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Hassberge

Berge von Holz in der Landschaft

Holz in Quarantäne: Um der Vermehrung von Schädlingen vorzubeugen, müssen befallene Stämme mit einem Sicherheitsabstand zur nächsten Fichte gelagert werden.



Gewaltige Holzbolter, wie hier im Frauengrund bei Ebern weisen darauf hin, dass ein Überangebot von Holz vorhanden ist, welches den Waldschädlingen und der Trockenheit geschuldet ist. Foto: Helmut Will
Gewaltige Holzbolter, wie hier im Frauengrund bei Ebern weisen darauf hin, dass ein Überangebot von Holz vorhanden ist, welches den Waldschädlingen und der Trockenheit geschuldet ist. Foto: Helmut Will   Foto: Helmut Will

Ebern - Der nachhaltigen Bewirtschaftung der Forstwirtschaft, heißt, es wird dem Wald nur so viel Holz entnommen wie nachwächst, kamen in den letzten Jahren die Trockenheit und die Waldschädlinge, wie z.B. der Borkenkäfer in die Quere. Allerorts, wie hier im Frauengrund bei Ebern, sind riesige Holzstapel zu sehen, die zwischen vier und sechs Metern hoch sind.

Dieses Holz ist in "Quarantäne", wie ein Schild der Bayerischen Staatsforsten ausweist. Auf einem Trockenlager außerhalb des Waldes sind die Fichtenstämme aus Grund des Waldschutzes zwischengelagert und warten auf ihre Käufer. Das Interesse dieser ist allerdings bei dem Überangebot nicht besonders groß. Wie lange die Stämme auf ihre Abholung und Verwertung warten müssen, kann man nicht genau sagen. So sechs bis sieben Monate wird es wohl sein. Grund für dieses aufwendige Verfahren ist, wie Forstamtsrat Wolfgang Gnannt auf Anfrage mitteilte, dass der Borkenkäfer, genauer gesagt die Arten Buchdrucker und Kupferstecher, die den Fichten in den Wäldern das Leben schwer machen, sich nicht weiter ausbreiten. Um einer Massenvermehrung vorzubeugen, müssen befallene Stämme mit einem Sicherheitsabstand von mindestens 500 Metern zur nächsten Fichte gelagert werden.

Am sichersten ist es, wie hier geschehen, das befallene Holz aus dem Wald zu holen und auf Lagerplätzen weitab von Fichtenbeständen zu lagern. "Durch diese aufwendige Lagerung schützen wir den Wald vor flächigem Absterben, ohne dabei Chemikalien einsetzen zu müssen", so der Forstmann. Er weist darauf hin, was auch ein Schild an den Holzstapeln kundtut, das es untersagt ist die Lagerplätze zu betreten, oder gar auf die gelagerten Stämme zu klettern. Auch in der ehemaligen Kaserne, auf dem Parkplatz des ehemaligen Panzeraufklärungsbataillons 12, sind Stämme der Stadt Ebern gelagert, die auf dem stark befallenen Plateau des Losberges entnommen werden mussten.

Autor

Helmut Will
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Veröffentlicht am:
23. 08. 2019
14:12 Uhr

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Berge Borkenkäfer Forstwirtschaft Holz Landschaften Schädlinge Staatsforsten Wald und Waldgebiete Waldschutz
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Helmut Will

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Veröffentlicht am:
23. 08. 2019
14:12 Uhr



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