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Buchenwälder und Wiesentäler des Nordsteigerwalds

Eltmann - Auf Einladung der Höheren Naturschutzbehörde der Regierung von Unterfranken fanden am Dienstag zahlreiche interessierte Grundstücksbesitzer den Weg zum Runden Tisch für den Offenlandteil des FFH-Gebiets "Buchenwälder und



In den ausliegenden Karten konnten die Betroffenen genau nachschauen, ob ihr Grundstück im Schutzgebiet liegt. Foto: Licha
In den ausliegenden Karten konnten die Betroffenen genau nachschauen, ob ihr Grundstück im Schutzgebiet liegt. Foto: Licha  

Eltmann - Auf Einladung der Höheren Naturschutzbehörde der Regierung von Unterfranken fanden am Dienstag zahlreiche interessierte Grundstücksbesitzer den Weg zum Runden Tisch für den Offenlandteil des FFH-Gebiets "Buchenwälder und Wiesentäler des Nordsteigerwalds". Mit Matthias Berg, Dr. Carolin Lang-Groß und Verena Biedermann von der Regierung von Unterfranken, Manfred Hußlein von der Unteren Naturschutzbehörde beim Landratsamt Haßberge, Jonas Benner von der Unteren Naturschutzbehörde beim Landratsamt Schweinfurt, Klaus Kaufmann vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Schweinfurt (AELF) sowie Winfreid Papajewski vom gleichnamigen Planungsbüro waren Fachleute vertreten, die die den Schutz von besonderen Tierarten und deren Lebensräume erläuterten.

Das FFH-Gebiet "Buchenwälder und Wiesentäler des Nordsteigerwalds" ist in das europäische Netz besonderer Schutzgebiete "Natura 2000" der EU eingebunden. Das Gebiet beheimatet Offenland-Arten und -Lebensräume, die nur noch selten vorkommen. Ziele von "Natura 2000" sind Europas biologische Vielfalt zu sichern, Lebensraumtypen und Arten in einem günstigen Erhaltungszustand zu bewahren oder in einen solchen zu entwickeln. Außerdem ist geplant, ein europäisches Biotopverbundnetz zu schaffen. Mit einer Gesamtfläche von 15890 Hektar, wovon 800 Hektar Offenland sind, befindet sich das Schutzgebiet auf den Stadt- beziehungsweise Gemeindegebieten von Eltmann, Sand, Knetzgau, Oberaurach und Rauhenebrach sowie weiteren Gemeinden in den Landkreisen Schweinfurt und Bamberg. Die Ergebnisse der Waldkartierungen wurden bereits im Jahr 2016 vorgestellt und waren nicht Gegenstand des jetzigen Runden Tisches. Zu den Schutzgütern im Offenland gehören Fließgewässer mit flutender Wasser-Vegetation, Kalkmagerrasen, feuchte Hochstaudenfluren, magere Flachland-Mähwiesen und kalkreiche Niedermoore. Wo zum Beispiel der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling mit seinen elf Teilpopulationen existiert, kommen ökologisch wertvolle Gründlandbestände vor, die extensiv genutzt werden. Hier werden die notwendigen Maßnahmen eine ein- bis zweischürige Mahd sein, das Belassen von Randstreifen und der Einsatz von Mähgeräten mit mindestens zehn Zentimeter Schnitthöhe. Diese Vorgehensweise gilt analog auch für den Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläuling, der mit fünf Teilpopulationen im Nordsteigerwald vertreten ist. Daneben gelten die Groppe, der Bachneunauge, der Steinkrebs sowie der Schlammpeitziger und der Bitterling als weitere schützenswerte Tierarten, für die es jeweils einen eigenen Maßnahmenkatalog gibt.

Die bisherige Bewirtschaftung der betroffenen Gebiete ist grundsätzlich weiterhin möglich, sofern sie nicht mit den Erhaltungszielen kollidieren. Der Managementplan gilt ausschließlich für Behörden, für Eigentümer beziehungsweise Bewirtschafter ist die Umsetzung freiwillig. Es gilt aber ein Verschlechterungsverbot, unabhängig von allen Planungen.

Das Hauptthema während der anschließenden Diskussion war für die anwesenden Landwirte die Tatsache, dass Äcker innerhalb des Schutzgebietes liegen. "Äcker sind kein Lebensraumtyp und damit nicht Gegenstand von FFH-Maßnahmen", versicherte Matthias Berg und ergänzte, dass diese Grundstücke in einer Gebiets-Liste entsprechend eingetragen sind. Die EU fordere einen zusammenhängenden Schutzraum abzuliefern und keinen Flickenteppich. Deshalb können keine einzelnen Grundstücke herausgenommen werden. Die Grundstücksbesitzer forderten jedoch eine schriftliche Bescheinigung, dass ihre Äcker nicht betroffen sind. Diese könne er jedoch nicht erteilen, aber eine Bestätigung sei auch unnötig, da es im Gesetz festgeschrieben sei, erklärte Berg. Klaus Kaufmann vom AELF ergänzte: "Bei einer Gesetzesänderung schützt auch keine Bescheinigung".

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Christian Licha
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Veröffentlicht am:
13. 05. 2019
18:22 Uhr

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Christian Licha

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Veröffentlicht am:
13. 05. 2019
18:22 Uhr



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