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Hassberge

60. Jahre Dienst am Nächsten

Pflegen will gelernt sein. Damit künftige Pfleger sicher wissen, was zu tun ist, gibt es unter anderem die Berufsfachschule für Pflegeberufe in Haßfurt. Diese feiert nun großes Jubiläum.



Im Rahmen der Feier zum 60-jährigen Bestehen der Berufsfachschule für Pflegeberufe wurde der langjährige Leiter Udo Burger verabschiedet. Im Bild (vorne von links) Sebastian Remelé, Wiltrud und Udo Burger, Landrat Wilhelm Schneider und der leitende Medizinaldirektor Dr. Rainer Schuà sowie (hinten von links) der neue Schulleiter Dirk Niedoba, die Chefärztin Dr. Hildrun Schättin und der leitende Regierungsschuldirektor Norbert Kornder. Fotos: Langer
Im Rahmen der Feier zum 60-jährigen Bestehen der Berufsfachschule für Pflegeberufe wurde der langjährige Leiter Udo Burger verabschiedet. Im Bild (vorne von links) Sebastian Remelé, Wiltrud und Udo Burger, Landrat Wilhelm Schneider und der leitende Medizinaldirektor Dr. Rainer Schuà sowie (hinten von links) der neue Schulleiter Dirk Niedoba, die Chefärztin Dr. Hildrun Schättin und der leitende Regierungsschuldirektor Norbert Kornder. Fotos: Langer   » zu den Bildern

Haßfurt - Vor 60 Jahren wurde in Haßfurt die Berufsfachschule für Pflegeberufe als "staatlich anerkannte Krankenpflegeschule beim Kreiskrankenhaus Haßfurt" ins Leben gerufen. Vor 15 Jahren führte die Kooperation mit dem Leopoldina Krankenhaus der Stadt Schweinfurt zur Gründung des Zweckverbandes "Berufsfachschule für Krankenpflege und Kinderkrankenpflege Haßfurt/Schweinfurt. Den runden Geburtstag der Schule feierte der Zweckverband mit seinem Vorstand, Schweinfurts Oberbürgermeister Sebastian Remelé, am Dienstagabend mit einem Festakt in der Stadthalle Haßfurt.

Bei der Feier, die von der Band "Miss Sophy And The Groove" (Sophia Weinberger und Tobias Hümpfner) musikalisch bereichert wurde, betonte Landrat Wilhelm Schneider die positive Entwicklung der Schule. "Auch wenn sich in den 60 Jahren vieles verändert hat, so bieten wir mit der dreijährigen Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege doch immer noch jungen Menschen in der Region eine zukunftssichere berufliche Perspektive und sichern gleichzeitig den beruflichen Nachwuchs im Pflegedienst unserer Krankenhäuser", sagte er.

Die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger sei weit mehr als Wissensvermittlung und habe stets den gesamten Menschen im Blick. Sie biete die Grundlage für die ausgezeichnete Behandlungs- und Versorgungsqualität, die Patienten zu Recht erwarteten und auch erhielten. Die Besonderheit der Ausbildung in der Krankenpflege sei, dass die Ausbildung in Praxis und Theorie unter einem Dach stattfinde. "Seit kurzem gibt es an den Haßberg-Kliniken drei Fachkräfte, die komplett von ihrer Arbeit in der Pflege freigestellt sind und sich ausschließlich um die Anleitung kümmern. Dieses Zusammenwirken war ein großes Anliegen des scheidenden Schulleiters Udo Burger", so der Landrat, der auch die problemlose Zusammenarbeit mit dem Zweckverband lobte. "Die echten Vorteile einer großen Krankenpflegeschule lernen wir aktuell bei der Umsetzung der so genannten Generalistik kennen, bei der Altenpflege und Krankenpflege zusammen gebracht werden müssen." So könne er mit Stolz auf die Vergangenheit der Krankenpflegeschule zurückblicken und mit Zuversicht in die Zukunft schauen.

Von der Regierung von Unterfranken überbrachten gleich zwei Vertreter ihre Glückwünsche: zum einen der leitende Medizinaldirektor und Prüfungsvorsitzende Dr. Rainer Schuà, zum anderen der Leitende Regierungsschuldirektor Norbert Kornder. Schuà ließ die Entwicklung der Ausbildung Revue passieren und betonte die "stets gute Zusammenarbeit mit der hervorragenden Schule in Haßfurt". Dort seien seit der Gründung 800 Pflegekräfte ausgebildet worden. Angesichts der Schätzung, dass bis zum Jahr 2030 rund 300000 Pflegekräfte in Deutschland fehlen werden, meinte er, dass dies eine enorme Aufgabe für die Krankenpflegeschulen bedeute. "Ich bin aber sicher dass Sie die Herausforderung annehmen werden", sagte er.

