Topthemen: Globe TheaterHSC 2000 CoburgBBC CoburgStromtrasse

Hassberge

Ehre, wem Ehre gebührt

Für seine Verdienste um das Wohl der Stadt Ebern erhielt Altbürgermeister Robert Herrmann den Ehrenbürger-Titel. Staatssekretär Gerhard Eck lobte in seiner Festrede die wegweisende Entscheidungen des "Baumenschen".



Gerührt ob der vielen lobenden Worte zeigte sich Altbürgermeister Robert Herrmann (2. v.r.), der am Donnerstagabend den Ehrenbürger-Titel der Stadt Ebern erhielt. Mit ihm freuten sich Landrat Wilhelm Schneider, Herrmanns Frau Christiane sowie Bürgermeister Karl Eberharter, der aus Eberns Partnergemeinde Strass im Zillertal angereist war. Fotos: Rudi Hein
Gerührt ob der vielen lobenden Worte zeigte sich Altbürgermeister Robert Herrmann (2. v.r.), der am Donnerstagabend den Ehrenbürger-Titel der Stadt Ebern erhielt. Mit ihm freuten sich Landrat Wilhelm Schneider, Herrmanns Frau Christiane sowie Bürgermeister Karl Eberharter, der aus Eberns Partnergemeinde Strass im Zillertal angereist war. Fotos: Rudi Hein   » zu den Bildern

Ebern - Zwei lebende Altbürgermeister hat die Stadt Ebern: Rolf Feulner und Robert Herrmann. Altbürgermeister Feulner ist zugleich Ehrenbürger, seit Donnerstagabend darf sich auch sein Amtskollege Robert Herrmann so nennen. Im feierlichen Rahmen des städtischen Neujahrsempfangs erhielt der 69-Jährige die höchste Auszeichnung der Stadt.

Verdienstvolles Lebenswerk

Robert Herrmann wurde am 28. Januar 1949 in Ebern geboren. Dem Realschulabschluss in Ebern (1966) folgten die Maurerlehre in Reckendorf, dann Hochbau- und Architekturstudium. Herrmann wurde Abteilungsleiter im Landbauamt Schweinfurt, Dienststellenleiter an der Außenstelle Bad Kissingen des Landbauamtes Schweinfurt, war ein Jahr Kreisbaumeister im Landratsamt Haßberge in Haßfurt, und anschließend Abteilungsleiter und stv. Amtsvorstand im Landbauamt Bamberg.

Von 1. Mai 1996 bis 30. April 2014 war Robert Herrmann (CSU) Erster Bürgermeister der Stadt Ebern und Mitglied des Kreistages Haßberge, Gemeinschaftsvorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Ebern, Vorsitzender der beiden Schulverbände Grund- und Mittelschule sowie stv. Vorsitzender des Wasserzweckverbandes der Pfarrweisacher Gruppe. Von 1999 bis 2005 war er 1. Vorsitzender des TV Ebern, seit 1998 Vorsitzender der Bürgerwaldkörperschaft Ebern.


Nach dem obligatorischen Rück- und Ausblick des aktuellen Bürgermeisters Jürgen Hennemann (SPD) zur Stadtpolitik war es an Staatssekretär Gerhard Eck (CSU), die Festrede des Abends zu halten. Zwei Möglichkeiten habe er, so Eck: "zum Fest reden" oder "fest reden". Dem Staatssekretär gelang eine Mischung, in dem er von der "unmittelbaren Heimat" den großen Bogen bis zur Landes-, Bundes- und gar Europapolitik schlug. Dabei habe ihm der Bürgermeister gesagt, er dürfe über alles reden, "nur nicht über 20 Minuten".

Wobei dies offenbar nicht die einzige Forderung ist, mit der sich der Staatssekretär alltäglich aus Reihen der Kommunen konfrontiert sieht. Die anderen sind finanzieller Natur, auch in Ebern: Dort hatte Bürgermeister Hennemann als Projekte für das neue Jahr neben einer Verbesserung der Mobilfunknetz-Abdeckung und der Verschönerung des Anlagenrings auch die anstehende Sanierung der Mittelschule, den Bau der neuen Kindertagesstätte und den Erhalt des Freibades angesprochen. Hierbei würden derzeit "neue Spielregeln" für Förderprogramme diskutiert, berichtete Gerhard Eck. In Zukunft sei es nötig, Allianzen zu bilden - ähnlich dem Allianz-Bad in Hofheim. Das Eberner Freibad würde aber ins Programm aufgenommen werden.

