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Hassberge

Erneut Brand in der Papierfabrik

Durch schnellen Einsatz kann eine Ausbreitung des Feuers verhindert werden. Über 100 Kräfte von Feuerwehr und Rotem Kreuz sind am Feiertag stundenlang im Einsatz.



Brand in Papierfabrik Palm
  Foto: Michael Will / BRK » zu den Bildern

Eltmann - Großeinsatz am Feiertag:  Erneut  kam es am Donnerstag in der Papierfabrik in Eltmann zu einem Brand. Über 100 Kräfte von Feuerwehr und BRK waren stundenlang im Einsatz, verletzt wurde glücklicherweise niemand. Kurz nach 6.45 Uhr war am Donnerstagmorgen die Brandmeldeanlage in einer Lagerhalle angeschlagen, so dass bei der Integrierten Leitstelle ein automatischer Alarm auflief. Umgehend wurden daraufhin von den Disponenten die Feuerwehr sowie ein Rettungswagen aus Eltmann und der BRK-Einsatzleiter Rettungsdienst alarmiert.

Nach dem Eintreffen der Helfer stellte sich heraus, dass es sich um keinen Fehlalarm handelte, sondern in einer großen Lagerhalle ein Schwelbrand ausgebrochen war. Der entstandene Rauch hatte die Brandmeldeanlage aktiviert. Die Feuerwehr unter Einsatzleitung von Kreisbrandmeister Thomas Neeb ließ daraufhin weitere Einheiten nachalarmieren, so dass in der Folge neben der Polizei über 100 Frauen und Männer der Feuerwehren aus Eltmann, Ebelsbach, Limbach, Eschenbach, Zeil, Weißbrunn sowie der Schaeffler-Werksfeuerwehr die Brandbekämpfung aufnahmen. Auch Fachberater des Technischen Hilfswerkes Haßfurt waren vor Ort. Ein Bild der Lage machte sich auch die Landkreisführung mit Kreisbrandrat Ralf Dressel und Kreisbrandinspektor Georg Pfrang.

Da zunächst nicht absehbar war, wie lange der Einsatz dauern wird, ließ BRK-Einsatzleiter Jürgen Geisel weitere Einheiten des Roten Kreuzes nachalarmieren. So kam unter anderem die SEG IuK (Information und Kommunikation) aus Eltmann zur Unterstützung der Einsatzleitung sowie die beiden SEGs Betreuung und Verpflegung, die sich aus Mitgliedern der Bereitschaften Haßfurt, Untermerzbach und Hofheim zusammensetzen. "Ihre Aufgabe war es, für die insgesamt rund 115 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rotem Kreuz, THW und Polizei die Verpflegung mit Getränken und Essen zur Verfügung zu stellen", erklärt BRK-Pressesprecher Michael Will. Dazu wurde auf dem Betriebsgelände eine Betreuungsstelle eingerichtet. Es wurden Kaffee und Tee ausgeschenkt und Kaltgetränke angeboten, als kleine Mahlzeit gab es heiße Wiener und Brötchen. Auch die mobile Sanitätswache der BRK-Bereitschaft Haßfurt war zur Unterstützung vor Ort. "Verletzt wurde glücklicherweise niemand", konnte Einsatzleiter Jürgen Geisel schließlich mitteilen. Ein Feuerwehrmann, der als Atemschutzgeräteträger im Einsatz war, klagte zwar kurzfristig über Kreislaufprobleme, war aber schnell wieder auf den Beinen.

Weshalb es zu dem Brand gekommen ist, war zunächst unklar und ist Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen. Hervorragend reagiert haben drei Arbeiter der Papierfabrik, wie Betriebsleiter Helmut Liesen gegenüber dem Bayerischen Roten Kreuz auf Anfrage mitteilte. Sie hatten den Brand entdeckt und umgehend erste Maßnahmen eingeleitet. Zudem sprang die sogenannte Sprüh- und Flutanlage in der Lagerhalle an: eine automatische Löscheinrichtung, die bei einem Feuer bereits in den ersten Minuten große Mengen Wasser freisetzt, um so möglichst eine größere Ausbreitung des Brandes zu verhindern. Dies hat laut Helmut Liesen gut funktioniert.

Insgesamt lagern nach Angaben des Betriebsleiters mehrere Tausend Tonnen Altpapier in der betroffenen Halle. Mit Hilfe von firmeneigenen Radladern und Gabelstaplern wurden rund 200 bis 300 Tonnen Altpapierballen, die von dem Schwelbrand direkt betroffen waren, ins Freie gebracht. Dort wurden sie von der Feuerwehr im Betriebshof schließlich komplett abgelöscht. Über 20 Atemschutzträger kamen hierbei zum Einsatz, wie Kreisbrandmeister und Einsatzleiter Thomas Neeb berichtete. Aus dem nahegelegenen Main wurde Wasser gepumpt und mittels einer 500 Meter langen Schlauchleitung zum Betriebsgelände gefördert. Als Bereitstellungsraum für die Feuerwehrfahrzeuge wurde das gegenüber der Papierfabrik liegende Betriebsgelände eines Nutzfahrzeugherstellers genutzt. Nach über vier Stunden konnte der Einsatz gegen 11 Uhr beendet werden; der Betreuungs- und Verpflegungseinsatz des Roten Kreuzes dauerte anschließend noch an.

Bereits vor rund zehn Wochen war es in der Papierfabrik in Eltmann zu einem Brand gekommen: Damals mussten zwei Mitarbeiter der Papierfabrik mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Klinikum Bamberg gebracht werden, fünf weiteren wurde nach einer Untersuchung empfohlen, sich einem Betriebsarzt vorzustellen. Der Brand Anfang Juni war in einem Gebäudeteil entstanden, in dem das Altpapier für die Weiterverarbeitung vorbereitet wird. In dem Betriebsgebäude waren damals zum Zeitpunkt des Unglücks 13 Mitarbeiter beschäftigt.Wegen der Rauchentwicklung wurde die Fabrik evakuiert, die Papiermaschine stand für mehrere Stunden still. Anfang Juli hatte dann ein Fremdkörper in der Papiersortieranlage in einem Entsorgungsbetrieb in Knetzgau einen Brand mit starker Rauchentwicklung verursacht, dessen Löscharbeiten erst nach 26 Stunden beendet waren. Rund 320 Einsatzkräfte waren dort im Einsatz gewesen. brk/lich/tnk

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15. 08. 2019
12:57 Uhr

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15. 08. 2019
12:57 Uhr



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