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Hassberge

Erste Waldbrände in diesem Jahr

In Zeil brennt am Mittwochabend ein Waldstück in der Nähe des Hainfriedhofs. Die Feuerwehr hat das Feuer aber schnell unter Kontrolle.



Zu einem ersten Waldbrand musste die Feuerwehr am Mittwochabend in Zeil am Main ausrücken.	Foto: Julian Weidinger/FF Haßfurt
Zu einem ersten Waldbrand musste die Feuerwehr am Mittwochabend in Zeil am Main ausrücken. Foto: Julian Weidinger/FF Haßfurt   » zu den Bildern

Zeil/Köslau - Die anhaltende Trockenheit bereitet nicht nur den Landwirten Sorge, auch die Feuerwehrkameraden sind in diesen Tagen in erhöhter Alarmbereitschaft: Wegen erhöhter Waldbrandgefahr hatten die bayerischen Behörden in allen sieben Regierungsbezirke über Ostern die Luftbeobachtung angeordnet. Zu Recht, wie sich bereits in den vergangenen beiden Tagen zeigen sollte.

Zum ersten Waldbrand in diesem Jahr in den Haßbergen musste am Mittwochabend die Freiwillige Feuerwehr Zeil ausrücken. Betroffen war ein größeres Waldstück in der Nähe des Hainfriedhofs in Richtung Krum: Rund 1000 Quadratmeter Fläche war in Brand geraten.

Nachdem wegen der Trockenheit die Gefahr bestand, dass sich der Brand schnell ausbreitet, forderten die Zeiler Kameraden mehrere Ortsteilfeuerwehren zur Unterstützung an. Die Leitstelle teilte dem Einsatzleiter über Funk mit, dass auch das Haßfurter Gerätehaus noch besetzt sein sollte. Mit Zustimmung des Einsatzleiters wurde auch das Wechselladerfahrzeug und der Abrollbehälter Wasser nachgefordert, der über einen Wassertank verfügt, der im aufgesattelten Zustand bis zu 4000 Liter gefüllt werden kann. Abgestellt fasst er sogar bis zu 9000 Liter.

Bei Eintreffen der Feuerwehr Haßfurt hatten die Zeiler Kameraden dank ihres schnellen Eingreifens den Brand jedoch bereits unter Kontrolle bringen und eine weitere Ausbreitung verhindern können. Um die weitere Wasserversorgung sicherstellen zu können, wurden die Fahrzeugtanks vorsichtshalber aber vom Abrollbehälter Wasser gespeist. Damit konnten dann auch die Nachlöscharbeiten ohne Unterbrechung weitergeführt werden, ehe schließlich auf eine Wasserversorgung über Hydranten umgestellt wurde.

Schon am nächsten Tag waren die Einsatzkräfte erneut gefordert: Nahe Köslau war mittags gegen 13.30 Uhr eine unklare Rauchentwicklung gemeldet worden. Bekannt war zunächst nur, dass sich der Brandherd inmitten eines großflächigen Waldstücks zwischen Köslau und Dörflis befinden musste. Die Suche nach der Brandstelle in dem teils sehr unwegsamen Gelände gestaltetet sich für die Kameraden äußert schwierig, weshalb die ILS Schweinfurt zur genaueren Lokalisierung schließlich auch Luftbeobachter einsetzte. Da zudem auch starker Wind wehte, sollten über das wachsame Auge aus der Luft obendrein noch andere mögliche Brandstellen erkannt oder auch ausgeschlossen werden.

Die Ursache war schließlich mit einem Schwelbrand gefunden, der sich auf einer Fläche von 1000 Quadratmetern bereits weit in den Boden hineingefressen hatte. Das Feuer bekämpften die Feuerwehren aus Königsberg, Köslau, Neubrunn, Kirchlauter, Dörflis, Zeil und Haßfurt mit insgesamt 55 Feuerwehrleuten.

