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Hassberge

DNA überführt Automaten-Knacker

Seine Beute: 261,50 Euro. Der Schaden, den ein 47-Jähriger bei seiner Tat anrichtete, war jedoch deutlich höher.



DNA überführt Automaten-Knacker
DNA überführt Automaten-Knacker  

Hassfurt - Der Nikotin-Entzug eines Rauchers muss am späten Abend des 7. März vergangenen Jahres gewaltig gewesen sein. Mit einem Ast, den er aus einem in der Nähe befindlichen Busch herausbrach, hebelte ein Dieb gegen 23 Uhr abends in der Ortsdurchfahrtsstraße in Aidhausen einen Zigarettenautomat auf. Dabei erbeutete er Zigaretten und Bargeld im Wert von 261,50 Euro.

Ungleich höher war der Schaden am Automaten, der sich auf 4635,85 Euro belief. Dummerweise für ihn ließ der rabiate Raucher das Tatwerkzeug am Tatort liegen. Polizeibeamte konnten am nächsten Tag auf dem Ast DNA-Spuren sicherstellen, die das Bayerische Landeskriminalamt auswertete - mit Erfolg. Die Ermittler fanden neben sogenannten "Mischspuren" auch eine DNA-Spur, die sie eindeutig einem polizeibekannten 47-Jährigen aus dem nördlichen Landkreis zuordnen konnten, der sich daher am Mittwoch wegen eines "besonders schweren Falls des Diebstahls" am Amtsgericht verantworten musste.

Dort machte der Angeklagte, wie schon zuvor bei der polizeilichen Vernehmung, keine Angaben. Eine Zeugin hatte zur Tatzeit einen schlanken Mann beobachtet, der mit den Händen auf den Zigarettenautomat eintrommelte. Auf ihre Frage, was er da mache, habe der mutmaßliche Täter damals geantwortet: "Ich hol mein Geld wieder raus", sagte die Zeugin vor Gericht. Erkannt habe sie den Mann nicht, da sie ihn nur von hinten gesehen habe und es dunkel war.

Ein Zeitungszusteller entdeckte am frühen Morgen des nächsten Tages den demolierten Automaten und verständigte die Polizei. Verteidiger Stefan Wagner wies darauf hin, dass der DNA-Treffer alleine vor Gericht nicht als Beweismittel verwertet werden könne, da es sich nicht um ein behördliches Gutachten handle. Zudem habe das Landeskriminalamt auch Mischspuren gefunden und eine Bushaltestelle befinde sich in der Nähe des Tatorts, sodass auch noch weitere Täter in Frage kämen, argumentierte der Anwalt.

Der Staatsanwalt wollte dennoch - auch aufgrund der 14 Vorstrafen des Angeklagten - keinem voreiligen Freispruch des Angeklagten zustimmen. Er will sich zunächst noch aus dem Justiz-Archiv darüber informieren, ob der 47-Jährige schon einmal eine Automaten aufgebrochen hat. Diebstähle hat er bereits mehrere in seinem "Portfolio": Im Jahr 2013 kletterte er nachts über den Zaun auf dem Betriebsgelände eines Baustoffladens in Hofheim, warf mit einem Stein eine Fensterscheibe ein und erbeutete mehrere Waren. Bei einem Einbruch in einen Hofheimer Baumarkt im Jahr 2010 wurde er durch einen Alarmton in die Flucht geschlagen. Der Prozess wird am 22. März 2019 fortgesetzt.

Autor

Martin Schweiger
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
15. 03. 2019
19:06 Uhr

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Martin Schweiger

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15. 03. 2019
19:06 Uhr



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