Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Urlaub daheimCoronavirusBlitzerwarnerVideosCotube

Hassberge

Die Angst vor dem "großen Klotz"

Der Neubau der Landesbaudirektion braucht viel Platz. Bei der Gestaltung will die Stadt durch einen Wettbewerb aber ein Wörtchen mitreden.



An prominenter Position am Kreisverkehr liegt noch der Gasthof Post, künftig aber der Neubau der Landesbaudirektion. Die Sorge vor einem "modernen Klotz" treibt die Bevölkerung heute schon um. Trotz großem Planungsspielraum für die Bauherren will die Stadt darauf aber ein Auge haben.	Foto: Tanja Kaufmann
An prominenter Position am Kreisverkehr liegt noch der Gasthof Post, künftig aber der Neubau der Landesbaudirektion. Die Sorge vor einem "modernen Klotz" treibt die Bevölkerung heute schon um. Trotz großem Planungsspielraum für die Bauherren will die Stadt darauf aber ein Auge haben. Foto: Tanja Kaufmann  

Ebern - Die größte Baustelle bei der 2015 beschlossenen Behördenverlagerung der Landesbaudirektion nach Ebern waren bislang die Grundstücksverhandlungen: Doch die sind seit März nun mit dem Verkauf des ehemaligen Gasthof Post abgeschlossen. Drei Gebäudetrakte (Gasthof, früheres Kino/Delta-Markt, einstige Reinigung und Tabakladen) müssen für den Neubau an gleicher Stelle weichen. Rund 100 Mitarbeiter sollen dort einmal ihren Dienst aufnehmen, und die brauchen Platz. Für den "bedarfsgerechten" Bau, wie es in der Amtssprache heißt, musste der Eberner Stadtrat am Donnerstag den gültigen Bebauungsplan ändern.

Dabei geht es vor allem um mehr Raum: "Wir wurden vom Staatlichen Bauamt und der Landesbaudirektion gebeten, ein möglichst großes Baufenster festzulegen, um den Baukörper unterzubringen", so Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD). Das heißt konkret: Wo bislang zwei Vollgeschosse plus Dach festgeschrieben waren, sind künftig drei Geschosse möglich. "120 Büroräume auf dieser Fläche unterzukriegen, ist für einen Architekten schon eine Herausforderung", sagt Josef Müller, Leiter Bauverwaltung Liegenschaften.

Mehr Luft soll daher auch die Gestaltung haben, wobei der Stadt aber eines wichtig ist: Die Optik des neuen Gebäudes, ob in Fassaden- oder Dachgestaltung, soll dem Charakter des Stadtbildes entsprechen und sich am bebauten Umfeld orientieren. Zu groß scheint die Befürchtung in der Bevölkerung vor einem "ultramodernen großen Klotz", wie es heißt, unter anderem mit dem Verweis auf das neue Haßfurter Amtsgericht. Um böse Überraschungen zu vermeiden, und "Akzeptanz bei der Bevölkerung zu erlangen", wie der Bürgermeister formuliert, soll es daher einen Gestaltungswettbewerb geben, bei dem auch Stadtvertreter eingebunden sein sollen.

Nicht vorgeschrieben ist die Dachform, künftig aber auch nicht mehr die Dachneigung: 40 bis 60 Grad galten hier bislang, ab sofort sind es 0 bis 60 Grad. So könnte auch ein Flachdach möglich werden, eventuell ja für eine Dachbegrünung, wie vom Bauministerium gewünscht: Weil hier viel Fläche verbaut werden müsse, wolle man an anderer Stelle einen Ausgleich schaffen.

So viel Gestaltungsfreiheit wie möglich, sagen die einen, nicht von vornherein alles erlauben, sagen die anderen: Dass auf das Eberner Stadtbild "stark Rücksicht genommen wird", hätte etwa Dieter Gerstenkorn (CSU) lieber festgeschrieben, der auf die prominente und damit stadtbildprägende Lage des künftigen Baus am Kreisel verweist. Er würde ein Flachdach, zumindest in vorderster Baureihe, lieber ausschließen. Ein hohes Dach auf drei Geschossen sei womöglich noch störender, gab hingegen Bürgermeister Hennemann zu bedenken. Er zeigte sich überzeugt davon, dass die Stadt durch den geplanten Wettbewerb ausreichend Einfluss nehmen könne und sich die Behörde schließlich auch angemessen präsentieren wolle. Nicht umsonst wollte man mit dem gezielt innerstädtischen Standort auch ein städtebauliches Projekt in Angriff nehmen. Der Gestaltungswettbewerb müsse allerdings von den Ministerien erst noch genehmigt werden, mit einem Abschluss sei dann frühestens Mitte 2021 zu rechnen.