Wenn einer in der hohen Politik vorwärts komme und dabei ein anständiger Mensch bleibe, "dann muss er vorher Bürgermeister gewesen sein", stellte Eck fest, der dieses Amt auch 20 Jahre lang inne hatte. Eine Gemeinsamkeit mit Robert Herrmann übrigens, fast jedenfalls: 18 Jahre lang war dieser Stadtoberhaupt in Ebern. Gemein seien ihnen auch die Jagdleidenschaft, wie Herrmann ist auch Eck ein "Baumensch", wie er sagt, und beide hatten sie die Herausforderung einer Konversion zu meistern - der eine in Schweinfurt, der andere in Ebern.

Dort sei sie ausgezeichnet gelungen, lobte Gerhard Eck, wovon auch 23 Prozent Steigerung bei der städtischen Steuerkraft zeugen würden: Weitere Erfolge in der Ära Herrmann seien die erfolgreichen Dorferneuerungen, die einen "echten Beitrag zur Stabilisierung im ländlichen Raum" darstellten. Gleiches gelte für die seinerzeit erste kommunale Kinderkrippe ihrer Art und insgesamt eine "ausgezeichnete Infrastruktur". Aktiv zeigte sich der Altbürgermeister aber auch in Pfarrgemeinderat und Bürgerwaldkörperschaft. Ein "herausragendes Engagement und hohe Verbundenheit mit Ebern und der Region" bescheinigte ihm Gerhard Eck, das der Stadtrat zu Recht mit der Ehrenbürgerwürde belohne, wofür sich das Gremium in seiner Sitzung im Juni 2018 einstimmig ausgesprochen hatte.

Vier Jahre zuvor hatte es das einstimmige Votum zum Titel des Altbürgermeisters gegeben - für "Bob, den Baumeister", wie Bürgermeister Jürgen Hennemann damals scherzhaft rühmte, da Robert Herrmann vor allem die städtische Infrastruktur entscheidend geprägt habe. Als "Mann vom Fach" habe er auch in seiner Funktion als Bürgermeister öfter zum Zeichenstift gegriffen und Entwürfe für Baumaßnahmen der Stadt gefertigt, wo er für seine "Planungs- und Bauleistung sicher in Erinnerung bleiben" werde.

Ist es Zufall, dass die vielleicht größte Leistung der Ära Herrmann mit dem Namen eines großen Baumeisters verbunden ist? Beim Erwerb der Balthasar-Neumann -Kaserne nämlich nach dem Abzug der Bundeswehr und dem Ziel der Selbstvermarktung sei Robert Herrmann die entscheidende Kraft im Stadtrat gewesen, erinnerte Jürgen Hennemann. Durch die Schaffung von neuen Gewerbegebieten und Firmenansiedlungen konnten obendrein Arbeitsplätze ausgeglichen werden, die durch den Bundeswehr-Abzug und Behördenschließungen weggefallen waren. Die Errichtung der Verteilerspange und die Verlagerung des Bahnhaltepunktes sowie die Anbindung Eberns an den VGN trugen ebenso zur Steigerung der Attraktivität Eberns bei.

"Die Ergebnisse der Ära Herrmann dauern an und sind unübersehbar in Ebern", lobte Landrat Wilhelm Schneider (CSU) in seinem Grußwort. Die Leistungen in der größten Flächenkommune des Landkreises seien mit "viel Kreativität und Durchsetzungsvermögen" geschaffen worden, so Schneider; unermüdlich, mit viel Sachkompetenz, Ernst und Leidenschaft, und einem "hohen Maß an Nachsicht und Geduld der Gattin" im Hintergrund.

Ein Grußwort kam auch aus der Partnergemeinde Strass im Zillertal, aus der Bürgermeister Karl Eberharter und Altbürgermeister Ludwig Schnirzer eigens angereist waren, und auch Türmer Armin Dominka, der Robert Herrmann schon aus der gemeinsamen Schulzeit kennt, blies zur Feier des Tages in sein Horn.

