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Hassberge

Arbeitnehmer profitieren vom milden Winter

Zum Ende des Jahres zeigte sich der Arbeitsmarkt in der Region Main-Rhön erneut stabil. Zwar ist die Arbeitslosigkeit leicht gestiegen; dies ist zu dieser Jahreszeit jedoch normal.



Das warme Klima hat auch sein Gutes: Ein Wintereinbruch hätte sicher zu mehr Arbeitslosmeldungen und somit Zugängen in die Arbeitslosigkeit, vor allem aus den witterungsabhängigen Berufsgruppen, geführt. Foto: Symbolbild
Das warme Klima hat auch sein Gutes: Ein Wintereinbruch hätte sicher zu mehr Arbeitslosmeldungen und somit Zugängen in die Arbeitslosigkeit, vor allem aus den witterungsabhängigen Berufsgruppen, geführt. Foto: Symbolbild  

Kreis Haßberge - Im Dezember waren 6875 Menschen in der region Main-Rhön arbeitslos gemeldet. Das teilt die Agentur für Arbeit in Schweinfurt mit. Aufgrund des milden Winterwetters ist die Arbeitslosigkeit leicht angestiegen. Im Gegensatz zum November wurden 203 arbeitslose Personen mehr gezählt. Betroffen von der Entwicklung waren zum größten Teil Männer, denn bei dieser Gruppe stieg die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem letzten Monat um 166 an. Der Grund für diesen Effekt liegt darin, dass überwiegend Männer in den witterungsabhängigen Berufen oder in der Herstellung und der Fertigung tätig sind. Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zum November leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 2,8 Prozent.

Lage in der Region

Die Arbeitslosigkeit ist im Landkreis Haßberge von November auf Dezember um 42 auf 1166 Personen gestiegen. Das waren praktisch genau so viele wie vor einem Jahr (-1). Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Dezember 2,3 Prozent; vor einem Jahr belief sie sich auf 2,4 Prozent. Dabei meldeten sich 424 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 20 mehr als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 382 Personen ihre Arbeitslosigkeit (-3). Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 5299 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Minus von 331 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem gegenüber stehen 5324 Abmeldungen von Arbeitslosen (-517). Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Dezember um 30 Stellen auf 752 gesunken; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 35 Arbeitsstellen weniger. Arbeitgeber meldeten im Dezember 96 neue Arbeitsstellen, 37 weniger als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 1531 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das eine Abnahme von 414.

"Neben der weiterhin günstigen konjunkturellen Situation, hat sicher auch die sehr milde Witterung im Dezember zu diesem geringen Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat beigetragen"stellt Klaus Seebach, der stellvertretende Leiter der Agentur für Arbeit Schweinfurt, fest. "Ein Wintereinbruch hätte sicher zu mehr Arbeitslosmeldungen und somit Zugängen in die Arbeitslosigkeit, vor allem aus den witterungsabhängigen Berufsgruppen, geführt. Darüber hinaus ist in einigen Branchen zum Jahresende ein geringerer Bedarf an Arbeitskräften üblich. Im Dezember laufen eine Vielzahl befristeter Arbeitsverträge aus, gerade in der Produktion und Fertigung sowie auch in den Branchen Verkehr und Logistik."

Verglichen mit dem Vorjahr stellt sich die Situation ähnlich dar. Im Dezember 2017 wurden 16 arbeitslose Menschen mehr gezählt. Die Arbeitslosenquote lag ebenso bei 2,8 Prozent. Die Bewegungszahlen auf dem Arbeitsmarkt in der Region sind weiterhin relativ hoch. 2128 Menschen konnten im Dezember ihre Arbeitslosigkeit beenden und 2.335 Arbeitnehmer mussten sich erstmals oder erneut arbeitslos melden. "Diese Bewegungszahlen zum Jahresende sind durchaus üblich. Damit schließen wir ein Jahr ab, das in unserer Region von Stabilität und von einer anhaltenden hohen Nachfrage nach Arbeitskräften geprägt war", resümiert Seebach.

