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Hassberge

Biotop des Zusammenlebens

Nach fünf Jahren ist der Umbau im Haus Sankt Bruno abgeschlossen. Jetzt sind Seniorenheim, Sozialstation und Suchtberatung unter einem Dach.



In luftiger Höhe freuen sich die Beteiligten über das neue Haus Sankt Bruno. Von links: Johannes Simon (Vorsitzender Caritas Haßberge), Anke Schäflein (Geschäftsführerin Caritas Haßberge), Hubert Grauer (Liegenschaftsabteilung Diözesan-Caritasverband Würzburg), Silja Wiener und Gernot Meyer (beide Architekturbüro Wiener) und Dekan Stefan Gessner.	Fotos: Christian Licha
In luftiger Höhe freuen sich die Beteiligten über das neue Haus Sankt Bruno. Von links: Johannes Simon (Vorsitzender Caritas Haßberge), Anke Schäflein (Geschäftsführerin Caritas Haßberge), Hubert Grauer (Liegenschaftsabteilung Diözesan-Caritasverband Würzburg), Silja Wiener und Gernot Meyer (beide Architekturbüro Wiener) und Dekan Stefan Gessner. Fotos: Christian Licha   » zu den Bildern

Haßfurt - Ein "Biotop des Zusammenlebens unterschiedlicher Lebenswelten" ist mit dem komplett sanierten Haus Sankt Bruno in Haßfurt entstanden. Johannes Simon, der Vorsitzende des Kreis-Caritasverbandes Haßberge, bezeichnete im Rahmen einer Pressekonferenz am Freitag die Einrichtung als Markenartikel, der schon immer einen guten Ruf hatte und sich nun weiterentwickelt hat.

Bischof kommt

Am 17. September wird das Haus Sankt Bruno durch Bischof Dr. Franz Jung feierlich gesegnet. Mit geladenen Gästen wird auch ein Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche gefeiert.

Für die Bevölkerung gibt es am 21. September einen "Tag der offenen Tür" mit einem umfangreichen Begleitprogramm und Gottesdienst in der Hauskapelle.


Mit Caritas und Kirche wurde hier etwas zusammengeführt, was zusammen gehört. In der Promenade 37 ist nun das Caritas-Seniorenheim, die Caritas-Sozialstation zusammen mit der Suchtberatung, dem sozialpsychiatrischen Dienst, der Ehe-, Familien- und Lebensberatung genauso unter einem Dach, wie dem Sozialdienst katholischer Frauen, der Betriebsseelsorge der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) und dem Malteser Hospizdienst. Von kirchlicher Seite aus ist die Familienseelsorge des Dekanats Haßberge, die Öffentlichkeitsarbeit der Pfarrgemeinden und der Pfarrbriefservice untergebracht.

Ebenso hat der Dekan und der Dekanatsreferent ihre Büros in dem Haus und ein Orgelsaal der "Kirchenmusik in den Haßbergen" befindet sich im Dachgeschoss. Platz für Begegnung bietet neben dem Innenhof die neu eingerichtete Cafeteria im Eingangsbereich. Eine ganz neue Gestaltung hast die Hauskapelle erfahren. In diesem Raum des Gebets, in dem auch die bisherige Marienstatue und die Kreuzwegbilder untergebracht sind, wird die Pfarrei Haßfurt regelmäßig Gottesdienst abhalten. Auch die Bevölkerung darf diese natürlich besuchen. Für Gläubige, die ihr Zimmer im Seniorenheim nicht verlassen können, ist eigens eine Videoübertragung installiert worden.

Insgesamt bietet die neugestaltete Senioreneinrichtung Platz für 80 Menschen. Mit einem neuen Wohnkonzept werden diese in vier Gruppen untergebracht. Diese tragen Namen, mit denen sich die Bewohner identifizieren können: Maintal, Haßberge, Steigerwald und Heilige Länder. Caritas-Kreisgeschäftsführerin Anke Schäflein kennt das Sankt Bruno bereits seit ihrer Kindheit und war immer in ihrem Leben präsent. Damals lebte ihre Oma Klara dort, heute lebt ihr Vater Bertold dort. Die Altenhilfe hat Schäflein schon immer fasziniert, aber erst mit ihrem beruflichen Engagement befasste sie sich tiefer mit dieser Materie.

