer. Sonst funktioniere das Konzept nicht und die Kinder würden anfangen, die unterschiedlichen Sprachen miteinander zu vermischen. Aus diesem Grund habe die Sprachschule extra eine junge Frau aus den Vereinigten Staaten angestellt, die in den Kernzeiten von acht bis zwölf Uhr stets im Kindergarten sei und mit den Kleinen ausschließlich auf Englisch rede.

"Bisher gibt es in Oberfranken bestenfalls Betriebskindergärten, die solch ein Konzept anbieten", berichtet Schmidt-Curio. Das Ziel von ASCO sei es jedoch dass jedes Kind in der Stadt von einer solchen Erziehung profitieren könne. "Das Interesse ist groß", sagt er. So habe die ASCO schon vor der Entscheidung, des Stadtrats, das Projekt zu unterstützen, zehn Voranmeldungen von Eltern aus Coburg erhalten. Außerdem seien bei der Sprachschule bereits Anfragen von Eltern eingegangen, die überlegen würden, mit ihrem Nachwuchs nach Coburg zu ziehen. "So ein bilingualer Kindergarten kann für Coburg auch ein echter Standortvorteil sein", betont Schmidt-Curio.

Damit es im Ascolino richtig losgehen kann, muss nun jedoch noch einiges geschehen. Unter anderem braucht es ein Kindergarten Gebäude. "Wir setzen hierbei auf Modulbauweise", erklärt Architekt Peter Kammerscheid. Aus insgesamt 15 Metall-Containern füge sich das Gebäude dann zusammen. Fertig gestellt sehe das dann in etwa so aus, wie die Erweiterung des Bergwichtel-Kindergartens, die es bereits seit Beginn des aktuellen Kindergartenjahrs gibt. Von draußen sei das mitunter gewöhnungsbedürftig. "Wenn man in so einem Gebäude drinnen ist, merkt man aber kaum, dass es sich um einen modularen Bau handelt", sagt Kammerscheid. Lediglich Fugen am Boden würden darauf hinweisen. Die Räume seien jedoch ausgesprochen großzügig geschnitten.

"Wer sich ein Bild davon machen möchte, wie unser Kindergarten mal aussehen wird, ist herzlich willkommen, uns am kommenden Samstag hier in der Alexandrinenstraße zu besuchen", erklärt Matthias Schmidt-Curio. An diesem Tag sei von 10 bis 15 Uhr Tag der offenen Tür in allen Coburger Kindergärten - und selbstverständlich nehme auch der Ascolino an dieser Veranstaltung teil. "Wir haben bis dahin zwar noch kein Gebäude, aber wir werden den Grundriss mit Farbe auf den Boden sprühen", betont er. So könnten sich alle überzeugen, wie schön es bald wird.

Autor

Andreas Wolfger
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Veröffentlicht am:
07. 10. 2019
18:40 Uhr

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Andreas Wolfger

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Veröffentlicht am:
07. 10. 2019
18:40 Uhr



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