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Beste Noten für den Neubau

Das hört man gern und vor allem nicht oft: Der Neubau des Gymnasiums in Ebern liegt nicht nur voll im Zeit-, sondern auch im Kostenplan. Möglicherweise sogar noch darunter.



Fast aus dem Grünen heraus erhebt sich hier der dreistöckige Neubau des "Friedrich-Rückert-Gymnasiums" (links) neben der Mensa (rechts).
Fast aus dem Grünen heraus erhebt sich hier der dreistöckige Neubau des "Friedrich-Rückert-Gymnasiums" (links) neben der Mensa (rechts).   » zu den Bildern

Ebern - "Am neuen Gymnasium hat sich viel getan. Der Rohbau steht und der Terminplan passt. Dabei sind wir auch noch im Kostenrahmen, sogar darunter." Dies erfreuliche Feststellung traf Landrat Wilhelm Schneider, als er sich mit den Mitgliedern des Ausschusses für Bau und Verkehr ein Bild vom Fortschritt der großen Baustelle des Neubaues des Friedrich-Rückert-Gymnasiums in Ebern machte und dabei auch das Ziel formulierte, dass man den ersten Bauabschnitt mit Beginn des Schuljahres 2021/22 in Betrieb nehmen wolle.

"100 Prozent lassen sich nicht durch Homeschooling leisten"

Schulleiter Pöhner nutzte die Gelegenheit, eingangs auf Corona-Situation in der Schule einzugehen. So sei derzeit immer die Hälfte der Schüler jeder Klasse hier, während die anderen im "Homeschooling" zu Hause seien. Seit vor Pfingsten gelte dies nun für alle Schüler.

Einen besonderen Dank sprach Pöhner dem Landkreis aus, der es schon vor drei Jahre der Schule ermöglicht habe mit dem "office 350 education" zu arbeiten. Mit Hilfe dieses Programms könne man nun seit Ostern auch Videokonferenzen mit den Schülern schalten und den Unterricht aufrechterhalten. Diese Investition habe sich gerade jetzt in der Coronakrise sehr positiv bemerkbar gemacht.

Der Schulleiter ging auf die vielen aktuellen Vorgänge in der Führungsebene der Schule ein, wo sich fast alle fünf Minuten etwas ändere. "Ich hoffe sehr, dass es im September wieder normal weiter geht. Derzeit können wir nach meiner Einschätzung 70 bis 80 Prozent des Lernpensums bewältigen. 100 Prozent lassen sich einfach nicht über Homeschooling leisten."

Derzeit besuchten 620 Schüler in 29 Klassen die Schule. Darauf sei auch das Raumprogramm abgestellt und zum Glück konnte man die Einführung des G 9 im laufenden Planverfahren noch mit aufnehmen. Natürlich lasse sich die zukünftige Entwicklung der Schülerzahlen trotzdem schwer abschätzen. gg

 

Unter den Mitgliedern des Ausschusses waren auch einige Kreistags-Neulinge, die mit der Besichtigung das erste Mal auf der Baustelle waren. Für sie sei die Besichtigung vor Ort ganz wichtig, meinte Landrat Schneider, der auch Schulleiter Martin Pöhner für die bisherige gute Zusammenarbeit in der Planung und jetzt während der Bauausführung seinen besonderen Dank aussprach. Martin Pöhner wiederum gab seiner Freude Ausdruck, dass die Zusammenarbeit mit dem Landratsamt sowie dem Planungsbüro Baur&Consult so gut funktioniere und viele Wünsche aus dem Schulbereich aufgegriffen werden. In diesem Zusammenhang stellte er die flexible Nutzung der Pausenhalle als besonders gelungenes Werk heraus.

 

Dann ging es aber mitten in die Baustelle, wo derzeit Fachfirmen an sechs Gewerken arbeiten. Schon äußerlich fällt auf, dass die Außenmauern nicht wie bisher üblich in Betonbauweise durchgeführt wurden. Vielmehr sieht man die Außenwände aus einem einschaligen wärmegedämmten Poroton-Mauerwerk errichtet, während die Innenwände aus Halbfertigteilen mit Kernbeton gefertigt sind.

