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verdi fordert Aufklärung

Warum verlässt Regiomed-Hauptgeschäftsführer Joachim Bovelet den Konzern? Darauf will die Gewerkschaft eine Antwort.



Coburg - Dass Joachim Bovelet kurzfristig den Posten als Hauptgeschäftsführer im Regiomed-Konzern verlässt, hat jetzt auch die Gewerkschaft verdi beschäftigt. Bei einem Treffen des Bezirksfachbereichs für Gesundheit und Soziales von verdi in Oberfranken-West übte Gewerkschaftssekretärin Magdalene Majeed Kritik daran, dass die Gründe für Bovelets Abgang im Dunkeln blieben: "Die kommunalen Träger schulden der Öffentlichkeit und den Beschäftigten eine Antwort auf die Frage, warum Bovelet jetzt geht und die Umsetzung der von ihm angestoßenen Aktivitäten anderen überlassen darf oder muss."

Unterschiedlich bewertete sie Bovelets Leistungen. Nach der Entlassung der damaligen Hauptgeschäftsführerin Katja Bittner habe dieser zunächst den Konzern stabilisiert und sich unter anderem dafür eingesetzt, dass der Regiomed-Aufsichtsrat auch mit Arbeitnehmervertretern besetzt wurde. Ein ab Oktober 2015 aufgesetztes Projekt, in dem auch Mitarbeiter am Prozess der Zusammenführung beteiligt werden sollten, sei jedoch nach ersten Erfolgen wegen der mangelhaften Unterstützung durch die Krankenhausträger verschleppt und schließlich beendet worden. Dabei sei es zu keiner durchgreifenden Verbesserung der Regiomed-Struktur gekommen, kritisierte die Gewerkschaftssekretärin. "Bovelet hat insbesondere mit der Zusage, sich für einen einheitlichen Tarifvertrag für alle Arbeitnehmer einzusetzen, seinerzeit große Hoffnungen geweckt. Zu einer echten Tarifbindung ist es aber nur im Klinikum Coburg gekommen", sagte Felix Holland, Fachbereichsvorsitzender im verdi-Bezirk. ver.di sei zu Tarifverhandlungen bereit gewesen, aber Regiomed habe kein Angebot gemacht. "Insofern sind wir froh, dass in der aktuellen Situation zumindest die Kolleginnen und Kollegen am Klinikum Coburg tariflich gut geschützt sind", ergänzte Majeed.

In den vergangenen Monaten habe Bovelet viele Projekte angestoßen, aber kaum etwas zu einem erfolgreichen Abschluss geführt. "Zum Gesundheitscampus in Coburg hört man nichts mehr, auch andere Projekte wie das Management der Reha-Klinik in Masserberg, Hygiene-Institut in Sonneberg, oder der Neubau einer Großküche in Lichtenfels sind offenbar ins Stocken geraten", bemängelte Majeed. Zusätzlich habe sich Bovelet durch Wahlanfechtungen gegen Betriebsräte auch mit Teilen der Belegschaft überworfen. Die Gewerkschaftssekretärin: "Wir sehen mit großer Sorge die vielen offen gebliebenen Baustellen. Ver.di fordert die verbleibenden Geschäftsführer auf, den Rechtsstreit gegen den Betriebsrat im Seniorenwohnzentrum an der Bertelsdorfer Höhe in Coburg unverzüglich einzustellen, nachdem inzwischen alle Betriebsratsgegner das Unternehmen dort ebenso wie Bovelet verlassen haben." Eine faire Zusammenarbeit mit den gewählten Betriebsräten sei unverzichtbar.

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Veröffentlicht am:
12. 09. 2018
17:26 Uhr

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