Autor
Tanja Kaufmann

Tanja Kaufmann

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
18. 01. 2019
22:08 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Balthasar Neumann Bundeswehr Bürgermeister und Oberbürgermeister CSU Europapolitik Festreden Gerhard Eck Gewerbegebiete Hochbau Infrastruktur Jürgen Hennemann Leiter von Firmenunterabteilungen Mittelschulen SPD Staatssekretäre TV 1863 Ebern Vorsitzende von Organisationen und Einrichtungen Wilhelm Wilhelm Schneider
Ebern
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
geladene Gäste wohnten der Ehrung in der Rathaushalle bei.

17.09.2018

Dank und Ehre für Engagement

Walter Schmidt und Alfred Walz bekommen heuer die Bürgermedaillen der Stadt Ebern verliehen. Bürgermeister und Landrat würdigen die Leistungen der Männer. » mehr

Die verpflichtenden Vorschuluntersuchen in den Kindergärten sollen künftig alle in Haßfurt stattfinden. Das Gesundheitsamt gibt planerische Gründe und Personalmangel als Gründe an. In Ebern und der Baunach-Allianz will man sich damit nicht abfinden. Foto: Patrick Pleul/dpa

12.07.2018

Vor der Einschulung nach Haßfurt

Zur Vorschuluntersuchung sollen Eltern mit ihren Kindern künftig nach Haßfurt fahren. Bisher fanden diese in den Kindergärten vor Ort statt. Der Aufschrei ist groß. » mehr

Die Ortseinfahrt Ebern aus Richtung Gleusdorf kommend gesehen. Dort werden dem Ortschild 70 km/h vorgelagert, weil die Einfahrt zum "Mannlehn" vorhanden ist und der Verkehr rechtzeitig abgebremst werden soll. Foto: Will

12.12.2018

Kreisstraße HAS 51 ist wieder frei

Der Itzgrund ist nun wieder über den Landsbach zu erreichen. Bei strahlendem Sonnenschein und winterlichen Temperaturen wurde er dem Verkehr übergeben. » mehr

72 Prozent der befragten Bürger im Landkreis legen Wert auf klimagerechte Fortbewegung. Bei der regionalkonferenz zum Mobilitätskonzept in Ebern am Dienstag kam unter anderem der Vorschlag, dass sich Kommunen E-Autos anschaffen, um diese zu für Einzelfahrten zu vermieten. Symbolfoto: dpa

26.09.2018

Gemeinsam kommt man weiter

Bessere Verbindung in die Kreisstadt und zu den Coburger Schulen, Fahrdienste für Azubis oder eine E-Bus-Linie bis zur Heldburg: Die Ideen für ein Mobilitätskonzept im Landkreis Haßberge sind vielfältig. » mehr

Für den Kita-Neubau muss zuerst die alte Werkstatt weichen.

02.03.2018

Raum für Eberns Zukunftspläne

Ebern kauft dem Landkreis das Areal der ehemaligen Berufsschule ab. Die Stadt will auf der Fläche Platz für einen neuen Kindergarten und für barrierefreies Wohnen schaffen. » mehr

Eine runde Sache: Peter Ruppert vom Eine-Welt-Laden in Ebern mit einem "fairen" Ball, den es ebenfalls im Angebot gibt. Fotos: Kaufmann

09.05.2018

Jeder kann ein bisschen fair sein

Ebern will Fairtrade-Stadt werden - und ist es eigentlich längst. Viele Angebote gibt es bereits, sie sollen nun bekannter gemacht werden. Und auch die Agenda 21 soll nicht umsonst gewesen sein. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

WG: Misereor-Fastenaktion in Teuschnitz Teuschnitz

Misereor-Fastenaktion in Teuschnitz | 17.03.2019 Teuschnitz
» 11 Bilder ansehen

Männerballett Teuschnitz gewinnt in Auerbach Auerbach

Männerballett Teuschnitz gewinnt in Auerbach | 17.03.2019 Auerbach
» 13 Bilder ansehen

Vermisstensuche an der Rodach Kronach

Suchaktion an der Rodach | 16.03.2019 Kronach
» 22 Bilder ansehen

Autor
Tanja Kaufmann

Tanja Kaufmann

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
18. 01. 2019
22:08 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".