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Hassberge

"Boden ist nicht vermehrbar"

Die Allianz Hofheimer Land hat eine neue Auszeichnung bekommen: Als "Flächenbewusste Kommune" gilt sie als Vorbild bei der Reduzierung des Flächenverbrauchs in Bayern.



Bayerns Bauminister Dr. Hans Reichhart (links) und Umweltminister Thorsten Glauber (rechts) am Mittwoch in Regensburg bei der Verleihung des staatlichen Gütesiegels "Flächenbewusste Kommune" an die Hofheimer Allianz, vertreten durch Hofheims Bürgermeister Wolfgang Borst und Maroldsweisachs Bürgermeister Wolfram Thein. Foto: Astrid Schmidhuber/stmuv
Bayerns Bauminister Dr. Hans Reichhart (links) und Umweltminister Thorsten Glauber (rechts) am Mittwoch in Regensburg bei der Verleihung des staatlichen Gütesiegels "Flächenbewusste Kommune" an die Hofheimer Allianz, vertreten durch Hofheims Bürgermeister Wolfgang Borst und Maroldsweisachs Bürgermeister Wolfram Thein. Foto: Astrid Schmidhuber/stmuv   » zu den Bildern

Regensburg/Hofheim - 11,7 Hektar Freiflächen sind im Jahr 2017 in Bayern in Siedlungs- und Verkehrsflächen umgewandelt worden; 2016 waren es 9,8 Hektar pro Tag. Und auch wenn nach Angaben des bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz nur rund 50 Prozent davon tatsächlich versiegelt sind - der Flächenverbrauch ist nach wie vor einfach zu hoch. Als Gründe gelten die konjunkturell bedingte rege Bautätigkeit, Bevölkerungswachstum in den Ballungsräumen, Zunahme der individuellen Wohnflächen, Ausbau der Verkehrsinfrastruktur sowie die interkommunale Konkurrenz um Einwohner und Gewerbe. Das neue staatliche Gütesiegel "Flächenbewusste Kommune" soll nun einen Anreiz dazu bieten, den Flächenverbrauch in Bayern zu reduzieren. Als "Flächenbewusste Kommune" ausgezeichnet wurde nun am Mittwoch durch Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber und Bayerns Bauminister Dr. Hans Reichhart auch die Hofheimer Allianz.

Gemeindeallianz Hofheimer Land

Die ländlich geprägte Gemeinde-Allianz Hofheimer Land mit 15 000 Einwohnern befindet sich im nördlichen Teil des Landkreises Haßberge im Regierungsbezirk Unterfranken an der bayerisch-thüringischen Grenze. Die Allianzgemeinden liegen im Naturpark Haßberge, wobei die Höhenzüge des Mittelgebirges das Allianzgebiet in zwei markante Naturräume trennen. Neben einem gut ausgebauten Rad- und Wanderwegenetz gibt es zahlreiche Schlösser und Burgen. Im Westen grenzt die Allianz an den Verdichtungsraum Schweinfurt. Im Hinblick auf den drohenden Schrumpfungs- und Überalterungsprozess im Landkreis Haßberge ergriff die Stadt Hofheim die Initiative für eine übergemeindliche Zusammenarbeit. Im Jahr 2008 schlossen sich sieben Gemeinden - Stadt Hofheim i. UFr., Aidhausen, Bundorf, Burgpreppach, Emershausen, Maroldsweisach und Riedbach - mit ihren 51 Ortsteilen zur Gemeinde-Allianz Hofheimer Land zusammen. Gemeinsames Ziel ist es, die Angebote und Strukturen im Bereich der öffentlichen Daseinsvorsorge zu erhalten und an neue Bedarfe anzupassen. gahl


Voraussetzung für die Verleihung des Gütesiegels ist das Vorhandensein eines aktiven Flächenmanagements sowie die Umsetzung von innovativen Ansätzen und Maßnahmen zur Reduzierung des Flächenverbrauchs. Dazu zählen beispielsweise der Ankauf von innerörtlichen Grundstücken, die Rücknahme von Bauflächen, die Renaturierung und Aufwertung von Ortskernen sowie weitere Maßnahmen zur Umsetzung des Grundsatzes Innen- vor Außenentwicklung.