Die Unterbeschäftigung vermittelt einen umfassenderen Eindruck über die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Diese beinhaltet neben den arbeitslosen Menschen auch Personen, die nicht als arbeitslos gelten, da sie sich beispielsweise in einer Weiterbildung befinden oder als Existenzgründer mit einem Gründungszuschuss gefördert werden. Bei Betrachtung der Unterbeschäftigung hat sich die Entwicklung am Arbeitsmarkt vom November auf den Dezember ebenfalls abgebildet.

Gegenüber dem Vorjahresmonat liegt die Quote jedoch deutlich besser. 10 097 Menschen waren im Dezember 2018 von Unterbeschäftigung betroffen, das waren 233 mehr als im November. Im Vergleich zum Dezember 2017 waren es allerdings 554 Personen weniger. Damals lag die Unterbeschäftigungsquote bei 4,3 Prozent. Aktuell sind es 4,0 Prozent. Ein wichtiger Bestandteil bei der Betrachtung der Unterbeschäftigung ist die Entwicklung der Teilnehmerzahlen in fremd geförderten Maßnahmen. Dies sind in der Regel Sprach- und Integrationskurse. Die Teilnehmerzahlen sind im Vergleich zum Vormonat mit einem Anstieg um 5 auf 703 nahezu unverändert. Im Dezember 2017 waren es noch 321 Teilnehmer mehr.

Die Zahl der Betriebe beziehungsweise Abteilungen, welche für ihre Arbeitnehmer Kurzarbeit angemeldet hatten, blieb gegenüber dem November mit 14 Betrieben auch im Dezember auf unverändert niedrigem Niveau. Allerdings stieg die Anzahl der betroffenen Arbeitnehmer im Dezember um 21 auf 128 Arbeitnehmer. Vor einem Jahr waren neun Betriebe beziehungsweise Abteilungen mit 43 Beschäftigten betroffen.

Im Dezember wurden in der Region Main-Rhön 546 arbeitslose Menschen mit Fluchthintergrund gezählt. Das entsprach 7,9 Prozent aller gemeldeten Arbeitslosen. Im November waren es 42 arbeitslose Menschen mit Fluchthintergrund mehr. Verglichen mit dem Vorjahr stellt sich die Situation ähnlich dar. Damals wurden 562Menschen mit Fluchthintergrund gezählt. Dies entsprach einem Anteil von 8,2 Prozent aller gemeldeten Arbeitslosen. "Geflüchtete treffen aktuell auf einen Arbeitsmarkt in guter Verfassung. Dennoch benötigt die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten im Durchschnitt länger als die von anderen Migrantengruppen. Das ist wenig überraschend, müssen die Geflüchteten doch im weitaus größerem Umfang Hürden überwinden", erläutert Seebach.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften war im Dezember leicht rückläufig. Im Berichtsmonat nahmen die Vermittlungsfachkräfte im gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und der Jobcenter 817 neue Stellenangebote an. Das waren 85 Stellenzugänge oder 9,4 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Mit 11 141 zugegangenen Stellen seit Jahresbeginn, wurde der bisher höchste registrierte Jahreswert im Dezember 2017 mit 11 986, verfehlt. Im Vergleich zum Vorjahr waren dies 845 (7 Prozent) weniger Stellenzugänge. Jobsuchende konnten in diesem Monat auf einen Bestand von 5337 freien Stellen zurückgreifen. Dies waren 98 Stellen weniger als im Vormonat, jedoch 343 Angebote (6,9 Prozent) mehr als im Dezember 2017. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum befanden sich in nahezu allen Branchen mehr offene Stellen im Bestand. "Die zukünftigen Herausforderungen gehen in Richtung der Gewinnung von ausreichend qualifizierten Fach- und Nachwuchskräften", teilt Seebach mit.

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04. 01. 2019
20:48 Uhr

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04. 01. 2019
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