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Robert Menasse will Literatur und Debatte künftig strikt trennen

Der Wiener Autor Robert Menasse hat vor der Verleihung des rheinland-pfälzischen Literaturpreises bekräftigt, künftig genau auf die Trennung von Literatur und politischer Debatte zu achten.



Mainz - «Ich sehe mich als Künstler, der sein politisches Denken in die Diskussion einbringt», sagte Menasse am Freitag in Mainz. Dabei habe er im Umgang mit Zitaten die eine Rolle in die andere einfließen lassen. Er hoffe, dass ihm dieser Fehler verziehen und seine Entschuldigung angenommen werde. Menasse erhielt am Freitagabend die Zuckmayer-Medaille von Rheinland-Pfalz.

«Der Schock, den diese Debatte bei Ihnen und bei mir ausgelöst hat», werde dazu beitragen, dass er solche Fehler nicht wiederholen werde, sagte Menasse. Wichtig sei ihm aber, dass er nicht gefälscht habe - «für eine Fälschung braucht man eine Fälschungsabsicht».

Literatur müsse immer die Freiheit der Fiktion haben, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) nach der Begrüßung des österreichischen Schriftstellers in Mainz. Zugleich stehe außer Frage, «dass man sich im politischen Diskurs einfach an Fakten halten muss». Aber wenn jemand einen Fehler eingestehe, müsse dies auch angenommen werden.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Christian Baldauf warf Dreyer am Freitag vor, mit der Auszeichnung Menasses den Grundsatz verlasse, «für Wahrheit im öffentlichen Diskurs» einzustehen. Das schade der demokratischen Kultur. Die Preisverleihung sei «ein schwerer Fehler».

Menasse sieht die Überwindung von Nationalismus und Rassismus als zentralen Anspruch des europäischen Einigungsprojekts, wie er in Mainz bekräftigte. Daher sei es für ihn «ein starkes literarisches symbolisches Bild» gewesen, in seinem Roman «Die Hauptstadt» die Antrittsrede des ersten Kommissionspräsidenten der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), Walter Hallstein, in Auschwitz zu verorten.

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Veröffentlicht am:
18. 01. 2019
14:56 Uhr

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18. 01. 2019
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