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Hassberge

Ein Meisterstück neben dem anderen

"Handwerkliches Können und ästhetisches Geschick": Nicht nur der Landrat verteilt bei der Verabschiedung der Schreinermeister Lob.



Der frischgebackene Meister Erik Burkhardt aus Presseck/Oberfranken erläutert hier den Besuchern seinen "Kluftschrank" mit der Holzart Rüster und sehr vielen Details im Innenbereich. Fotos: Günther Geiling
Der frischgebackene Meister Erik Burkhardt aus Presseck/Oberfranken erläutert hier den Besuchern seinen "Kluftschrank" mit der Holzart Rüster und sehr vielen Details im Innenbereich. Fotos: Günther Geiling   » zu den Bildern

Ebern - "Keine Schulabbrecher, niemand ist auf der Strecke geblieben - und Ihr zweifelsohne sehr guter Kursnotendurchschnitt von 2,14 ist sehr bemerkenswert." Dies betonte Schulleiter Dr. Oliver Dünisch bei der Verabschiedung des Meisterkurses K 68 und der Ausstellung der Meisterstücke in der Schreinermeisterschule in Ebern am vergangenen Sonntag vor zahlreichen Gästen.

Der Schulleiter erinnerte zu Beginn der feierlichen Veranstaltung daran, dass die Meisterschule seit nunmehr 25 Jahren Bestandteil der Eberner Schullandschaft sei und er sich über das gute und konstruktive Miteinander aller Eberner Schulen freue. Seine Abschiedsrede verband er mit dem letzten Sommertag und dem Wort "Sommer", das mit vielen Wortassoziationen verbunden sei. Eines davon sei "heiter", und im zwischenmenschlichen Sinne sei der heitere Umgang miteinander kein Selbstläufer. "In ihrem Kurs war irgendwie immer eine heiter entspannte Grundstimmung zu spüren, die sich auch auf ihr Umfeld übertrug und die Schulatmosphäre in den vergangenen Monaten wesentlich mitgeprägt hat", so Dünisch.

Der Kurs habe sich aber auch inhaltlich und in der Moderation von Workshops in ganz besonderem Maße eingebracht, wofür er auch namens zukünftiger Meisterkurse dankte, die von diesem Einsatz noch profitieren könnten. Er erinnerte an die schon als legendär zu bezeichnende Wochenexkursion, die gezeigt habe, welchen wertvollen fachlichen Beitrag eine gemeinsame Zeit in außerschulischer Umgebung für das gemeinsame Miteinander leisten könne.

Oliver Dünisch zog auch noch die Verbindung aus dem Sportumfeld und dem Sommer hervor, denn das zusammengewürfelte Handball-Team der Meisterschule habe nach kurzer Vorbereitungsphase sogar den "Platzhirsch TV Ebern" fast an den Rand einer Niederlage gedrängt und die Zuschauerränge zum Beben gebracht. Der Kurs habe damit nicht nur für die Meisterprüfung im Schreinerhandwerk trainiert, sondern auch für das Handballspielen. In diesem Zusammenhang verlas er auch ein Grußwort von Handball-Legende Heiner Brand, die lautete: "Ich gratuliere allen Jungmeistern sehr herzlich und wünsche viel Erfolg im beruflichen und privaten Leben. Ganz besonders hat mich gefreut, dass ihr in der schwierigen Zeit des Lernens noch die Zeit zum Handballspiel gefunden habt. Macht weiter so, denn Handball ist ein toller Sport und nebenbei auch eine Schule des Lebens."

Der Schulleiter gratulierte dann zur "ganz persönliche Ernte" und dem erfolgreichen Abschluss der Fachschul- und Meisterausbildung. Dazu wünschte er für die Zukunft noch "weitere Ernten als Ergebnis Ihrer Anstrengungen der vergangenen Monate und alles Gute für die berufliche Zukunft".

