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Coburg

Zwischen Traum und Wirklichkeit

Nach dem Unfall am Palmenhaus ist dessen Zukunft ungewisser denn je. Dabei gibt es jetzt Gastronomen, die dort einen Stadtstrand errichten wollen.



Ein Stadtstrand im Rosengarten, so stellen sich junge Coburger Designer die Zukunft des Palmenhauses vor.
Ein Stadtstrand im Rosengarten, so stellen sich junge Coburger Designer die Zukunft des Palmenhauses vor.   Foto: CDO » zu den Bildern

Coburg - Der wichtigste Punkt im Vortrag von Levin Fuchs, Masterstudiengang Zukunftsdesign, ist gleichzeitig der, der an diesen Tagen vielleicht am angreifbarsten ist. "Das Palmenhaus ist auf jeden Fall erhaltenswert", so das Fazit des Vortrags der gestern dem Bau- und Umweltsenat präsentiert wurde. Studierende der Hochschule hatten sich intensiv mit der Geschichte und der heutigen Situation am Palmenhaus auseinandergesetzt und Vorschläge erarbeitet, wie es mit der Anlage, die jährlich Kosten von 74.000 Euro verursacht, weitergehen kann. "Alleine schon von der Lage sehen wir das Palmenhaus in Zukunft als einen Hotspot. Gerade in Bezug auf Coburg als Familienstadt", so Levin Fuchs.

Doch der Unfall, bei dem am Dienstagmorgen eine Seniorin mitten in den Eingangsbereich des Palmenhauses fuhr und dort großen Schaden anrichtete, könnte, so murmeln einige hinter vorgehaltener Hand, nun endgültig der Todesstoß für das Haus gewesen sein.

12.11.2019 - Unfall im Coburger Rosengarten - Foto: Henning Rosenbusch

Unfall Rosengarten
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Unfall am Dienstagvormittag am Coburger Palmenhaus
Mit hohem Tempo fährt am Dienstagvormittag ein Autofahrer mit seinem Wagen durch den Coburger Rosengarten.
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Wirklich sicher ist bisher nur, dass das Palmenhaus derzeit geschlossen ist. Wie hoch der Schaden genau ausfällt, vermag am Mittwochnachmittag noch keiner zu sagen. Das gilt genauso für die konkrete Ursache des Unfalls. Beides wird, so teilt es die Polizei mit, ein Sachverständiger zu klären haben. Noch am Dienstag haben Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks die zerbrochenen Fensterscheiben mit Holzplatten ersetzt. Das diene der sogenannten Eigentumssicherung, soll also dafür sorgen, dass Einbrecher nicht in das beschädigte Häuschen gelangen können.

Fällt der Stadtrat die Entscheidung, doch am Palmenhaus festzuhalten, dann könnten sich die Studenten vorstellen, dort Edutainment, also unterhaltsames Lernen anzubieten. Kinder und Schulklassen könne man vor Ort die Lernfelder Energie, Erderwärmung oder Natur nahe bringen. "Dazu müsste eine vollständig neue Beschilderung der Pflanzen erfolgen", so Levin Fuchs. Lichtinszenierung oder Kunstausstellungen könnten das Palmenhaus außerdem wieder mehr ins Bewusstsein der Menschen bringen, sind die Studenten überzeugt.

Um die laufenden Betriebskosten zu decken, schlagen sie die Gründung eines Fördervereins vor. "Der Verein Palmenhaus kann als Plattform koordinieren, präsentierten und auch finanzieren", so Levin Fuchs. Außerdem haben die Studenten recherchiert, dass es für viele der angedachten Maßnahmen Fördermittel geben kann. Um die Energiekosten zu drosseln, könnte das Palmenhaus außerdem an die Fernwärmeversorgung angeschlossen werden. "Gespräche dazu gibt es bereits", weiß der Referent.

Weil eine Gastronomie bisher nicht vorhanden ist, könnte anfangs ein Automatensystem die Versorgung vor Ort übernehmen. "Grundsätzlich gibt es aber Überlegungen für einen Stadtstrand", überrascht Levin Fuchs die Mitglieder des Umweltsenats mit einer entsprechenden Visualisierung. Im Zuge dieser Idee sei es außerdem bereits gelungen, einen konkreten Betreiber für eine Gastronomie zu finden, betonte der Vorsitzende des Coburger Designforums Oberfranken (CDO), Auwi Stübbe, im Anschluss an die Sitzung des Bau- und Umweltsenats im Gespräch mit der NP. Enrico Pizzato, Besitzer und Betreiber des San Geladona Eisshops und Eistrucks in Coburg sowie Nima Khorsandi, Inhaber von Szenebars in Coburg, Würzburg und Bayreuth, können sich vorstellen, einen Stadtstrand im Rosengarten umzusetzen. "Wir kennen uns in allen gastronomischen Bereichen wie Getränken, Speisen und Eis bestens aus und möchten unsere Erfahrungen und Ideen bestmöglich einbringen", betonten die beiden. Angeregt durch Veranstaltungen, Besichtigungen und Messen anderer Strandbars außerhalb Coburgs seien sie auf dem neuesten Stand in der Gastronomieszene. "Wir wären das perfekte Team für das Projekt ‚Stadtstrand Coburg‘ im Rosengarten."

"Im Spannungsfeld zwischen der Pakethalle und dem Güterbahnhof allgemein und dem Kongresshotel liegt das Palmenhaus im ‚toten Winkel‘. Hier wird der Stadtstrand mit Bewirtschaftung für eine absolute Bereicherung sorgen", ist sich Auwi Stübbe sicher.

Veröffentlicht am:
13. 11. 2019
17:28 Uhr

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Autor

Steffi Wolf

Katja Diedler

Kontakt zu den Autoren

Veröffentlicht am:
13. 11. 2019
17:28 Uhr



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