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Ein kleiner Schritt Richtung Normalität

Der "Musikverein Harmonie Ebelsbach" hat in besonderem Ambiente ein erstes Konzert nach dem Lockdown gegeben. Doch bis hierhin gab es allerhand Hürden zu überwinden.



Das Blasorchester "Harmonie" begeisterte im Schlosspark von Gleisenau seine Gäste. Foto: Günther Geiling
Das Blasorchester "Harmonie" begeisterte im Schlosspark von Gleisenau seine Gäste. Foto: Günther Geiling  

Ebelsbach/Gleisenau - Das Corona-Virus hat die ganze Welt verändert, auch die Blasmusik-Welt. Die Wochen des Lockdowns waren für die Blaskapellen genauso hart, wie für andere Musikgruppen oder Sportvereine. Bis Anfang Juni waren nicht einmal Proben erlaubt. Aber seit einigen Wochen können sich die Musiker wieder freuen, dass sie proben und auch kleine Konzerte veranstalten können. Der "Musikverein Harmonie Ebelsbach" lud deswegen zu einem besonderen Abend-Konzert in den Schlosspark von Gleisenau ein, das auch guten Anklang fand.

Für die Laienmusiker bedeutete der Lockdown auch viele Wochen einen Verzicht auf ein heiß geliebtes Hobby und einen Ausgleich zum Alltag. Dabei hatte bei der "Harmonie" nach den Weihnachtsferien alles so gut angefangen mit Proben und Vorbereitungen auf das traditionelle Frühjahrskonzert am "Palmsamstag". Gleich einem besonderen Trommelschlag war jedoch auf einmal alles anders. "Von heute auf morgen musste der Probenbetrieb eingestellt werden und wir hörten das erste Mal von Corona-Pandemie und von Aerosolen bei Gesang und Blasmusik. Es war uns bisher nicht bewusst, dass wir Blasmusiker anscheinend ein gefährliches Hobby ausüben", meint heute der Vorsitzende der Harmonie, Markus Reinwand, zu dieser Situation.

Das Thema "Aerosole" und die Hygienevorschriften hätten auch die Verantwortlichen in Unruhe versetzt und man sei nicht darum herumgekommen, sich mit einem Hygiene- und Schutzkonzept für den Verein und seine Mitglieder zu befassen. Dabei habe man sich eben auch auf Aussagen von Virologen verlassen müssen, nach deren Meinung beim Singen und Spiele von Blasinstrumenten der Atem eine wichtige Rolle spiele. Es sei davon auszugehen, dass in dieser Atemluft Aerosole abgegeben würden, die möglicherweise Viren enthalten könnten.

Inwiefern die Viruslast durch den Luftweg in Instrumenten reduziert werde, sei jedoch unklar. Aber klar ist natürlich, dass sich in Blasinstrumenten Kondenswasser bilde und Feuchtigkeit sei potenziell als "virusbegleitendes Material" anzusehen. Proben und erst recht Konzerte waren somit nicht mehr möglich.

Mitglieder des Musikverein Harmonie haben sich aber trotzdem an der deutschlandweiten Aktion "Musik aus dem Fenster" beteiligt und ab Mitte März aus dem Fenster heraus "zusammen" musiziert. "Diese Aktion wurde vor allem von unseren jüngsten Musikern mit großer Begeisterung unterstützt und wir haben viele positive Rückmeldung aus der Bevölkerung bekommen. Aber: So ein Fensterkonzert ist kein Ersatz für das gemeinsame Musizieren!" ist die klare Aussage von Vorsitzendem Reinwand.

Mit dem Ende der Ausgangsbeschränkungen Ende Mai habe man die Teilnahme an dieser Aktion beendet. "Wir hofften mit dieser ersten Lockerung auf einen baldigen Wiederanlauf des Probenbetriebes, aber die Aerosole haben uns weiterhin einen Strich durch die Rechnung gemacht. Letztlich mussten wir bis Mitte Juni warten, bis eine erste Probe mit strengen Hygieneauflagen wieder möglich war."

Der Musikverein hat dazu ein vierseitiges Hygienekonzept an seine aktiven Musiker und Mitglieder herausgegeben, das bei Einsatz von Blasinstrumenten von einem Mindestabstand von zwei metern ausgeht und für einzelne Instrumentengruppe sogar besondere Hinweise bot wie "Querflöten sowie Holzbläser mit tiefen Tönen sind aufgrund der höheren Luftverwirbelungen am Rand zu platzieren".

Um aber wieder mit dem Probebetrieb anfangen zu können, achtete man natürlich auf diese Vorgaben, was aber im neuen Probenraum im Kellergeschoss des Probenraumes im Schloss Gleisenau kaum einzuhalten war, obwohl dort auch noch eine Belüftungsanlage installiert ist. Lüftungsgebote und Einhaltung der Abstandsregeln waren einfach nicht möglich gewesen und so war man froh, dass man vorübergehend von der Pfarrei St. Maria Magdalena den Pfarrsaal beziehungsweise den Pfarrgarten nutzen kann.

Im Musikverein "Harmonie" hat es Tradition, dass man Mitglieder mit "runden Geburtstagen" gerne mit einem Geburtstagsständchen überrascht. "Corona" machte auch diese aufmerksame Geste in den vergangenen Wochen nicht möglich, aber die Mitglieder sollten deswegen nicht vergessen sein. Aus diesem Grunde hatte das Blasorchester unter der Leitung von Dirigent Eduard Marpoder an diesem Wochenende diese Geburtsjubilare, aber auch die Mitglieder, bei schönstem Wetter zu einem "Abendkonzert" in den Schlosspark von Gleisenau eingeladen.

Mit "Happy Birthday" wurden dabei dem bisherigen Bürgermeister Walter Ziegler (70 Jahre), sowie Otto Virnekäs, Raffael Piacquadio und Adolf Hufnagel (jeweils 80 Jahre) musikalische Geburtstags-Glückwünsche überbracht. Zahlreiche Mitglieder waren aber auch gekommen, um mit gebührenden Abständen einem abwechslungsreichen Musikprogramm des Blasorchesters zu lauschen.

Autor

Günther Geiling
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Veröffentlicht am:
27. 07. 2020
16:56 Uhr

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Günther Geiling

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Veröffentlicht am:
27. 07. 2020
16:56 Uhr



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