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Hassberge

Aus Schloss Gleusdorf wird das "Haus im Park"

Mit neuem Namen und neuem Träger startet das Seniorenheim einen Neuanfang. Nach einem turbulenten Jahr soll Ruhe einkehren - bevor bald die Bagger anrücken.



Der Himmel lacht wieder über der Seniorenresidenz im Itzgrund: Seit 1. Dezember hat die MCC Seniorenresidenz Duisburg GmbH die Trägerschaft übernommen und startet optimistisch mit vielen Plänen in die Zukunft. Auch ein Neubau, von der B 4 aus nicht ersichtlich hinter dem Schloss, soll kommen.	Fotos: Kaufmann
Der Himmel lacht wieder über der Seniorenresidenz im Itzgrund: Seit 1. Dezember hat die MCC Seniorenresidenz Duisburg GmbH die Trägerschaft übernommen und startet optimistisch mit vielen Plänen in die Zukunft. Auch ein Neubau, von der B 4 aus nicht ersichtlich hinter dem Schloss, soll kommen. Fotos: Kaufmann   » zu den Bildern

Untermerzbach/Gleusdorf - Idyllisch liegt Schloss Gleusdorf im Itzgrund, eine geradezu herrschaftliche Ruhe strahlt das alte Gebäude aus, wenn man es von der B 4 aus mitten im Grünen thronen sieht. Ruhe soll auch wieder einkehren, nachdem eine bewegte Zeit hinter Bewohnern, Angehörigen und Belegschaft liegt. Noch nicht ganz vorbei ist der Rechtsstreit vor dem Landgericht Bamberg, wo sich seit Juli der ehemalige Heimleiter, der ehemalige Pflegedienstleiter und ein Mediziner wegen Totschlags durch Unterlassen verantworten müssen. Das Verfahren soll am 8. Januar 2020 fortgesetzt werden. Dennoch geht das Jahr friedlich und hoffnungsvoll zu Ende: Seit 1. Dezember hat die MCC Seniorenresidenz Duisburg GmbH (ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der MCC Deutschland GmbH) das Haus offiziell übernommen, nachdem seit Anfang Oktober bereits die Geschäftsführung in den Händen der MCC lag.

Den Neuanfang begleitet das Landratsamt Haßberge mit dem Team von Peter Friedrich von der Fachstelle für Pflege- und Behinderteneinrichtungen - Qualitätsentwicklung und Aufsicht (kurz "FQA" und früher schlicht "Heimaufsicht") in enger Zusammenarbeit, und zwar "weit über das übliche und geforderte Maß hinaus", wie Landrat Wilhelm Schneider beim Pressetermin am Dienstag in Untermerzbach gesteht. Doch dies solle einem konsequenten Neustart dienen, sodass die Bewohner in ihrer gewohnten Umgebung verbleiben können. 2018 hatte das Landratsamt der Seniorenresidenz die Betriebsuntersagung aussprechen müssen, nachdem sich "trotz intensivster Bemühungen, Unterstützung und Kontrollen", so der Landrat, die Ergebnisqualität in der Einrichtung nicht habe verbessern lassen. Den sofortigen Vollzug konnte der Trägerwechsel aufhalten, Aufnahmestopp für neue Bewohner gilt noch immer.

Doch nicht mehr lange, wie MCC-Gesellschafter Martin von Endredy und sein Geschäftsführer Thomas Oertner hoffen: Sind erst einmal die Qualitätsstandards der MCC auf die Einrichtung übertragen und von der Qualitätsaufsicht am Landratsamt positiv bescheinigt, wird die Betriebsuntersagung durch das Amt nicht weiter verfolgt, der Aufnahmestopp aufgehoben und ein geordneter Betrieb möglich. Startschuss dafür ist seit Montag erst einmal die erfolgreich erfolgte Übernahme der Versorgungsverträge, und zwar rückwirkend zum 1. Dezember. Mit dem Neuanfang kommt auch ein neuer Name. Aus der in die Schlagzeilen geratenen "Seniorenresidenz Schloss Gleusdorf" wird "MCC Haus im Park". Ein Name, der Programm sein soll. "Haus ist für uns der Begriff für ein wohnliches Zuhause, das wir unseren Bewohnern bieten", formuliert Erika Vogel, bei MCC für die Betriebssparte verantwortlich: "Die Bezeichnung Park trifft die Lage der Einrichtung und steht für Natur und Ruhe."

