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Aiwanger stattet Haßfurt einen Besuch ab

Der Wirtschaftsminister hat unter anderem die Power-To-Gas Anlage besichtigt. Im Mittelpunkt standen dabei Fragen der Energieversorgung.



Die Power-to-gas Anlage und das BHKW besichtigte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger zusammen mit zahlreichen Experten. Fotos: Christian Licha
Die Power-to-gas Anlage und das BHKW besichtigte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger zusammen mit zahlreichen Experten. Fotos: Christian Licha   » zu den Bildern

Haßfurt - Hoher Besuch war am Mittwoch in Haßfurt angesagt. Hubert Aiwanger, der stellvertretende Ministerpräsident von Bayern sowie Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, war im Rahmen einer Roadshow durch Bayern zu Gast in Haßfurt. Im Auftrag des Wirtschaftsministeriums und in enger Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und dem Institut für Energietechnik (IfE) der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden (OTH) werden hierbei hocheffiziente Anlagen in bayerischen Regionen vorgestellt.

Das Stadtwerk Haßfurt betreibt ein innovatives Blockheizkraftwerk (BHKW), in dem Wasserstoff aus regenerativen Energien hocheffizient in Strom zurückgewandelt wird. Der Brennstoff stammt aus der eigenen Power-To-Gas Anlage, die überschüssigen Windstrom per PEM Elektrolyse in Form von Wasserstoff speichert. Das BHKW ist in der Lage, den Wasserstoff in Reinform zu verwerten. Nutzen Sie die Gelegenheit in Haßfurt das "BHKW des Jahres 2019" zu besichtigen und mit den Entwicklern und Umsetzern des Projektes in Kontakt zu kommen.

Vor Ort in der Nähe des Haßfurter Hafens machte sich Aiwanger zunächst bei einer Besichtigung ein Bild der Anlage, ehe es in die Stadthalle ging, in der rund 50 Interessierte coronagerecht mit viel Abstand auf den Minister warteten. Im Rahmen einer Fachtagung hatten dort auch zahlreiche Experten das Wort. In seiner rund 20-minütigen Ansprache ging der Minister auf die vielen Vorteile der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ein. So könne sie gesicherte Leistung dezentral und flexibel zur Verfügung stellen.

Gespeicherte Energie

Durch die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme sei die KWK hocheffizient und damit besonders klimafreundlich. Das Beispiel hier beim Stadtwerk Haßfurt sei noch aus einem weiteren Grund zukunftsweisend: "Überschüssiger Strom wird mittels der Elektrolyse in Wasserstoff umgewandelt und die Energie so gespeichert. Das Blockheizkraftwerk verwandelt diesen grünen Wasserstoff wieder in Strom und Wärme zurück. Das ist ein sinnvoller Einsatz von überschüssiger regenerativer Energie vor Ort, ohne lange Transportwege", so Staatsminister Aiwanger. Kraft-Wärme-Kopplung biete noch sehr viel Potenzial in der energieeffizient und ist ein wichtiges Element, um in Ergänzung zu erneuerbaren Energien die Abschaltung von Kern- und Kohlekraftwerken zu kompensieren.

Da die KWK-Technologie so einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten kann, hab sich der Freistaat erfolgreich dafür eingesetzt, dass KWK-Anlagen in Süddeutschland einen Förderbonus erhalten und die Förderung von Kleinanlagen im Rahmen des Kohleausstiegsgesetzes noch einmal verbessert wurde. Mit der KWK-Roadshow wolle das Wirtschaftsministerium in verschiedenen Regierungsbezirken unterschiedlichen Akteuren wie zum Beispiel Kommunen, Stadtwerken und kleinen sowie mittleren Unternehmen verdeutlichen, welche Potenziale in KWK stecke und wie sie mit KWK die Energiewende vor Ort voranbringen können, so Aiwanger, der sich für die Pläne ausspricht, Wasserstoff von der EEG-Umlage zu befreien. Dies sei ein richtiger Schritt, an dem man dran bleiben müsse, damit die Chancen der EEG-Novelle ins Ziel führen.

"Wasserstoff ist eine eierlegende Wollmilchsau", sagte Aiwanger, weil damit auch alle anderen Anwendungen verbunden werden können. Norbert Zösch, der Geschäftsführer der Stadtwerk Haßfurt GmbH, stellte sein Unternehmen und insbesondere das BHKW vor. Da sowohl die Power-To-Gas Anlage als auch das BHKW eine hohe Dynamik aufweise, könne mit dem Gesamtsystem Elektrolyseur, Speicher und BHKW Stromüberschüsse und Unterdeckungen aus der erneuerbaren Stromerzeugung im lokalen Bilanzkreis oder übergeordnet im Verteilnetz ausgeglichen werden. Die Abwärme des BHKW kann im Gebietsumgriff der Power-to-Gas Anlage genutzt werden, zum Beispiel über eine Wärmeanbindung des angrenzenden Gebäudebestands oder der Industriebetriebe. Dies ermöglicht eine optimale Wärmeintegration des Blockheizkraftwerks mit maximaler Gesamteffizienz.

Während der Veranstaltung, bei der Professor Dr. Markus Brautsch, vom Kompetenzzentrum KWK an der OTH Amberg-Weiden durchs Programm führte, sprach auch Haßfurts Bürgermeister Günther Werner ein Grußwort und stellte die Kreisstadt als Smart-Green-City vor. Nachdem im November der offizielle Förderbescheid eintraf, wurde eine Digitalisierungsstrategie erstellt. Corona habe die Stadt dabei gezwungen ganz neue Wege zu gehen. Ihre Kreativität haben die Teilnehmer beiden verschiedenen Workshops an den Tag gelegt. "Deshalb freue ich mich auch darauf, wenn wir in der offenen Bürgerbeteiligung einsteigen und hoffentlich mit Präsenzveranstaltungen mit den Bürgern über ihre Ideen zur Smart-Green -City Haßfurt diskutieren können", so Werner.

Wichtig ist dem Bürgermeister dabei, dass alle Bürgerinnen und Bürger im gleichen Maße, egal ob sie digital oder analog unterwegs seien mitgenommen werden und die Vorteile des Smart City Prozesses auch spüren können. "Es liegen hier noch mehr als sechs ereignisreiche Jahre vor uns, in denen wir uns sicher mit sehr vielen digitalen Themen, unter anderem auch mit einem Mobilitätskonzept und dem gebäudescharfen Energienutzungsplan beschäftigen werden". Außerdem freute sich Bürgermeister Werner über den Eintrag des Wirtschaftsministers in das Goldene Buch der Stadt Haßfurt.

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Christian Licha
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Veröffentlicht am:
01. 10. 2020
17:54 Uhr

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Christian Licha

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01. 10. 2020
17:54 Uhr



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