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Hassberge

Coca-Cola schafft Platz

Mehr Stellplätze für Limo und Lkw: Der Getränke-Gigant investiert knapp 20 Millionen Euro in sein Werk in Knetzgau.



Coca-Cola baut im Maintal seinen Standort aus. Zum neuen Lager schafft man auch mehr Stellplätze für Lkws. Das soll den Verkehr zu den Außenstandorten entlasten.	Fotos: Christian Licha
Coca-Cola baut im Maintal seinen Standort aus. Zum neuen Lager schafft man auch mehr Stellplätze für Lkws. Das soll den Verkehr zu den Außenstandorten entlasten. Fotos: Christian Licha   » zu den Bildern

Knetzgau - Knapp 20 Millionen Euro hat Coca-Cola in den Standort Knetzgau investiert. Am Dienstag konnte das neue Lager in der Klingenstraße mit 15 000 zusätzlichen Palettenstellplätzen offiziell in Betrieb genommen werden.

Welche Flasche kommt aus Knetzgau?

In Knetzgau füllt Coca-Cola etwa 15 verschiedene kohlensäurehaltige Getränke auf fünf Linien ab. Die Getränke werden in die Region Ober- und Unterfranken sowie weitere Teile Süddeutschlands geliefert. Es ist übrigens ganz leicht für den Verbraucher festzustellen, ob eine Flasche in Knetzgau produziert wurde. Nach dem Haltbarkeitsdatum ist ein Produktionscode angegeben. Wenn dort der zweite Buchstabe ein "K" ist, dann stammt das Erfrischungsgetränk aus dem Maintal im Landkreis Haßberge.

 

Bürgermeister Stefan Paulus zeigte sich froh, mit Coca-Cola einen großen und wichtigen Arbeitgeber in Knetzgau zu haben, der weitgehend konjunkturunabhängig ist. Mit der Gemeindeverwaltung gebe es ein enges Miteinander, aber auch die 500 Beschäftigten und die Bevölkerung identifizieren sich stark mit der Weltmarke: "Die Knetzgauer sind stolz auf Coca-Cola und sehen es als ‚ihr‘ Werk an". Paulus ist quasi mit dem 1978 gegründeten Knetzgauer Werk aufgewachsen und hat dort sein erstes Geld verdient, wie er erklärte: "Mit 14 Jahren habe ich zusammen mit Freunden in den Ferien Kästen gestapelt und so mitgeholfen, dass der Betrieb erfolgreich ist".

 

Den symbolischen Schlüssel überreichte Wolfgang Reißmann, der Projektleiter der ausführenden Baufirma Markgraf aus Bayreuth. "Wir sind sehr stolz darauf, dieses Großprojekt trotz Corona und im laufenden Lager- und Logistikbetrieb pünktlich fertig gestellt zu haben", sagte Michael Pfaff, Projektleiter bei Coca-Cola. "Wir bedanken uns bei der Firma Markgraf für die vorausschauende Planung, die das ermöglicht hat."

Das neue Lager hat eine Fläche von etwa 10 000 qm. Hier haben bis zu 15 000 zusätzliche Getränkepaletten Platz - das sind etwa 9 Millionen Flaschen. Pro Monat können nun mit Hilfe der neuen Lagerflächen insgesamt durchschnittlich 70 000 Paletten Getränke ein- und wieder ausgelagert werden. Regale sucht man hier vergebens: Alle Getränke lagern in Blöcken übereinander, bis zu einer Höhe von drei Europaletten. Die Halle dient als Produktionslager für Getränkeflaschen zahlreicher Marken. Dazu gehören unter anderem Coca-Cola, Fanta, Sprite und mezzo mix sowie ihre zuckerfreien Varianten.

Für Coca-Cola vereinfachen sich die Logistikprozesse nun wesentlich: Es gibt fünf zusätzliche Ladeplätze, um Lkws von hinten zu beladen. Dazu kommen drei weitere Flächen für die seitliche Beladung. "Wir können nun 50 Prozent mehr Lkws zur gleichen Zeit beladen. Damit entlasten wir die Straßen im Industriegebiet deutlich", sagte Pfaff. Der LKW-Verkehr wird sich trotzdem nicht erhöhen: Da nun keine Fahrten mehr zu Außenlägern in der Region notwendig sind, werden ähnlich viele Lkws verladen wie zuvor. Damit entfallen pro Jahr etwa 85 000 Lkw-Kilometer und 67 Tonnen CO2.

"Unser Produktionsvolumen ist in den vergangenen Jahren in Summe gewachsen, ohne dass sich die Lagerfläche im gleichen Maß vergrößert hat", erklärte der Knetzgauer Betriebsleiter Volker Wielsch. "Das neue Lager und die damit verbundene Infrastruktur wurde dringend benötigt. Coca-Cola in Knetzgau gehört nun zu den größten Produktions- und Logistikstandorten in unserem deutschen Netzwerk", so Wielsch.

Coca-Cola European Partners Deutschland GmbH (CCEP DE), wie der Getränkehersteller mit vollem Namen firmiert, ist nach Angeben des Unternehmens mit einem Absatzvolumen von mehr als 3,8 Milliarden Litern (2019) das größte deutsche Getränkeunternehmen. Sie ist für die Abfüllung sowie den Verkauf und Vertrieb von Coca-Cola Markenprodukten in Deutschland verantwortlich. Die CCEP DE betreut zirka 325 000 Handels- und Gastronomiekunden und beschäftigt rund 7500 Mitarbeiter. Die CCEP DE ist Teil von Coca-Cola European Partners (CCEP), einem der führenden Konsumgüterhersteller in Europa. CCEP bedient über 300 Millionen Konsumenten in 13 Ländern mit einer breiten Auswahl von alkoholfreien Getränken.

Auch Umweltaspekte wurden beim Lagerbau berücksichtigt. Die Wände der vier unterirdischen Regenrückhaltebecken, die errichtet wurden, sollen Starkregen kontrolliert ablaufen lassen. Sie bestehen aus recycelten Deckeln der Mehrwegflaschen, die in 3330 Rigolen verbaut wurden.

Und auch für die Gesellschaft setzt sich Coca-Cola ein. Seit 2019 wird zum Beispiel das Bündnis für Familien und Senioren in Knetzgau sowie das Mehrgenerationenhaus in Haßfurt unterstützt. Auch die Freiwillige Feuerwehr Knetzgau kann auf regelmäßige Getränkespenden zur Versorgung der Ehrenamtlichen im Einsatz zählen. Beim Großbrand des benachbarten Recyclingbetriebes im letzten Jahr war Coca-Cola ebenfalls schnell zur Stelle und lieferte den über 200 Einsatzkräften kostenlos Erfrischungsgetränke.

Kaum ist das neue Lager errichtet, kündigt sich schon die nächste Investition an: Im nächsten Jahr wird der Produktionsstandort Knetzgau als erstes Werk in Deutschland Coca-Cola und weitere Marken in einer neuen Mehrweg-Glasflasche abfüllen. Damit die neue wiederverschließbare 0,4-Liter-Mehrweg-Glasflasche am Standort abgefüllt werden kann, haben Mitarbeitende bereits begonnen, eine bestehende Mehrweganlage umzubauen. Ein neuer Flaschenabschrauber und ein neuer Verschließer wurden angeliefert und in die Produktionslinie eingebaut. Für den Umbau der Linie investiert Coca-Cola etwa 1,5 Millionen Euro.

Autor

Christian Licha
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Veröffentlicht am:
16. 09. 2020
14:26 Uhr

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Autor

Christian Licha

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Veröffentlicht am:
16. 09. 2020
14:26 Uhr



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