Projektleiter Jochen Hinz vom Architekturbüro Baur & Consult führte dann durch die Räume der drei Stockwerke und informierte über die vielen Installation, die von oben unter die Decke gezogen würden. Dadurch bestehe auch später die Möglichkeit, weitere Leitungen nachzuziehen. Man wisse ja nicht, was in späteren Jahren noch an neuen Maßnahmen dazukommen könnte.

Im Erdgeschoss wird dann die Schulverwaltung sitzen und auch das Lehrerzimmer mit "Silentiumraum" schließen sich dort an. In den beiden Obergeschossen sind die Klassenräume, die alle an den Außenwänden lägen wie um einen Kern. In diesem Kern soll dann das pädagogische Konzept der "Lernlandschaften" verwirklicht werden als eine Art "Marktplatz" für die Schüler mit Bücherregalen, Schülerarbeitsplätzen, PC und modernen Medien. Natürlich seien dann auch alle Klassenräume mit Whiteboard-Tafeln, aber auch konventionell ausgerüstet und überall könne man auf WLAN zurückgreifen. Die Schüler können dann aus ihrem Klassenzimmer zu Gruppenarbeitsaufträgen herauskommen und danach wieder in ihre Klasse zurückgehen. "Diese pädagogische Methode der Freiarbeit fördert die Selbständigkeit der Schüler und ich freue mich, dass es gelungen ist, diese Lernbereiche hinzubekommen," betonte Oberstudiendirektor Martin Pöhner. Dazu werde man auch alle 5. Klassen um den "Lernmarktplatz" herum platzieren.

Von der Pausenhalle im Erdgeschoss hat man den Blick bis hinauf in das "Dach", das gerade über dieser Pausenhalle als großes Fachfenster ausgeführt ist und eine schöne Raumatmosphäre in den dreistöckigen Innenraum wirft. Projektleiter Jochen Hinz zeigte mit Stolz auf diese 4 Elemente des großen Dachfensters mit einer Fläche von 9 mal 8 Metern. "Schon der Rohbau wurde exakt auf dieses Maß hin geplant, während es ja auf dem Bau meist andersrum geschieht und erst hinterher die Öffnung mit Konstruktionen geschlossen wird." Damit habe man einen schönen Lichteinfall in das ganze Haus, es gebe Öffnungsflügel für Lüftung und Entrauchung und hierüber finde auch der Luftaustausch statt.

Die Kreisräte interessierte natürlich auch das Dach, nachdem man in den letzten Jahrzehnten viele Flachdächer auf Kreisgebäuden sanieren musste. Jochen Hinz sprach zwar auch von einem Flachdach mit einer Neigung von zwei Prozent, aber es sei schon ein "spezielles Dach, bei dem die aufgelegten Dämmmodule miteinander zu einem einzigen Körper verklebt sind".

Nun soll in den kommenden zwölf Monaten der Innenausbau erfolgen, der ja schon im Gange ist. Wenn das Gebäude dieses ersten Bauabschnittes dann bis zum nächsten Schuljahr im September 2021 fertiggestellt ist, sollen die Klassen vom Altbau in diesen Neubau ziehen. Anschließend wird das bisherige Bestandsgebäude abgebrochen werden, um den nächsten Bauabschnitt anzugehen. Insgesamt fünf Jahre Bauzeit hat man eingeplant, bis der mit rund 28 Millionen Euro geplante Neubau dann völlig fertiggestellt ist.

Erfreulicherweise läuft bisher alles nach Plan. Weiteren Wünschen wie mit der Turnhalle oder auch einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach begegnete Landrat Wilhelm Schneider mit den Worten: "Wenn wir auch weiterhin im Kostenrahmen bleiben und wenn wir dann noch Geld haben. Wir liegen zwar noch gut bei den Kosten, sind aber erst beim ersten Bauabschnitt und wissen nicht, welche Überraschungen noch auf uns zukommen können."

Autor

Günther Geiling
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
02. 07. 2020
13:14 Uhr

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Günther Geiling

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Veröffentlicht am:
02. 07. 2020
13:14 Uhr



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