Dritter Bürgermeister Thomas Limpert (FW) verwies auf die "Gratwanderung", neue Ideen nicht mit einem "Korsett" zu versehen, ehe sie eingehen, und auf die unterschiedlichen Baustile im direkten Umfeld der Bahnhofstraße.

Einstimmig beschloss das Gremium die 5. Änderung des Bebauungsplanes "Westlich der Bahnhofstraße", um das Verfahren nun schleunigst auf den Weg zu bringen. Nun folgt die öffentliche Auslegung mit der Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden.

Autor
Tanja Kaufmann

Tanja Kaufmann

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
29. 05. 2020
15:14 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Amtssprache Bau Baubehörden Baukörper Bebauungspläne Bevölkerung Bürgermeister und Oberbürgermeister CSU Josef Müller Jürgen Hennemann SPD Stadträte und Gemeinderäte Städte Öffentliche Behörden
Ebern
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Wie der neue Bau der Landesbaudirektion aussehen wird, steht noch lange nicht fest. Klar ist nur: Der Gasthof Post wird abgerissen. Bei der Gestaltung des Nachfolgebaus will die Stadt ein Wörtchen mitreden.	Foto: Kaufmann

13.08.2020

Doch kein Architektenwettbewerb

Staatliches Bauamt und Landesbaudirektion wollen für den Behörden-Neubau in Ebern keinen Wettbewerb ausschreiben. Am alternativen Verfahren soll die Stadt aber dennoch mitwirken dürfen. » mehr

168 120 Euro hat der Bauausschuss der Stadt Ebern in seiner Sitzung am Mittwoch für Umbau und Sanierung der ehemaligen Schule in Bramberg frei gegeben, wo Wohnungen geschaffen werden sollen. Links das Feuerwehrhaus von Bramberg. Foto: Helmut Will

16.07.2020

168.120 Euro für Umbau der Schule

Bei der Vergabe von Aufträgen bleiben die Kosten unter dem, was der Eberner Bauausschuss eigentlich eingeplant hat. Das freut die Mitglieder. Auch beim Breitbandausbau geht es weiter. » mehr

Mit Unterstützung von zehn der 20 Wahlberechtigten wurde Josef Kees (links) zum Ortssprecher von Neuses gewählt. Bürgermeister Jürgen Hennemann (rechts) gratulierte. Foto: Helmut Will

11.08.2020

Mehr Platz für Fotovoltaik

Erneuerbare Energien waren auch in der Bürgerversammlung in Neuses ein Thema. Zudem wählten die Anwesenden einen neuen Ortssprecher. » mehr

Sicher ist, dass sich die Corona-Krise letztlich durch wegbrechende Steuerbeteiligung auch negativ auf die Finanzen der Kommunen negativ auswirken. Wie stark, könne man derzeit nur schätzen, so Eberns Bürgermeister Jürgen Hennemann.	Symbolfoto: Arne Dedert/dpa

30.04.2020

Eberns finanzielle Schieflage verschärft sich

Schlechter als im Vorjahr. So lautet das Urteil von Kämmerer Horst Junge mit Blick auf den Haushalt 2020. Die Ausgaben bleiben, Einnahmen brechen weiter weg - und Corona lässt Schulden steigen. » mehr

Simulation des Bauvorhabens durch die Verwaltung. Foto: Grafik

12.12.2019

Ein Disput, der an den Nerven zehrt

Das Hochregallager stand im Fokus der jüngsten Sitzung des Bauausschusses. Rund sechs Stunden nahm die Bearbeitung der Stellungnahmen in Anspruch. » mehr

Simulation durch georeferenzierte, lagegetreue Einfügungen des beabsichtigten Baues in Originalfotos durch die Verwaltung der Stadt Ebern.

13.12.2019

Eine Frage der Sichtachse

Die Verwaltung der Stadt Ebern hat weitere Visualisierungen des geplanten Hochregallager-Baus erstellt. So ergebe sich eine realistische Darstellung. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

HSC Coburg: Training und Media Day

HSC Coburg: Training und Media Day | 12.08.2020 Coburg
» 25 Bilder ansehen

WG: HSC - mögliche Aufmacher

WG: HSC - mögliche Aufmacher | 12.08.2020 Coburg
» 26 Bilder ansehen

Großbrand in Tettau auf Bauernhof

Großbrand auf Tettauer Bauernhof | 09.08.2020 Tettau
» 50 Bilder ansehen

Autor
Tanja Kaufmann

Tanja Kaufmann

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
29. 05. 2020
15:14 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.