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Altes Gemäuer erstrahlt in neuem Glanz

Auf der Baustelle "Obere Wirtschaft" geht es voran. Mittlerweile geht es an den Innenausbau. Zudem macht man sich im Gemeinderat Kirchlauter Gedanken, wie mit dem zunehmenden Starkregen umzugehen ist.



Die "Obere Wirtschaft" mit neuem farblichen Akzent und mit einem zusätzlichen Raumprogramm mit Erkern im Dachgeschoss. Fotos: Günther Geiling
Die "Obere Wirtschaft" mit neuem farblichen Akzent und mit einem zusätzlichen Raumprogramm mit Erkern im Dachgeschoss. Fotos: Günther Geiling   » zu den Bildern

Neubrunn - "Wie gut ist die Gemeinde auf Flusshochwasser und Starkregenüberflutungen vorbereitet?" Diese Frage soll ein "Hochwasser-Audit" beantworten, das vom Wasserwirtschaftsamt angeregt wurde und der Gemeinde Handlungsfelder und einen Maßnahmenkatalog für das weitere Vorgehen der Kommune aufzeigen soll. Der Gemeinderat Kirchlauter stimmte einem gemeinsamen Projekt mit der Gemeinde Ebelsbach zu.

Bürgermeister Karl-Heinz Kandler erinnerte eingangs an vergangene Starkregenereignisse, bei denen Keller voll liefen und das Hochwasser zu einem Problem wurde. Er führte dabei den Weiler der Passmühle vor ein paar Jahren an sowie auch den Ortskern von Neubrunn. Dazu komme, dass durch den Klimawandel immer häufiger Überflutungen und Starkregenereignisse auftreten würden.

Das Audit ermittelt laut Kandler den Stand und die Grenzen der vorhandenen Hochwasservorsorge und unterstützt Verwaltung und Bevölkerung dabei, sich gegen Überflutungen zu wappnen. Es behandle Handlungsfelder sowohl für Bach- und Flusshochwasser als auch für Sturzfluten infolge von Starkregen. Zwei Hochwasserexperten würden an zwei intensiven Arbeitstagen einen Katalog von Merkmalen mit Verantwortlichen wie Bürgermeister, Bauhofleiter, Feuerwehrkommandanten und weiteren Vertretern für Sicherheit und Ordnung erarbeiten.

Ziel des Audits sei es, für ganze Ortschaften die nichtbauliche Hochwasservorsorge gemeinsam mit den Verantwortlichen vor Ort zu analysieren und zu bewerten. Damit soll den Beteiligten die Möglichkeit gegeben werden, sich über ihre eigenen Hochwasserrisiken Klarheit zu verschaffen und daraus Verbesserungen der Hochwasservorsorge abzuleiten. Am Schluss sollen eine Bewertungsübersicht in tabellarischer und graphischer Form sowie eine "Hochwasservorsorge-Ampel" stehen.

Da auch die Gemeinde Ebelsbach ein solches Hochwasser-Audit zeitnah durchführt, plädierte die Verwaltung für ein gemeinsames Hochwasser-Audit, für das die Kosten bei 14 875 Euro liegen. Bei einer Fördersumme von 75 Prozent des Freistaats Bayern verbleibt für beide Gemeinden ein Eigenbetrag von 3718 Euro und für die Gemeinde Kirchlauter aufgrund ihrer Einwohnerzahl 959 Euro.

Aus dem Gremium kamen auch skeptische Stimmen. Uwe Derra erinnerte an das Jahrhunderthochwasser im Jahre 2013 und an die Starkregenfälle wie gehabt. Durch die Flurbereinigung sei in der Feldflur schon viel geschehen. Allerdings müssten auch die Rückhaltebecken instand gehalten werden. Hans-Jürgen Derra meinte, dass dies bei der Planung für weitere Siedlungsgelände von Vorteil sein könnte, während Steffen Kandler sich für die Ableitung von Oberflächenwasser im Bereich zukünftiger Bebauung hilfreiche Informationen versprach. Bei wenigen Gegenstimmen wurde die Durchführung des Audits beschlossen.