Norbert Kornder blickte auf die Geschichte der Schule in Haßfurt zurück und nannte vor allem die Generalistik als "gewaltige Aufgabe". Denn noch würden dafür die Lehrer fehlen. Der Schule in Haßfurt wünsche er alles Gute nach dem Motto: "Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen." Für den Leiter der Krankenpflegeschulen Schweinfurt und Haßfurt und Geschäftsführer des Zweckverbandes, Dirk Niedoba, bieten das neue Pflegeberufegesetz und die generalistische Ausbildung ab 2020 eine Chance für die professionelle Pflege. "Es war längst überfällig, die drei Ausbildungsgänge der Pflege zusammenzuführen, die vorbehaltlichen Aufgaben zu benennen und die Kompetenzorientierung in der Ausbildung konsequent umzusetzen", betonte er. Denn es gehe bei der Pflege nicht um Fächer, sondern um hohe emotionale, persönliche und fachliche Kompetenzen. Gerade die Pflege sei ein Beruf, in dem Pflegende für die zu pflegenden Menschen Sorge trügen. Es gehe auch um Solidarität und Nähe mit ihnen, die die normale Distanz überschreite. Auch wenn die Grundpflege weniger wert zu sein scheine als die Behandlungspflege, so sei es doch gerade umgekehrt. Denn eine Behandlungspflege sei eine assistierende Tätigkeit, die angelernt werden könne. Die Grundpflege jedoch sei Fürsorge, Betreuung und Begleitung und brauche eine besondere Nähe, Intimität und Intensität. Letztendlich habe die Pflege zwei Kernaufgaben: Nähe und Vermittlung zwischen vielen Professionen. "Mit dem neuen Gesetz werden wir eine sehr attraktive Schule im Landkreis Haßberge und in Schweinfurt", so Dirk Niedoba.

Die Geschichte der Schule, deren erster Träger der Orden der Salvadorianerinnen war, skizzierte Chefärztin Dr. Hildrun Schättin, die selbst einmal die Ausbildung zur Krankenschwester an der Schule absolviert hatte. Die Leitung hatten Schwester Aloysia Grad (1959-1969), Schwester Hiltrud Geser (1969-1976), Arthur Weigand (1976-2001, Dirk Burger (2001-2018) inne und seit 1. Januar 2019 fungiert Dirk Niedoba als Leiter.

Sebastian Remelé dankte als Patient allen Krankenpflegenden, die täglich ihren Dienst versehen. Schließlich seien sie die eigentlichen Kontaktpersonen für die Kranken. Die Feier nahm er zum Anlass, den langjährigen Schulleiter Udo Burger zu verabschieden. Udo Burger hatte 1975 drei Monate im Krankenhaus gearbeitet, bevor er seine dreijährige Ausbildung mit "sehr gut" abschloss. Von 1978 bis 1980 war er als Krankenpfleger tätig. Jeweils fünf Jahre war er danach Schulassistent und Unterrichtspfleger. Von 1990 bis 2001 arbeitete er als Stellvertreter des leitenden Lehrpflegers, bevor er dann von 2001 bis Ende 2018 leitender Lehrpfleger und Schulleiter wurde und auch die Leitung der Schulen des Zweckverbandes Haßfurt/Schweinfurt übernahm. "Sie haben eine Bilderbuchkarriere hinter sich und ich möchte Ihnen großen Respekt zollen. Sie haben unserer Schule gut getan", so Remelé. Der Auszubildende Tobias Bauer bestätigte, dass Udo Burger die Schule positiv geprägt hatte. Im Namen der Mittellasse dankte er dem scheidenden Leiter für sein Engagement und auch die derzeitige Abschlussklasse Haßfurt und das Lehrerkollegium verabschiedeten Udo Burger mit Dankesworten und Präsenten.

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Ulrike Langer
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Veröffentlicht am:
06. 11. 2019
17:22 Uhr

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Autor

Ulrike Langer

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Veröffentlicht am:
06. 11. 2019
17:22 Uhr



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