Landrat Wilhelm Schneider gratulierte zu den "wirklich gelungenen Meisterstücken, die sehr eindrucksvoll zeigen, wie innovativ und kreativ das Schreinerhandwerk ist". Es sei beeindruckend, "wie handwerkliches Können und ästhetisches Geschick harmonieren und sich in zeitlosem Design widerspiegeln", so der Landrat. Damit hätten alle eine Glanzleistung hingelegt und mit Blick auf den Handball ihr entscheidendes Tor geworfen. "Dieses Zeugnis hat einen bleibenden Wert für das ganze Leben. Es ist sozusagen die Qualifikations-Urkunde, mit der ihnen die Türen für die Zukunft geöffnet werden."

In den vergangenen Jahren habe der Zweckverband Meisterschule aber auch insgesamt 3,5 Millionen Euro in die Hand genommen, um bauliche Verbesserungen vorzunehmen oder anders ausgedrückt: "Wir kümmern uns um optimale Trainingsbedingungen und stellen also sozusagen das Stadion und all das zur Verfügung, was sonst noch dazu gehört," formulierte es Landrat Schneider. Das Geld in das Gebäude, den Brandschutz und die Dämmung sowie in das neue Wohnheim sei aber gut angelegt, "weil wir damit die bauliche Modernisierung und die Zukunft unserer Schreinermeisterschule langfristig sichern. Unsere Meisterschule hat einen sehr guten Ruf, sie ist eine echte Talentschmiede und ist eine unverzichtbare Einrichtung für unseren Landkreis, den Bezirk Unterfranken und den Wirtschaftsstandort Bayern." Weitere Grußworte sprachen Erster Bürgermeiser Jürgen Hennemann für die Stadt Ebern sowie der Präsident der Handwerkskammer Unterfranken Walter Heußlein. Die Moderation durch die Veranstaltung bot Peter Maiwald und das Blasmusikensemble Unterpreppach sorgte für die musikalische Umrahmung.

Als Abschlussbeste des Kurses wurden ausgezeichnet: 1. Günther Schön (1,30) aus Velburg/Oberpfalz; 2.Sebastian Sauer (1,54) Goldbach/Unterfranken; 3. Christian Kürten (1,57) Leverkusen/Nordthein-Westfalen. Für besondere Leistungen erhielten Sebastian Schmid, Obermässing/Mittelfranken (kaufmännische Fächer), Markus Heindl, Niederwerrn/Unterfranken (Gestalterische Fächer) und Karl Kreisel, Rugendorf/Oberfranken (technisch-handwerkliche Fächer) Ehrenpreise. Der Sozialpreis ging an Markus Heindl und Stephan Seitz, Neresheim/Stuttgart. Von den 18 Meisterschülern kamen 14 aus Bayern, zwei aus Nordrhein-Westfalen und je einer aus Baden-Württemberg und Hessen.

Die Meisterstücke der Absolventen stießen dann in einer Ausstellung auf großes Interesse. Sie reichten von einem Kluftschrank eines Schreiners/Zimmerers über Esszimmeranrichte, Barschrank, Flurschränkchen bis hin zu einem Wohnzimmertisch als Billardtisch. Den frischgebackenen Schreinermeister Erik Burkhardt aus Presseck in Oberfranken sah man dabei in seiner Kluft. Er hatte seine Ausbildung zum Schreiner absolviert, war aber dann, ähnlich wie die Zimmerleute, auf eine vierjährige Wanderschaft gegangen, die ihn über Deutschland hinaus bis nach Skandinavien und Kanada führte. Bei seinem Rückblick stellte er dabei vor allem die vielen menschlichen Erfahrungen heraus, aber auch für den Beruf habe es viel fachliches Wissen gebracht. Mit seinem "Kluftschrank" aus Rüsterholz mit geölter Oberfläche gab er den Besuchern einen interessanten Einblick in einen Kleiderschrank mit vielen Details.

Autor

Günther Geiling
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Veröffentlicht am:
24. 09. 2019
16:34 Uhr

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Günther Geiling

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24. 09. 2019
16:34 Uhr



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