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Damit Heimat auch Heimat bleibt

Heimatminister Füracker vergibt das "Gütesiegel Heimatdorf" an acht Gemeinden in Bayern - darunter Untermerzbach. Deren Projekte sind beispielhaft für lebenswertes Wohnen am Land.



Finanz- und Heimatminister Albert Füracker verlieh der Untermerzbacher Delegation (links Bürgermeister Helmut Dietz) am Montag in Nürnberg das "Gütesiegel Heimatdorf". Foto: Christian Blaschka/bayerisches Finanzministerium
Finanz- und Heimatminister Albert Füracker verlieh der Untermerzbacher Delegation (links Bürgermeister Helmut Dietz) am Montag in Nürnberg das "Gütesiegel Heimatdorf". Foto: Christian Blaschka/bayerisches Finanzministerium   » zu den Bildern

Nürnberg/Untermerzbach - Das Staatsministerium für Finanzen und Heimat hat am Montag der Gemeinde Untermerzbach gemeinsam mit sieben weiteren Kommunen in Nordbayern das "Gütesiegel Heimatdorf" verliehen. Laut einer Mitteilung des Ministeriums wurden damit Gemeinden mit bis zu 5000 Einwohnern ausgezeichnet, die eine "besonders hohe Lebensqualität" aufweisen. Und genau die gelte es auch in Zukunft zu erhalten und auszubauen, sagte Bürgermeister Helmut Dietz (SPD) der den Preis bei der Verleihung in Nürnberg vom bayerischen Finanzminister Albert Füracker erfreut entgegen nahm.

"Heimatdörfer"-Projekte

Gemeinde Schorndorf: Neubau eines Seniorenheims mit ambulanter Pflege, Gemeinschaftsräume und Mehrgenerationenwohnungen.

Gemeinde Schwarzenbach: Umgestaltung und Renovierung des ehemaligen zentral gelegenen Pfarrhofs zu einem Bürger- und Kulturhaus.

Markt Steinwiesen: Sanierung eines Veranstaltungssaals, Spielplätzen und ein seniorengerechter Parcours.

Markt Thurnau: 13 Mitfahrbänke, Errichtung eines Mehrgenerationenspielplatzes.

Markt Colmberg: Schaffung eines zentralen Festplatzes mit acht Wohnmobilstellplätzen.

Gemeinde Dittenheim: Bildungs- und Spieleeinrichtungen der Heimat-, Obst- und Gartenbauvereine und Kauf einer Walnuss-Verarbeitungsanlage.

Gemeinde Strahlungen: Backverkaufsstelle mit Begegnungscafé für das Dorfgemeinschaftshaus.

Gemeinde Untermerzbach: Erhebung und der Darstellung von Heimatkultur-Elementen, einem Kulturprogramm sowie der Sanierung von Felsenkellern.


Unter 150 Bewerbergemeinden setzte sich Untermerzbach mit den weiteren Preisträgern in dem bayernweit ausgeschriebenen Wettbewerb durch. Eine Jury, bestehend aus Regierungspräsident, Bezirksheimatpfleger und Abgesandten des Heimatministeriums hatte die Kommunen in einem vierstufigen Bewerbungsverfahren ausgewählt - und war im Mai klammheimlich von Bürgermeister Dietz sogar durch die Gemeinde geführt worden. "Geheimhaltung war uns als Teil des Wettbewerbs vom Ministerium auferlegt worden", erklärt Dietz am Montagnachmittag auf Anfrage der NP .

Und der Aufwand hat sich denkbar gelohnt. Mit dem Gütesiegel ist nämlich eine Geldprämie von 50 000 Euro verbunden. Diese soll laut Ministerium "zur weiteren unmittelbaren Verbesserung der Lebensqualität vor Ort dienen". Heißt konkret? "Mit dem Geld möchten wir eine Bestandsaufnahme über alle Kulturstätten in unserer Gemeinde anfertigen lassen", informiert Dietz. Ein externer Dienstleister solle bereits im kommenden Jahr mit der Kartierung von Gedenksteinen, Landschaftsparks, Flurkulturen aber auch markanten Punkten wie den Synagogen im Gemeindegebiet, den Schlössern und weiteren Kulturstätten beginnen. Ein Teil des Geldes soll außerdem in die Sanierung eines Teiles der Felsenkeller fließen. Ein weiterer Baustein des Projektes "Heimat 2.0" soll die Vernetzung von Vereinen, Künstlern und Kulturschaffenden sein. Diese und deren "traditionelle Gepflogenheiten" wie Konzerte oder auch das Wirtshaussingen sollen laut Helmut Dietz "weitergetragen und unterstützt" werden, um die Gemeinde weiterhin lebenswert zu halten. "Denn", so Dietz, "nur wer in einem lebenswerten Umfeld wohnt, wird auch zum Bleiben bewegt."

Damit das Projekt zügig umgesetzt wird, hat die Fachjury des Bezirks und des Ministeriums auch ein Auge auf dessen Umsetzung. Ab 2020 werden die Fortschritte bei der Kartografierung, der Sanierung der Felsenkeller und dem Aufbau des Kulturprogramms regelmäßig abgeprüft. Laut Bürgermeister Helmut Dietz soll der Löwenanteil bis 2023 umgesetzt sein.

Die Verleihung am Montag führt damit die Entwicklung der Gemeinde Untermerzbach in den vergangenen Jahren fort. Nach Errungenschaften wie der Sanierung der Synagogen in Memmelsdorf und Gleusdorf, dem Einrichten und Betrieb des Dorfladens und dem Projekt "Bürgerwerkstatt" - um nur ein paar zu nennen - wurde Untermerzbach bereits 2016 mit der Kür zum Kreissieger beim Dorfwettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft, unser Dorf soll schöner werden" Ehre zuteil; im Jahr 2017 erhielt "die Perle im Itzgrund" gar auf Bezirksebene die Silbermedaille.

Ebenfalls mit dem "Gütesiegel Heimatdorf 2019" ausgezeichnet wurden in Nordbayern die Gemeinden Colmberg und Dittenheim aus Mittelfranken, Steinwiesen und Thurnau aus Oberfranken, Schorndorf und Schwarzenbach aus der Oberpfalz sowie Strahlungen und Untermerzbach aus Unterfranken. "Ich freue mich, Ihre Gemeinden auszuzeichnen, auf die der ganze Freistaat stolz sein kann", so Füracker bei der Übergabe des Preises. Mit der Würdigung wolle man "starke Heimatdörfer" und deren Ideen für die Zukunft auf dem Weg zu gleichwertigen Lebensverhältnissen hervorheben.

Autor

Christian Schuster
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Veröffentlicht am:
30. 09. 2019
18:16 Uhr

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Christian Schuster

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30. 09. 2019
18:16 Uhr



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