Umrüstung auf LED

Die Gemeinde Kirchlauter rüstet auch ihre Straßenbeleuchtung auf LED um, wozu das Bayernwerk ein Kostenangebot vorlegte. Für die 202 Brennstellen fällt ein Kostenbeitrag von 37 269 Euro an, dem zugestimmt wurde.

Das Gremium besichtigte eingangs zudem die Baustelle "Obere Wirtschaft", in welcher derzeit nach der Aufbringung des Außenputzes und Gestaltung des Fachwerkes der Innenausbau erfolgt. Die Gemeinde investiert hier 410 000 Euro und bekommt dazu vom Amt für ländliche Entwicklung 187 000 Euro an Fördergeldern. Außerdem beteiligt sich die "Dorfgemeinschaft Neubrunn" finanziell und mit Eigenleistung, insbesondere auch bei der Einrichtung.

Die Räte besichtigten außerdem den Fortschritt der Maßnahme beim Innenausbau, in dem vor allem die Statik ins Auge fiel, wo immense Stahlträger dem alten Gebäude seine Stabilität verleihen. Hier konnte man auch sehen, mit welchen Akustikplatten die Decken im Obergeschoss versehen werden, während im Untergeschoss und ehemaligen Gastraum Arbeiten in Eigenleistung erledigt wurden.

Erneut war die Bezuschussung von Saisonkarten für das Freibad Eltmann auf der Tagesordnung. Bürgermeister Kandler teilte hierzu mit, dass ab diesem Jahr die Saisonkarten zunächst voll bezahlt werden müssen und dann der Zuschuss bei der Verwaltung beantragt werden könne. Im vergangenen Jahr sei ein einziger Zuschuss beantragt und auch ausgezahlt worden. Der Gemeinderat beschloss folgende Bezuschussung: die Saisonkarte für Jugendliche kostet 30 Euro, dafür gibt es einen Zuschuss von zehn Euro durch die Gemeinde; Saisonkarten Erwachsener 45 Euro (Zuschuss zehn Euro); Familienkarte 80 Euro (Zuschuss 35 Euro).

Der Bürgermeister informierte die Anwesenden zudem über den Kanalanschluss des Ortsteils Pettstadt nach Kirchlauter. Wenn man die bestehenden Scheibentauchkläranlage sanieren würde, bekäme man pro Einwohner einen Zuschuss von 125 Euro pro Einwohner und damit 27 000 Euro.

Gebe man allerdings diese alte, kleine Kläranlage auf und schließe man den Ortsteil nach Kirchlauter an, bekäme man für den laufenden Meter 150 Euro und das wären bei 1305 Meter dann 195 000 Euro. Die Gemeinde habe eigentlich schon den Beschluss gefasst, den Ortsteil Pettstadt an Kirchlauter anzuschließen. Allerdings komme man dabei in Kirchlauter auch an die Kapazitätsgrenze. Außerdem wolle man jetzt auch für die Kanalsanierung in Kirchlauter entsprechende Förderanträge stellen und die Gemeinde müsse auf jeden Fall das Problem ihres Fremdwassers klären.

Weitere Diskussionen gab es dann auch zur Verpachtung von Grundstücken an Bürger, wobei Kandler darauf verwies, dass dies in seinem Verantwortungsbereich liege. Ein Bürger hatte den Wunsch nach Pachtung von Grundstücken eingebracht, weil er Futter für seine Rinder bräuchte. Auf der anderen Seite habe die Gemeinde Flächen verpachtet, welche die Pächter nicht für ihr Vieh, sondern für eine staatliche Prämie nutzten. Insbesondere Hans Jürgen Derra und Uwe Derra plädierten dafür, dass man doch die Flächen lieber an solche Landwirte geben sollte, die Futter aus solchen Flächen benötigten.

Autor

Günther Geiling
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Veröffentlicht am:
08. 07. 2020
17:14 Uhr

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Günther Geiling

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Veröffentlicht am:
08. 07. 2020
17:14 Uhr



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