Und auch die Landwirtschaft sprang helfend zur Seite: Weil der nächste Hydrant zu weit entfernt und daher eine Wasserbeschaffung mittels Schläuchen reichlich schwierig gewesen wäre, beförderten auch drei Landwirte aus der näheren Umgebung mittels ihrer Güllefässer zusätzlich noch Wasser an die Einsatzörtlichkeit.

Aufgrund der langwierigen Löscharbeiten wurden auch bei diesem Einsatz mehrere wasserführende Fahrzeuge nachalarmiert. Neben den Tanklöschfahrzeugen aus Zeil und Königsberg kam auch hier wieder der Abrollbehälter Wasser aus Haßfurt zum Einsatz. Die geländegängigen Tanklöschfahrzeuge fuhren im Pendelverkehr direkt zur Einsatzstelle im Wald, mit dem Abrollbehälter Wasser wurde gleichzeitig ein Pendelverkehr zwischen Waldrand und einem Hydranten in Köslau durchgeführt, um die Tanklöschfahrzeuge mit Löschwasser zu speisen.

"Durch das sofortige Einschreiten der Feuerwehren konnte schließlich der Waldbrand unter Kontrolle und ein weiteres Ausbreiten verhindert werden", sagte Polizeioberkommissar Daniel Ruß von der PI Haßfurt am Karfreitag. Insgesamt sei ein Sachschaden von rund 1000 Euro entstanden. Ruß: "Der Grund für den Brandausbruch ist derzeit noch unbekannt."

Auch bei Großbirkach im Landkreis Bamberg (Markt Ebrach) war am Donnerstagnachmittag eine kleinere Waldfläche in Brand geraten. Auch sie konnte aber in einem Großeinsatz der umliegenden Feuerwehren und mit Unterstützung örtlicher Bauern schnell gelöscht werden.

Einen Waldbrand hatte die Feuerwehr Haßfurt gemeinsam mit den Kameraden aus Wülflingen zuletzt im vergangenen Oktober gerade noch rechtzeitig verhindern können. Knapp 15 000 Liter Wasser waren nötig gewesen, um das Feuer am Waldrand bei Wülflingen unter Kontrolle zu bringen. Entzündet hatten sich offenbar wegen der anhaltenden Trockenheit Gartenabfälle auf wenigen Quadratmetern. Weitaus größer war der Brandherd im vergangenen August zwischen Eyrichshof und Fischbach bei Ebern: Rund zwei Hektar Wald wurden hier ein Raub der Flammen; viereinhalb Stunden brauchten hier 130 Feuerwehrleute, um den Brand unter Kontrolle zu bekommen.

Ursächlich war auch hier - zusätzlich zur damals herrschenden Sommerhitze - eine lange Trockenperiode, wegen der die Regierung von Unterfranken nun auch für das Osterwochenende eine erhöhte Waldbrandgefahr ausgerufen und bis einschließlich Ostermontag, 22 April, die Luftbeobachtung angeordnet hat. Bis dahin sei kein nennenswerter Niederschlag zu erwarten, aufgrund des schönen Wetters und der Feiertage aber hingegen eine erhöhte Zahl von Ausflüglern in Wald und Flur - beides Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit einer Brandentstehung nach Ansicht der Experten deutlich erhöhen.

Ausgebildete Luftbeobachter machen sich daher jeweils in den Nachmittagsstunden zu den höchsten Gefährdungszeiten auf in die Luft, um Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen. Darüber hinaus ist natürlich auch weiterhin die Bevölkerung dringend darum gebeten, in Waldgebieten äußerste Vorsicht walten zu lassen und keinesfalls mit offenem Feuer zu hantieren oder zu rauchen.

Autor
Tanja Kaufmann

Tanja Kaufmann

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Veröffentlicht am:
18. 04. 2019
09:48 Uhr

Aktualisiert am:
19. 04. 2019
12:50 Uhr

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Tanja Kaufmann

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