Auch kommunale Grundstücks- und Leerstandsbörsen mit kostenlosen Sanierungsberatungen sind laut Ministerium ein gutes Instrument zum Flächensparen. Ein bewährtes Hilfsmittel für Kommunen zur Erfassung, Bewertung und Aktivierung von innerörtlichen Flächen ist die Flächenmanagement-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Umwelt. Mit der Datenbank unterstützt der Freistaat Kommunen dabei, ungenutzte Flächen wieder zu bewirtschaften. Regelmäßig wird sie auch im Rahmen der Dorferneuerung und integrierten ländlichen Entwicklung eingesetzt.

Die Allianz Hofheimer Land ( bestehend aus insgesamt sieben Kommunen: Stadt Hofheim i. UFr., Aidhausen, Bundorf, Burgpreppach, Emershausen, Maroldsweisach und Riedbach) habe sich klar zu einer gemeinwohlorientierten Baulandentwicklung bekannt und seit 2010 ein gemeinsames Leitbild für die Kommunen erarbeitet, hieß es in der Begründung für die Auszeichnung. Dazu gehören Flächenentsiegelung, Rücknahme von Bauplätzen außerhalb von Ortskernen, Vermarktung von leerstehenden Anwesen und Baulücken über kommunale Internetplattform sowie ein kommunales Förderprogramm für Investitionen zur Nutzung vorhandener Bausubstanz in den Ortskernen inklusive kostenloser Planungsberatung.

Unterstützt werde dies alles durch eine aktive und klare Kommunikationsstrategie gegenüber den Menschen, "deren Ziel es ist, aktiv auf die Bürgerinnen und Bürger zuzugehen", so die Minister, die die Auszeichnung an Hofheims Bürgermeister Wolfgang Borst (CSU) und Maroldsweisachs Bürgermeister Wolfram Thein (SPD) am Mittwochvormittag im Rahmen des 7. Bayerischen Flächenspar-Forums in Regensburg vornahmen. Weitere Preisträger sind die Gemeinde Litzendorf (Kreis Bamberg), die Gemeinde Schleching in Oberbayern sowie die Stadt Waldsassen in der Oberpfalz.

"Boden ist nicht vermehrbar", betonte Umweltminister Thorsten Glauber: "Wir wollen den Flächenverbrauch im Freistaat deutlich und dauerhaft senken." Der Koalitionsvertrag gebe mit fünf Hektar pro Tage ein klares Ziel vor. "Wir setzen dabei auf eine enge Partnerschaft mit den Kommunen", so Glauber. "Die Kommunen sollen auch weiterhin selbst über ihre Entwicklung entscheiden können. Baulücken und Brachflächen im Ort sind der Schlüssel zum Flächensparen. Die ausgezeichneten Kommunen zeigen mit tollen Konzepten und besonderem Engagement, wie wir gemeinsam erfolgreich Flächen sparen können."

Für Bauminister Hans Reichhart ist Flächensparen mehr als eine Richtgröße oder starre Zahl: "Flächensparen bedeutet die Schöpfung, unsere natürlichen Lebensgrundlagen, zu bewahren. Mit unseren Förderinitiativen ‚Innen statt Außen‘ und ‚Flächenentsiegelung‘ setzen wir bei den Gemeinden spürbare Impulse, ihre Innenentwicklungspotentiale zu nutzen und so den Flächenverbrauch zu reduzieren. Hierfür stellen wir jährlich 100 Millionen Euro bereit. Und unsere Programme zeigen auch Wirkung: Drei von vier Preisträgern heute sind in der Städtebauförderung aktiv! Mit dem neuen Gütesiegel bauen wir darauf auf und schaffen zusätzliche Anreize, um noch mehr Kommunen für das Flächensparen zu gewinnen." tnk

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Nähere Informationen auch zum Bündnis für Flächensparen, das mittlerweile 55 Bündnispartner umfasst, unter www.flaechensparen.bayern.de.

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Veröffentlicht am:
09. 10. 2019
16:34 Uhr

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09. 10. 2019
16:34 Uhr



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