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Gold und Seide – Barockes Juwel im Dresdner Schloss fast vollendet

Vor 300 Jahren hat Barockfürst August der Starke bei der Hochzeit seines Sohnes mit opulenten Paraderäumen in seiner Residenz königlich geprotzt. Im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, sind die kostbaren Gemächer wiedererstanden – in aufwendiger Rekonstruktion.



Rekonstruierte Paraderäume im Dresdner Schloss Dresden
20.08.2019, Sachsen, Dresden: Kathrin Kutzera, Textilrestauratorin, richtet mit einem Pinsel den Samtflur am Betthaupt des Paradeschlafzimmers auf der Baustelle der rekonstruierten Paraderäume im Dresdner Residenzschloss. Kurfürst August der Starke hatte die ausschließlich zur Repräsentation bestimmten Gemächer wie Audienzsaal oder Schlafgemach für den Empfang der Kaisertochter Maria Josepha von Österreich ausbauen lassen. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/ZB +++ dpa-Bildfunk +++ | Verwendung weltweit   Foto: Robert Michael

Dresden (dpa) – Seidensamt, Goldstoffe und prächtige Deckengemälde: Die Wiederherstellung der barocken Paradegemächer im Residenzschloss in Dresden befindet sich in der Endphase. Damit bekomme der Komplex nicht nur einen weiteren Besuchermagneten, sondern auch sein „Herz“ zurück, sagte Finanzminister Matthias Haß (CDU) bei einem Baustellenbesuch am Dienstag. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sprach von einer weiteren Etappe des Schloss-Wiederaufbaus. Mit dem anspruchsvollen Denkmalschutzprojekt leiste der Freistaat einen Beitrag zur Erhaltung teils vom Aussterben bedrohter Handwerkskunst.

Die Räume – Eckparadesaal, Audienzgemach mit zwei Vorzimmern und Paradeschlafzimmer – sowie zwei Bilderkabinette können ab dem 28. September besichtigt werden, sagte Haß. Die Kosten für die 2016 begonnene, teils „fadengenaue“ Rekonstruktion als einem wichtigen Baustein des Schloss-Wiederaufbaus liegen bei rund 35 Millionen Euro. Insgesamt sind laut Haß rund 389 Millionen Euro eingeplant. „Bisher wurden 351 Millionen Euro ausgegeben.“ Die wesentlichen Baumaßnahmen in dem Schlossareal sollen nach Ministeriumsangaben Ende 2022/Anfang 2023 abgeschlossen sein.

Sachsens legendärer Kurfürst August der Starke (1670-1733) hatte das Paradegeschoss zur Vermählung seines Sohnes Friedrich August mit Kaisertochter Maria Josepha von Österreich 1719 umbauen und prunkvoll ausstatten lassen. Mit der Wiederherstellung nähere sich eine „Jahrhundertaufgabe“ der Vollendung, sagte Sigrid Bias-Engels für die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien genau am 300. Hochzeitstag. Der Bund steuert zwölf Millionen Euro dazu bei und zum Gesamtprojekt seit 2013 insgesamt 29 Millionen Euro. Es gehe darum, den Dresdner Kunstschätzen von Weltrang den angemessenen Rahmen zu geben, auch um sich neben den Schwergewichten Berlin und München zu behaupten, begründete sie das Engagement des Bundes.

Bei der Ausgestaltung der fünf Paraderäume können sich Restauratoren, Künstler und Handwerker auf historische Zeichnungen, Kupferstiche und Briefe des Kurfürsten an seinen Bauminister sowie Fotos von 1943 und Teile der Originalausstattung stützen. Die Lücken in der 1945 vor Kriegsverlust bewahrten Ausstattung werden mit teils wiederbelebten alten Herstellungstechniken ergänzt.

Allein 13 Maler haben Jahre an der Nachfertigung der beiden je 100 Quadratmeter großen Deckengemälde von Hofmaler Louis de Silvestre gearbeitet. Die ersten Wandbespannungen sind bereits angebracht, historische Pilaster aus einem Metallgewebe von 24 Karat vergoldetem Silber liegen bereit. Mit dem Paradebett steht einer der prunkvollsten Einrichtungsgegenstände wieder. Der Baldachin des Thronensembles ist ebenfalls montiert – aber noch verhüllt. Bis die im Zweiten Weltkrieg ausgelagerten, im Kunstgewerbemuseum bewahrten und restaurierten Möbel an ihren alten Platz zurückkehren können, ist noch Einiges zu tun, sagte Ulf Nickol vom staatlichen Baumanagement.

 

Veröffentlicht am:
21. 08. 2019
14:52 Uhr

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dpa

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21. 08. 2019
14:52 Uhr



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