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Heldenbariton Theo Adam mit 92 Jahren gestorben

Der renommierte Bassbariton Theo Adam ist tot. Er war einer der großen Wagner-Sänger seiner Zeit. Seine Karriere währte Jahrzehnte.



Dresden - Der renommierte Dresdner Opernsänger Theo Adam ist tot. Der Bassbariton, der in Wagner-Partien und Strauss-Rollen Weltgeltung erlangte, starb am Donnerstag nach langer Krankheit mit 92 Jahren in einem Pflegeheim seiner Heimatstadt. Das bestätigte die Familie am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Die Trauerfeier finde am 18. Januar in der Loschwitzer Kirche statt.

Über den Tod des Kammersängers hatte zuerst die Onlineausgabe der «Dresdner Neuesten Nachrichten» berichtet.

«Er war ein brillanter Künstler und ebenso großartiger Pädagoge, der vieles von seiner Begeisterung für den Gesang an die Studierenden weitergeben konnte», würdigte ihn die amtierende Rektorin der Dresdner Hochschule für Musik, Rebekka Frömling. Adam sei als Künstler mit seiner Kreativität und seinem Talent Vorbild für Generationen von Studierenden gewesen. Er habe den Sängernachwuchs als Honorarprofessor unterrichtet und sich als Förderer für die Einrichtung engagiert.

Theo Adam wurde am 1. August 1926 in Dresden geboren. 1937 wurde er einer der Sängerknaben im berühmten Dresdner Kreuzchor, nach dem Krieg studierte er Gesang. 1949 debütierte der Bariton an der Staatsoper Dresden und sang danach regelmäßig auch bei den Bayreuther Festspielen.

1952 trat er dort erstmals auf, und zwar als Hermann Ortel in den »Meistersingern«. Für fast drei Jahrzehnte gehörte er zu den bedeutendsten Sängern dieser Festspiele. 1963-75 hörte man ihn dort als Wotan im Nibelungenring, eine Glanzrolle, in der er in aller Welt bewundert wurde, heißt es auf der Homepage der Bayreuther Festspiele. Noch 1980 übernahm er in Bayreuth die Partie des Gurnemanz im »Parsifal«, den er dort 1976-80 vortrug. Man bewunderte ihn in Bayreuth auch als König Heinrich im »Lohengrin« (1954, 1959-60) als Hans Sachs (1968-70, 1973-75) wie als Pogner (1960-61, 1963) in den »Meistersingern«. als Reinmar von Zweter im »Tannhäuser« (1954, 1961), als Fasolt im »Rheingold« (1958), als Titurel (1954, 1959) und als Amfortas im »Parsifal« (1965, 1972-73), dazu in einigen kleineren Rollen.

Darüber hinaus wusste Adam an berühmten Opernhäusern wie der New Yorker Met zu begeistern. Später inszenierte er auch selbst, moderierte im Fernsehen und schrieb Bücher.

Kurz nach seinem 80. Geburtstag hatte der Künstler Abschied von der Bühne genommen - und sich fünf Jahre später auch aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

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Veröffentlicht am:
11. 01. 2019
18:15 Uhr

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