400 Gesetze und Verordnungen machen die Altenhilfe zu dem am stärksten regulierten Bereich in Deutschland, so Schäflein. Die Geschäftsführerin vermutet, dass dies deshalb so ist, weil viele Bürger der Altenhilfe erst einmal mit Misstrauen gegenüberstehen. Schäflein stellte jedoch klar: "Altenpflege ist kein Folterkabinett". Jeder könne sich davon selbst überzeugen, dass Sankt Bruno wurde als "Haus der offenen Türen" gestaltet. Selbst die fast fünfjährigen Umbauphase empfanden die meisten Bewohner als nicht störend. Freilich mussten öfter einmal neue Zimmer bezogen werden, da sich die Baumaßnahmen in drei Bauabschnitten bei laufendem Betrieb abspielten.

Adeline Dettelbacher aus Gädheim, die bereits fast zwei Jahre im Sankt Bruno lebt, hat bereits zwei Mal ihr Zimmer wechseln müssen. "Es war alles sehr gut organisiert", sagte die sehr rüstige 85-Jährige, die dabei keinen Stress empfand. Überhaupt waren die Bewohner sehr tolerant, bei dem Pflegepersonal gab es schon mehr "Genörgel", berichtete Reinhilde Schüll, die Leiterin der Sozialen Dienste. Aber auch das hat sich mittlerweile wieder gelegt, stehen doch jetzt im August die letzten Maßnahmen an. Dann wird das Gebäude auch wieder durch den Haupteingang auf der Seite der Promenade betretbar sein.

Insgesamt 27 300 Kubikmeter umbauter Raum auf Erdgeschoss und drei Etagen waren für die Bauausführung schon eine Herausforderung, zumal das Ganze im eng bebauten Gebiet der Altstadt stattfand. "Wir sind bewusst nicht auf die grüne Wiese, sondern sind im Mittelpunkt der Stadt geblieben", betonte Hubert Grauer von der Liegenschaftsabteilung des Diözesan-Caritasverbandes Würzburg. Um die Nutzfläche von 6700 Quadratmetern herzurichten, war es zum Beispiel nötig, sämtliche Materialen über die Dächer zu haben. "Der Kran im Hof war fast drei Jahre unser Wahrzeichen", scherzte Gernot Meyer vom Architekturbüro Wiener und Partner in Karlstadt, mit dem man einen kompetenten Partner für die Planung und Ausführung gefunden hatte.

Mitinhaberin Silja Wiener bezeichnete das Haßfurter Bauvorhaben sogar als Leuchtturmprojekt in der 39-jährigen Firmengeschichte des Büros. Sehr gut sei es gelungen mit einem begrenzten Budget das Vorgestellte zu verwirklichen. Alle Gänge und Zimmer sind lichtdurchflutet, barrierefrei und auch mit der farbigen Kennzeichnung einzelner Bereiche wurde etwas für die bessere Orientierung der Senioren getan. Die frühere U-Form des Gebäudes verwandelte sich zu einer O-Form, so dass eine horizontale Verschiebung in alle Bereiche möglich sei. "Das war nicht nur einfach Bauen für uns, sondern eine menschliche Aufgabe", sagte Wiener und dankte allen Beteiligten wie Bewohner, Personal und Nachbarschaft für das entgegengebrachte Verständnis.

Auch die Stadt Haßfurt sei immer sehr entgegenkommend gewesen und auftretende Probleme wurden schnell und effizient gelöst. So konnte zum Beispiel ein Teil der Promenade als Parkplatz für die Baufahrzeuge genutzt werden. Die Kosten der gesamten Modernisierungsmaßnahme belaufen sich auf rund 13 Millionen Euro. Die Finanzierung erfolgte ohne öffentliche oder sonstige Fördermittel. 5,5 Millionen Euro trägt die Diözese Würzburg als Zuschuss bei. Eigentümer der Immobilie ist der Caritasverband für die Diözese Würzburg.

Nach all den baulichen Herausforderungen, die perfekt gemeistert wurden, freut sich auch Dekan Stefan Gessner über das gelungene Haus mit der Kirche unter einem Dach. "Für die Leute ist sichtbar, dass die Kirche und die Caritas hier etwas aktiv bieten", so Gessner, der sich im Jahre 2011 vor der Frage sah, wie man der veränderten Gesellschaft die Kirche noch näher bringen kann.

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Christian Licha
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Veröffentlicht am:
12. 08. 2019
00:00 Uhr

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Christian Licha

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Veröffentlicht am:
12. 08. 2019
00:00 Uhr



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