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Erste Pläne für ein Millionen-Projekt

Wie könnte man der Ruine des Ebelsbacher Schlosses neues Leben einhauchen? Konzepte dafür werden im Gemeinderat vorgestellt. Ein Knackpunkt: die hohen Kosten.



Vor mehr als zehn Jahren vernichtete ein verheerendes Feuer große Teile des Ebelsbacher Renaissance-Schlosses. Wie man der Ruine neues Leben einhauchen könnte, damit befasste sich nun der Gemeinderat. Mehrere mögliche Nutzungskonzepte wurden dabei vorgestellt. Dieses Bild und diese Gegenüberstellung zierte die Präsentation des Architekturbüros Konopatzki&Edelhäuser.	Repro: Günther Geiling
Vor mehr als zehn Jahren vernichtete ein verheerendes Feuer große Teile des Ebelsbacher Renaissance-Schlosses. Wie man der Ruine neues Leben einhauchen könnte, damit befasste sich nun der Gemeinderat. Mehrere mögliche Nutzungskonzepte wurden dabei vorgestellt. Dieses Bild und diese Gegenüberstellung zierte die Präsentation des Architekturbüros Konopatzki&Edelhäuser. Repro: Günther Geiling  

Ebelsbach - Etwas mehr als zehn Jahre ist es nun her, dass in Ebelsbach ein verheerendes Feuer wütete, welches das aus dem 16. Jahrhundert stammende Renaissance-Schloss zu einem großen Teil vernichtete. Seitdem ist es nur noch eine Ruine mitten im Ort. Die Anlage befindet sich insgesamt in einem desolaten Zustand. Immer wieder wurde im Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung über das weitere Vorgehen beraten. In der jüngsten Sitzung stellte ein Architekturbüro mögliche Nutzungskonzepte vor. Die Investitionen werden mit 18,3 bis 30,6 Millionen Euro beziffert.

Die Architekten Andreas Konopatzki und Susanne Altrichter vom Architekturbüro Konopatzki&Edelhäuser stellten dem Gremium die Konzepte mit dem Schadensbild, einer Bestandsanalyse und den Reparaturen vor. Um das Schloss zu erhalten, sei eine Verspannung der Außenwände notwendig, und es müssten Gewölbeüberlastungen abgefangen werden. Unabhängig vom Brand gebe es auch morsche und verfaulte Deckenbalken.

Durch den Brand und Löschwasser seien Deckenfelder verlorengegangen, die durch eine Holz-Beton-Verbunddecke und Stahlträger ersetzt werden müssten. Ebenso müsse der Neuaufbau des Daches erfolgen.

Das Architektenduo legte dem Ratsgremium zehn Konzeptvorschläge für eine mögliche Nutzung vor. Die reichten von einem Gemeindezentrum mit Verwaltung (24,8 Millionen Euro), Räumen für Klein-Unternehmen (25,2 Millionen Euro), einem Kunstschloss Ebelsbach (21,5 Millionen Euro) über eine Akademie Seminarzentrum Schloss Ebelsbach (28,1 Millionen Euro) bis hin zu einer Genuss-Gastronomie (30,6 Millionen Euro). Vertiefende Varianten waren ein Unternehmens-Standort (18,3 Millionen Euro), Wohnen und Arbeiten (21,6 Millionen Euro) und eine Sanierung unter dem Motto "Wohnen im Alter" (27,8 Millionen Euro).

