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Hassberge

Aus dem Protest wuchs Freundschaft

Ermershausen und Unterammergau besiegelten ihre Partnerschaft. Aber der gemeinsame Kampf gegen die Zwangsreform verbindet nicht nur sie.



Die Städtepartnerschaft zwischen Unterammergau und Ermershausen ist besiegelt. Die beiden Schilder an den Ortseingängen werden künftig von der Gemeindepartnerschaft berichten. Foto: Schmidt
Die Städtepartnerschaft zwischen Unterammergau und Ermershausen ist besiegelt. Die beiden Schilder an den Ortseingängen werden künftig von der Gemeindepartnerschaft berichten. Foto: Schmidt   » zu den Bildern

Ermershausen - Zwischen den Gemeinden Ermershausen und Unterammergau bestehen schon seit 40 Jahren über ihre Jugendgruppen enge Verbindungen. Sie mündeten am Samstag in eine Gemeindepartnerschaft (wir berichteten). Über hundert Unterammergauer mit Bürgermeister Alfred Schärfl und Landrat Anton Speer kamen in die Haßberge, um gemeinsam die Freundschaft zu feiern.

Nachdem sich alle im Gästebuch der Gemeinde verewigt hatten, begann der eigentliche Festakt im Zelt am Feuerwehrgerätehaus. Durch das Programm führte Gemeinderat Stefan Lüdecke in seiner humorvollen Art. Manche Anekdote aus den 40 Jahren wurde von den vielen Gästen mit Riesenapplaus bedacht.

Bürgermeister Pfeiffer hob in seiner Festrede hervor, dass die Verbindung mit Unterammergau schon Jahrzehnte besteht und aus dem gemeinsamen Kampf um die Selbstständigkeit bei der Gemeindegebietsreform in den siebziger Jahren entsprungen ist. Dass sich der lange und beeindruckende Freiheitskampf mit Bürgermeister Adolf Höhn an der Spitze gelohnt, wisse man heute. Der traurige Polizeiüberfall am 19. Mai 1978 und der lange Freiheitskampf haben sich im Nachhinein zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt, sagte Bürgermeister Pfeiffer.

Heute bestünde mit dem Markt Maroldsweisach eine sehr gute nachbarschaftliche Beziehung in allen Bereichen. Vergangenes Jahr beschlossen beide Gemeinderäte aus Ermershausen und Unterammergau, eine Gemeindepartnerschaft einzugehen und damit die freundschaftliche Verbindung auf die nächste Stufe zu stellen.

Helene Lutz aus Dippach und Ludwig Hutter aus Unterammergau, Leute der ersten Stunde, ließen die 40 Jahre Revue passieren und erhielten dafür lang anhaltenden Applaus. Der Bürgermeister aus Unterammergau, Michael Gansler, bekräftigte nochmals die 40-jährige Freundschaft unter den Jugendlichen und zitierte "wer die Jugend hat, hat die Zukunft". Durch das gemeinsame Schicksal wurden die beiden Gemeinden aufeinander aufmerksam und aus Solidarität und gemeinsamen Aktionen gegen das Unrecht wurde schnell eine Freundschaft, die bis heute besteht, erklärte Bürgermeister Gansler. Möge unsere Gemeindepartnerschaft mit ihren vielerlei Verbindungen weiterhin bestehen und auch auf kommunaler Ebene Früchte tragen. Mit den Unterschriften der beiden Bürgermeister unter die Partnerschaftsurkunde wurde die Verbindung offiziell besiegelt. Darauf konnte leicht angestoßen werden, denn von verschiedenen Seiten wurden 400 Maß Bier gespendet.

Grußworte kamen dann noch von Landrat Anton Speer vom Landkreis Garmisch-Partenkirchen, auch einer der ersten Stunde. Er berichtete von vielen Erlebnissen in der langen Zeit und begrüßte seinen Freund Robert Höhn. Es ist vollbracht, meinte Speer. In den vergangenen 40 Jahren sei viel passiert, der Kampf habe sich aber in vieler Hinsicht gelohnt. Landrat Wilhelm Schneider, während der Zwangseingemeindung Gemeinderat und später Bürgermeister von Maroldsweisach, ist derweil mit Speer befreundet. Er zitierte Schriftsteller Hermann Hesse: "Wo befreundete Wege zusammenlaufen, da sieht die ganze Welt für eine Stunde wie Heimat aus".

Autor

Gerhard Schmidt
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Veröffentlicht am:
17. 09. 2019
00:00 Uhr

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Autor

Gerhard Schmidt

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Veröffentlicht am:
17. 09. 2019
00:00 Uhr



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