Die MCC Deutschland GmbH ist mit ihren Tochterunternehmen in der Projektentwicklung und im Betrieb von Sozialeinrichtungen tätig. Die zu 100 Prozent der Schweizer MCC Beteiligungs-AG von Martin von Endredy zugehörige Firmengruppe hat bisher in Sachsen, Niedersachsen und NRW in eigene Projekte investiert und in NRW auch erste Betriebe übernommen und erfolgreich weitergeführt. Der Einstieg in den Betrieb von Schloss Gleusdorf ist laut Geschäftsführer Thomas Oertner ein "erster Schritt einer Expansion nach Bayern". Die MCC habe einen eigenen Stab von Experten, ob für Betrieb, Recht, Architektur, Bau oder Steuern, um sich auf schwierige Projekte zu spezialisieren.

Auf das Objekt in Unterfranken aufmerksam gemacht wurde man übrigens aus dem Umfeld der früheren Eigentümer. "Wir waren dann in Gleusdorf, haben uns umgesehen und mit dem Personal gesprochen - und hatten vom ersten Tag an einen positiven Eindruck", schwärmt Thomas Oertner von den Mitarbeitern, "die in schwierigen Zeiten eine exzellente Arbeit geleistet haben". Am Montag habe man bereits eine kleine Belegschafts-Weihnachtsfeier zusammen abgehalten - mit reger Teilnahme, wie der Geschäftsführer erfreut registrierte: "Ich habe selten eine so gelöste Atmosphäre erlebt."

Sichtlich erleichtert ist auch Untermerzbachs Bürgermeister Helmut Dietz, der auf ein "stark emotionales Jahr" in Sachen Gleusdorf zurückblickt, in dem man schon kurz vor dem "worst case" stand - das Personal habe kurz vor dem Streik gestanden und gedroht, das Haus zu verlassen. Gemeinsam mit dem Landrat freute sich Dietz nun umso mehr "über die gute Lösung für Bewohner und Belegschaft". Gleiches gelte für die überaus konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit unter allen Beteiligten.

Im neuen Jahr sollen dann auch Planungen für einen Anbau beendet und ein entsprechender Bauantrag eingereicht werden. Demnach werden künftig 91 Plätze, "die allen geltenden Vorschriften entsprechen und eine moderne Pflege und Betreuung gewährleisten" vorhanden sein. Aktuell sind 38 Bewohner in der Einrichtung untergebracht. Platz genug gibt es auf dem 1,9 Hektar großen Anwesen, auch wenn ein nicht unerheblicher Teil in den Itzgrundwiesen im Hochwassergebiet liegt. Freilich geschieht ohnehin alles in Absprache mit dem Denkmalschutz, versichern von Endredy und Oertner. Die idyllische Frontansicht, die sich dem Besucher schon weit von der Bundesstraße aus bietet, soll etwa nicht betroffen sein: Der Neubau ist quasi hinter dem Gebäude und auf niedrigerem Niveau geplant. Für den Bestand ist vom Landratsamt eine Übergangsfrist bis 2025 eingeräumt, doch die wolle man nicht ausnutzen, sagt Thomas Oertner: Man gehe davon aus, dass die Antrags- und Genehmigungsverfahren 2020 laufen und etwa Ende 2021 mit dem Neubau begonnen werden könne.

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Tanja Kaufmann

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Veröffentlicht am:
10. 12. 2019
18:46 Uhr

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Tanja Kaufmann

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10. 12. 2019
18:46 Uhr



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