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Hassberge

Anfragen bis aus München

Mehr Pflegeplätze, das ist auch der Wunsch der Pflegedienstleiterin im SPZ in Ebern. Beim Besuch der FW-Kommunalpolitiker berichtet sie von Anfragen aus der ganzen Region.



Die Heimband des SPZ an der Eberner Eiswiese hatte beim Besuch der Kommunalpolitiker gerade wöchentliche Probe.
Die Heimband des SPZ an der Eberner Eiswiese hatte beim Besuch der Kommunalpolitiker gerade wöchentliche Probe.  

Ebern - "Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben" - aus dem Gemeinschaftsraum hallen den Besuchern Lieder von den Beatles, den Ärzten, DJ Ötzi, Peter Maffay und eben auch von Jürgen Marcus entgegen. Die Heim-Band hat ihre wöchentliche Probe. Die Mitglieder der Freien Wähler (FWE), die an diesem Nachmittag zum Informations-Besuch ins sozialpsychiatrische Zentrum (SPZ) des Diakonischen Werkes Bamberg-Forchheim gekommen sind, werden gleich eingebunden, erst ins musische Schaffen und dann in die Arbeit der Einrichtung an der Eiswiese.

74 Bewohner

74 Bewohner werden in den Häusern an der Eiswiese und den Wohngruppen (auch in Allertshausen) von 50 Betreuer umsorgt. Alle Häuser und Wohnungen sind belegt. "Wir bräuchten mehr Pflegeplätze", erzählt Gaby Genslein, die Pflegedienstleiterin, den interessierten Kommunalpolitikern. "Wir bekommen Anfragen bis aus München." Aber die meisten der Bewohner stammen aus der Region, womit der Einzugsbereich der Bezirksklinik Werneck gemeint ist. Zwischen 18 und 90 Jahren sind die Betreuten alt.

"Es sind zumeist psychisch schwerkranke Menschen, denen wir mit Strukturen und geregelten Abläufen Halt geben", sagt Karolin Spörl, die Leiterin des Zentrums. Der Ansatz, Normalität zu leben, basiert auf einem familienähnlichen Konzept und Angeboten, wie der Musikgruppe, Theater-, Sport- und Bastelgruppen, aber auch der Übernahme kleinerer Arbeitsaufträge von Firmen aus der Nachbarschaft, was FWE-Vorsitzender Thomas Limpert aufmerksam aufnahm und sich sogleich die räumlichen Möglichkeiten zeigen ließ.

Und ein besonderer Ansatz wird umgesetzt, der des sozialpsychiatrischen Verbundes der Diakonie, der vom Haus der Eingliederungshilfe bis zur Langzeit-Einrichtung reicht, was in Einzelfällen auch den Auszug ins betreute ambulante Wohnen ermöglicht.

"Wer zu uns kommt, bleibt für lange Zeit", erklärt die Leiterin. Die Fluktuation bei Bewohnern wie Personal sei gering, wobei der Schwerpunkt auf Betreuung liegt. "Wir sind keine Therapeuten und keine therapeutische Einrichtung."

Als gute Entscheidung bewerten die beiden Leiterinnen auch in der Rückschau den Umzug vom Zeilberg nach Ebern. Gaby Genslein: "Die Lage ist optimal, am Rand der Stadt und doch schnell mittendrin."

Mitten im Stadtleben

Auch mittendrin im Stadtleben, wobei ein Förderverein für zusätzliche Kontakte und Impulse, etwa bei Ausflügen oder einheitlichen T-Shirts, sorgt. "Bei 30 Mitgliedern wären wir über weitere Unterstützer natürlich erfreut", warb Vereins- und FWE-Vorstandsmitglied Herbert Stang.

"Wir sind zufrieden, den Leuten geht’s saugut", zieht Karolin Spörl Bilanz, auch wenn immer wieder mal Feuchtigkeitsschäden auftreten. "Da gibt‘s andernorts viel schlimmere Umstände", ist sich die Thüringerin sicher. Bei der letzten Überprüfung des medizinischen Dienstes schnitt das SPZ mit der Gesamtnote 1,3 ab. Bei der Befragung der Bewohner gab’s sogar eine glatte 1,0.

Wertvolle Informationen und Anregungen habe man erhalten, lautete das Resümee der FWE-Gäste beim Abschied nach über zwei Stunden. Und beim nächsten Auftritt der Heim-Band wollen auch einige dabei sein.

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Veröffentlicht am:
15. 04. 2019
12:44 Uhr

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