Diese Summen verfehlten ihre Wirkung auf die Ratsmitglieder nicht. Helmut Schöpplein (CSU) wandte ein, dass diese Gesamtkosten für die Gemeinde zu hoch seien. Roland Metzner (CSU) meinte, dass die CSU-Fraktion hinter einer möglichen Sanierung stehe. Man müsse die Nutzungskonzepte prüfen. Eine sinnvolle und finanziell machbare Lösung wäre ein Gewinn für die Gemeinde. Für die SPD-Fraktion bedauerte 2. Bürgermeister Martin Horn, dass man zehn Jahre verloren habe. Die drei favorisierten Projekte zwischen 18 und 30 Millionen Euro könne die Gemeinde nicht stemmen. Dies wäre nur in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen möglich. Er sprach sich für "altersgerechtes Wohnen" aus. Gerald Makowski brachte eine Nutzung durch Jung und Alt gemeinsam ins Spiel. Bedarf für einen Kindergarten oder eine Kinderkrippe gebe es. Auch die Ebelsbacher Jugend habe keinerlei Treffpunkt. Andere Gemeinderäte wiesen darauf hin, dass man das Areal erst einmal in die Hand bekommen müsse. Dann müsse man sich um einen Investor bemühen Alexander Käb (FW) fragte nach, wie lange der derzeitige bauliche Zustand der Gebäude so beibehalten werden könne. Derzeit sei kein akuter Handlungsbedarf, sagte Architekt Konopatzki. Notwendig sei jedoch eine Nachspannung der Stahlketten sowie die Abdichtung der Bausubstanz gegen Wasserschäden.

Zu größeren Diskussionen führte die Diskussion über die Aufstellung des Bebauungsplanes "Am Herrenwald". Auch wegen dieses Tagesordnungspunktes hatten sich zahlreiche interessierte Bürger eingefunden. Frank Schönfelder von der Planungsgruppe Strunz sprach über den Plan, der im November 2018 beschlossen worden war. Schon damals waren erheblich Bedenken angemeldet worden, unter anderem wegen des zusätzlichen Verkehrsaufkommens in Gleisenau und in der Schönbergstraße.

Der Beschluss des vorgesehenen Vorentwurfs sorgte für viele Wortmeldungen, vorwiegend aus der CSU-Fraktion, die sich mit der Planung nicht anfreunden konnten. Natürlich sei es wichtig, Bauplätze zu schaffen, was aber nicht zu Lasten der Anwohner gehen dürfe. Martin Horn (SPD) fragte, warum die CSU der Aufstellung des Bebauungsplanes damals zugestimmt habe und jetzt den Vorentwurf ablehne. Am Ende sprach sich die CSU-Fraktion geschlossen gegen den Vorentwurf aus, während die übrigen Gemeinderäte dafür stimmten.

Vertreter der Firma "naturstrom" stellten dem Gremium mögliche Flächen für Freiflächenphotovoltaik vor, etwa in der Nähe der geplanten Umgehung in Richtung Stettfeld. Hier kam der Vorschlag, vorab mit den Anwohnern abzuklären, ob sie damit einverstanden wären.

Um die Anschaffung eines Tanklöschfahrzeuges auf Landkreisebene ging es bei der Vorstellung des Fahrzeugkonzeptes durch Kreisbrandrat Ralf Dressel. Es sieht vor, dass die Gemeinde ein Fahrzeug erhalten soll. Christian Zehendner (CSU) gab zu bedenken, dass die Gemeinde Ebelsbach das Tanklöschfahrzeug allein - abzüglich der Zuschüsse des Freistaates und des Landkreises - finanzieren müsse. Von dem Tanklöschfahrzeug hätten aber mehrere umliegende Gemeinden einen Nutzen, ohne kostentechnisch dafür aufkommen zu müssen. Dies wäre für die Gemeinde nicht zumutbar. Das Gremium beschloss mit 14 zu zwei Stimmen die Beschaffung des Tanklöschfahrzeuges 3000 als Ersatz für das HLF 16. Auch die Entwurfsplanung zur erstmaligen Herstellung der Badergasse in Ebelsbach wurde auf den Weg gebracht.

Bei der Vermögensauseinandersetzung mit dem Hauptschulverband erklärte sich die Gemeinde Ebelsbach bereit, der Übertragung des Eigentums zuzustimmen. Bei einem Verkehrswert von 2 400 000 Euro durch den Gutachterausschuss übernehme man Schulden von 1 253 949 Euro und sei zu einem Vermögensausgleich an die beteiligten Gemeinden bereit: für Breitbrunn 44 817 Euro, für Kirchlauter 65 703 Euro für Stettfeld 47 863 Euro. Das wurde einstimmig beschlossen.

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Günter Geiling
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Veröffentlicht am:
17. 11. 2019
18:20 Uhr

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Günter Geiling

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Veröffentlicht am:
17. 11. 2019
18:20 Uhr



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