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Hassberge

Beim Thema Tower herrscht dicke Luft

Eine hitzige Diskussion mit vielen Zahlen gab es im jüngsten Ausschuss für Arbeit, Wirtschaft und regionale Entwicklung. Dabei war ein Mitglied bis zum Schluss nicht zu überzeugen.



Herbstliche Stimmung am Verkehrslandeplatz Haßfurt-Schweinfurt mit dem Tower.
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Haßfurt - Die Anpassung und Erhöhung des jährlichen Betriebskostenzuschusses für den Verkehrslandeplatz Haßfurt-Schweinfurt GmbH führte in der Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Wirtschaft und Regionale Entwicklung doch wie erwartet zu einer größeren Diskussion. Während die große Mehrheit die infrastrukturelle Bedeutung der Einrichtung für die Region unterstrich, wollten andere eine betriebswirtschaftlichere Ausrichtung und größere Beteiligung aus Richtung Schweinfurt. Nur ein Kreisrat verweigerte dem Beschluss nicht zuletzt aus Umwelt- und Klimaschutzgründen seien Zustimmung. Bei einer Gegenstimme gewährte das Gremium ab dem Haushaltsjahr 2019 bis 2023 einen jährlichen Betriebskostenzuschuss in Höhe von 50 000 Euro.

Landrat Wilhelm Schneider (CSU) stellte eingangs fest, dass es letztlich um die Frage gehe, wie wichtig diese Infrastruktureinrichtung für die Region sei. Alles andere baue auf der Beantwortung dieser Frage auf. Seit dem Jahre 2003 habe der Landkreis Haßberge der Verkehrslandeplatz Haßfurt-Schweinfurt GmbH einen jährlichen Betriebskostenzuschuss von 25 000 Euro gegeben. Die Liquidität der GmbH benötige aber nun mehr Kapital und eine Verdoppelung des Zuschusses von 25 000 Euro auf 50 000 Euro sowie für das Jahr 2019 einmalig einen Zuschuss von 30 000 Euro für Erhaltungsaufwendungen an der Start-/Landebahn und Dachsanierungen an Gebäuden. Von den Gesellschaftern habe die Stadt Haßfurt ihren Beschluss schon gefasst und nun sei der Landkreis am Zug. Der dritte Gesellschafter, die Stadt Schweinfurt, wollte ihren Beschluss abhängig von den ersten beiden Gesellschaftern fassen. Kreiskämmerer Marco Fröhlich ging kurz auf die Finanzdaten ein, bevor dann der Geschäftsführer der Verkehrslandeplatz GmbH, Günter Mendel, die Situation aufzeigte.

"Der Verkehrslandeplatz ist aber als Infrastruktureinrichtung der Region von großer Bedeutung. Sie lässt sich beim Vergleich der Flugzeugbewegungen mit Nachbarplätzen erkennen und zeigt deutlich, dass Haßfurt-Schweinfurt hier weiterhin eine Spitzenposition einnimmt", betonte Günter Mendel. Der Verkehrslandeplatz liege im Jahr 2017 mit 12 100 Flugbewegungen (davon nur 230 Segelflugzeuge) an der Spitze vor Bamberg mit 11 692 (4028), Bayreuth mit 10 668 (3946), Coburg-Brandenstein mit 10 464 (1316), Giebelstadt mit 8822 (4042) und Hof-Plauen mit 5930 (182). Im Jahre 2018 sei man bis zum 25. Oktober schon bei 14 112 Flugbewegungen. Der Geschäftsführer zeigte dabei einige Geschäftsflüge auf. Auch Polizei, Rettungsdienste und Streitkräfte flögen den Platz regelmäßig an. Er werde von den Haßbergkliniken auch als Hubschrauberlandeplatz für den Transport von Organtransplantaten genutzt und habe damit auch für die medizinische Versorgung eine gewisse Bedeutung. Außerdem finde Sprungbetrieb statt und sogar der Zeppelin von ZF sei im September hier gewesen. Hierzu gebe es Überlegungen, ob dies nicht auch zukünftig einmal im Jahr so sein werde.

Das Jahresergebnis 2017 der GmbH bezifferte Geschäftsführer Mendel mit Minus 48 971 Euro. Es hätten sich durch die Umwandlung der Luftraumstruktur und die Aufrechterhaltung des Instrumentenflugbetriebes einfach höhere Kosten ergeben. So fielen für die turnusmäßige Hindernisvermessung rund 20 000 Euro an, es gebe auch zwingende jährliche Kosten für Wartungsverträge wie für Befeuerung, CNS-Provider, Notstromaggregat und auch jährliche Fort- und Weiterbildungskosten für das Personal.

Kreisrat Thomas Stadelmann (SPD) eröffnete die rege Diskussion und erinnerte auch an den Zuschuss durch die IHK in Höhe von 50 000 Euro, was auch wegen der gewerblichen Nutzung geschah. Er fragte aber konkret nach dem Beitrag der gewerblichen Nutzer, wie die Unternehmer aus dem Landkreis Haßberge ihn beanspruchten und wie der Stand der Verhandlungen mit der Stadt Schweinfurt sei. "Wenn Schweinfurt mehrheitlich den Flugplatz nutzt, muss Schweinfurt auch mehr oder stärker an den Kosten beteiligt werden." Kreisrat Paul Hümmer (SPD) sprach die betriebswirtschaftliche Bedeutung an und meinte "wir haben große Investitionen getätigt für Konzerne in Schweinfurt" und "für mich hat der Verkehrslandeplatz auch eine umweltpolitische Dimension. Nach den Umwelt- und Klimazielen muss der Flugverkehr eingeschränkt werden". Er werde deswegen seine Zustimmung nicht erteilen.

Gerhard Zösch (CSU) fand es interessant, wie unterschiedlich die Meinungen des dritten Bürgermeisters von Sand, Paul Hümmer, und ihm als zweitem Bürgermeister sein können. Er sage ja zu dieser Infrastruktureinrichtung, "die für die Region lebenswichtig ist. Beim Betrachten der Vergleichszahlen hat der Verkehrslandeplatz mit über 14 000 Flugbewegungen seine Daseinsberechtigung und auch mit 50 000 Betriebskostenzuschuss liegen wir im Vergleich mit anderen Landkreisen noch sehr günstig."

Landrat Wilhelm Schneider meinte abschließend, dass man nichts Neues schaffen wolle. "Es geht vielmehr um die Frage, ob wir einen Standortvorteil aufgeben wollen. Wir wollen weiterhin den Verkehrslandeplatz als Standortvorteil für unseren Landkreis und Haßfurt. Vielleicht siedelt sich auch die eine oder andere Firma deswegen an." Bei den Gebühren habe man schon angepasst, müsse aber auch auf den Vergleich mit Nachbarlandeplätzen achten.

Bei einer Gegenstimme von Paul Hümmer wurde der Beschlussvorschlag mit Erhöhung des jährlichen Betriebskostenzuschusses auf jeweils 50 000 Euro für fünf Jahre und einer einmaligen Zuweisung zu den Unterhaltungskosten für Start- und Landebahn in Höhe von 30 000 Euro angenommen.

Autor

Günther Geiling
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
06. 11. 2018
17:48 Uhr

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Günther Geiling

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Veröffentlicht am:
06. 11. 2018
17:48 Uhr



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