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Eine fränkische Stimme für die Schüler in Bayern

Erst war sie "nur" Klassensprecherin. Jetzt vertritt Vanessa Frank als Schülersprecherin des Landkreises ihre Altersgenossen in ganz Bayern.



Vanessa Frank aus Ebelsbach ist zur Landesschülersprecherin gewählt worden. Foto: privat
Vanessa Frank aus Ebelsbach ist zur Landesschülersprecherin gewählt worden. Foto: privat  

Ebelsbach - Es begann eigentlich ganz "harmlos": Vanessa Frank wurde, was nicht außergewöhnlich ist, von ihren 27 Mitschülern zur Klassensprecherin gewählt. Damit nahm ihre "Karriere" allerdings erst richtig Fahrt auf. Denn die 15-Jährige aus Ebelsbach vertritt nach einer weiteren erfolgreichen Wahl nicht nur ihre Klasse, die M10, sondern gleich die gesamte Albrecht-Dürer-Mittelschule in Haßfurt, die sie erst seit acht Monaten besucht. Und mittlerweile ist sie im gesamten Freistaat tätig.

Warum? "Alle Schulsprecher des Landkreises haben einen Landkreisschulsprecher und einen Stellvertreter gewählt", erklärt Vanessa. "Weiter ging es dann nach Würzburg, dort wählten alle Landkreisschülersprecher des Bezirks Unterfranken einen Bezirksschülersprecher für Unterfranken und einen Stellvertreter." Danach folgte der vorläufige Höhepunkt, schließlich erhielt sie vom Bayerischen Kultusministerium eine Einladung zur Landesschülerkonferenz nach München. Zwei Tage zum Kennenlernen inklusive einiger Sitzungen und verschiedener Meinungsaustausche reichten aus, dass das Mädchen aus Ebelsbach seit Ende November neue Landesschülersprecherin ist. "Ich selbst bin sehr stolz, dieses Amt ausführen zu dürfen und das Vertrauen der bayerischen Schülerinnen und Schüler zu bekommen", freut sich die leidenschaftliche Fußballerin noch immer, wobei sie nach wie vor sehr überrascht ist. Schließlich war es für sie "eine Herausforderung und ein Erfolg, mich bei fünf Wahlen durchzusetzen."

Längst hat der Schulalltag wieder Einzug gehalten. Und die Meinungen darüber, dass die Haßfurter Albrecht-Dürer-Mittelschule die Landesschulsprecherin stellt, fallen unterschiedlich aus. "Ich denke, dass einige Lehrkräfte sehr überrascht waren. Trotzdem auch sehr stolz", macht Vanessa deutlich und ergänzt: "Sie wünschen mir viel Erfolg und Spaß in dem Amt". Und auch die Schülerinnen und Schüler denken unterschiedlich. "Einige freuten sich sehr für mich, andere wissen es noch gar nicht", gibt sie kurz und knapp die Reaktionen wieder. Die 15-Jährige selbst ist "unglaublich stolz", dass sie es bis zur Landesschülersprecherin geschafft hat und dankt im Nachhinein ihren "Wählern" für das Vertrauen. "Es soll eine Motivation für die Schüler sein, die sich auch wünschen, einmal dieses Amt ausführen zu dürfen", sagt sie und rät: "Wenn Ihr die Möglichkeit habt, dann versucht es."

Bis Ende des Schuljahres füllt sie nun das Amt aus. "So gut wie möglich", wie sie betont. Sie möchte in erster Linie "Meinungen, Wünsche und Anregungen der Schülerinnen und Schüler auf den Sitzungen preisgeben, um passende Lösungen mit der Landeschülerkonferenz und auch mit dem Kultusministerium zu finden." Zwei bis drei Mal treffen sich dazu alle Bezirksschülersprecher, was von ihnen selbst organisiert werden muss. Sie leitet dann die Treffen dieses "Landesschülerrates", ist darüberhinaus auch direkte Ansprechpartnerin des Kultusministeriums, der Verbände und Presse, wenn es sich um Fragen der Schüler oder der Bildungspolitik handelt. Als Landesschülersprecher sollte man sich ferner "über bildungspolitische Themen informieren, und stellvertretend für alle Schülerinnen und Schüler in Bayern, Stellung dazu beziehen." Zu guter Letzt könnte Vanessa noch Seminare anbieten, an Podiumsdiskussionen teilnehmen oder Pressemitteilungen veröffentlichen. "Im allgemeinen vertreten die Landeschülersprecher die Meinungen, Wünsche, Anträge und so weiter, nach außen."

Natürlich ist ihr zeitlicher Aufwand gestiegen, doch bereut hat sie ihren Schritt nicht. "Ich kann bisher sagen, dass es sich definitiv lohnt." Sie habe einerseits "die Möglichkeit, viele nette Menschen kennen zu lernen." Außerdem bekommt sie "einige Eindrücke in die Politik." Bei vielen Dingen habe man Mitspracherecht und arbeitet "sozusagen mit dem Kultusministerium zusammen. Als Landeschülersprecher lernt man definitiv auch selbständiger zu werden, sich durchzusetzen und sich gut zu präsentieren." Ob sich ihr Engagement als Landesschülersprecherin auch für ihr weiteres Leben einmal auszahlt, ist "schwer zu sagen, da die Amtszeit nur ein Jahr beträgt." Vanessa erhofft sich allerdings, dass die gesammelten Erfahrungen mit anderen Personen und Ämtern, für ihre berufliche und private Zukunft "von Nutzen sein können. Die Sozialkompetenzen wie Teamfähigkeit oder Konfliktmanagement sind auch in vielen Bereichen der Arbeitswelt immer mehr von Nöten."

Bleibt bei all den Terminen und Verpflichtungen jetzt überhaupt noch Zeit für ihre sportliche Leidenschaft? "Ja, definitiv", lacht sie. Sie teile sich Schule, Ehrenamt und Freizeit so ein, "dass ich auf Fußball nicht verzichten muss." Seit sieben Jahren jagt sie dem runden Leder nach, aktuell für den SV Rapid Ebelsbach. "Ich brauche den Ausgleich von Schule, Sport und Privatleben."

Im Juli 2019 endet indes nicht nur ihr Amt als Landesschülersprecherin, sondern mit dem mittleren Bildungsabschluss die Schulzeit insgesamt. Ihr Ziel ist eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich.

Ich bin sehr stolz, dieses Amt ausführen zu dürfen.


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Landesschülersprecherin

 

Vanessa Frank

 

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Veröffentlicht am:
30. 12. 2018
21:18 Uhr

Aktualisiert am:
30. 12. 2018
21:18 Uhr

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30. 12. 2018
21:18 Uhr

Aktualisiert am:
30. 12. 2018
21:18 Uhr



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