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Hassberge

Frauen erobern die Welt der Zweiräder

Die Zahl der Krafträder hat 2019 bundesweit einen neuen Rekord erreicht: 4,44 Millionen Maschinen. Rund 83 Krafträder pro 1000 Einwohner waren es im Landkreis Haßberge.



Frauen erobern die Welt der Zweiräder
Frauen erobern die Welt der Zweiräder  

Kreis Haßberge - Mit rund 7023 Maschinen lag nach der jährlichen Bestandsanalyse des Kraftfahrt-Bundesamtes der Gesamtbestand an Motorrädern, Rollern, Trikes, Quads und Co Anfang 2019 im Landkreis Haßberge um 60 Maschinen über dem des Vorjahres und gleichzeitig auf einem neuen Höchstwert. Die Maschinen sind dabei längst nicht mehr nur Männersache: Mit einem Frauenanteil von 13,7 Prozent liegt der Kreis Haßberge in der Bundesliga der Motorrad-Mädels auf Platz 120. Spitzenreiter unter 400 Städten, Kreisen (samt Stadtstaaten) ist die bayerische Stadt Ansbach mit 16,8 Prozent.

Schlüsselt man die Entwicklung auf, ergibt sich, was den Kreis Haßberge angeht, folgendes Bild: Die Zahl derer, die auf Motorrädern und -rollern, sprich zulassungspflichtigen Zweirädern unterwegs sind, stieg im KBA-Vergleich um 62. Die Zahl der Dreiräder liegt bei 52, im Vorjahr bei 51. Bei den Quads sind 368 registriert, im Vorjahr waren dies 371.

Die Spaßmobile machen aber nicht jedem Spaß. Es soll Leute geben, die zählen die Tage bis zum 30. September. Die einen, weil sie dann ihre Maschine einmotten müssen, weil die meisten als Saisonfahrzeuge nur Schönwettergeräte sind. Die anderen, weil es damit leiser wird, weil die Maschinen aus Feld und Flur verschwinden. Denn die Lust an Motorrad ist für einen Teil der Fahrenden mit der Lust verbunden, die "Klappe aufzureißen". Das kleine Teil am sogenannten Klappen-Auspuff verleiht Motorrädern und Sportwagen die Lautstärke von kleinen Düsenjets, wenn es geöffnet wird.

6879, 6963, 7023, war die Entwicklung bei der Gesamtzahl der Krafträder im Kreis Haßberge in den Jahren 2017, 2018 und 2019. Für Frauen lautet die Zahlenreihe: 928, 963, 959 für die letzten drei Jahre. Bleiben für die Männer: 5951, 6000, 6064 Kraftfahrzeugbriefe und -scheine. Oder 86,3 Prozent (Vorjahr: 86,2 Prozent). Bundesweit wächst die Zahl der Frauen mit eigenem Zweirad von Jahr zu Jahr. 2019 wurden jetzt 589 274 Mädels mit Maschinen gezählt. (581 926 oder 7348, sprich 1,3 Prozent weniger, waren es noch Anfang 2018 gewesen.)

Dreht man den Zahlenspieß um, heißt der hiesige Bestand aber auch, dass rund 917 Menschen von 1000 im Kreis Haßberge keine Maschine besitzen. Als Nachbarn motorradfreundlicher Strecken - und Nachbarschaft erstreckt sind über ein paar hundert Meter - haben sie aber den Lärm.

Der Haken an der Herrlichkeit: Kradfahrer können bei Tempoüberschreitungen ein Bußgeld bekommen, ein Krachlimit gibt’s nur eingeschränkt. Krachmach-Maschinen sind nach den derzeitigen Vorgaben für die Betriebserlaubnis sogar zulässig, sie müssen nur auf dem Prüfstand leise sein. Das gilt weltweit, Basis ist eine UN-Regelung. Aber auch so etwas lässt sich im Prinzip ändern: "Die Arbeiten zum deutschen Vorschlag zur Änderung der UN-Regelung 92 für Motorradaustauschschalldämpfer wurden Ende 2018 abgeschlossen. Die Änderung führt dazu, dass Klappenschalldämpfer mit Laut-/Leise-Umschaltung zukünftig nicht mehr genehmigungsfähig sein werden. Dies wird zu einer Reduzierung der Realgeräuschemissionen führen, da diese Schalldämpfer in den letzten Jahren bei einigen Motorradfahrergruppen immer beliebter wurden. Vorschriftenänderungen zur UN-Regelung 59 für Pkw-Austauschschalldämpfer mit gleicher Wirkung sollen folgen", meldete das Verkehrsministerium zu Beginn der Motorradsaison 2019. Seitdem herrscht Ruhe: An der Gesetzesfront.

Bleibt die Frage, wie sich laut und leise unter den Krafträdern und Autos verteilen. Dafür gibt es jedoch keine amtlichen Zahlen. Aber einen Daumenpeilwert aus dem baden-württembergischen Weinort Weinstadt-Schnait. Dort ergab sich aus einer mehrmonatigen 24-Stunden-Lärmmessreihe zum einen die Erkenntnis a: "Verursacht werden die Lärmprobleme je nach Tag und Fahrzeugaufkommen von fünf bis maximal zwölf Prozent der Verkehrsteilnehmer ...‘' und zum anderen die Erkenntnis b: "Die Spitzenwerte über 100 dBA (Disco, einen Meter vom Lautsprecher entfernt), wurden zwischen 4.37 Uhr an einem Sonntagmorgen und 18.47 Uhr an einem Mittwochabend gemessen. Vereinfacht ausgedrückt: Der Krach, dem die Anwohner in Schnait ausgesetzt sind, hängt davon ab, wann es einem Fahrzeugbesitzer in den Sinn kommt, Krach zu machen."

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Teja Banzhaf
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Veröffentlicht am:
26. 08. 2019
19:32 Uhr

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Teja Banzhaf

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Veröffentlicht am:
26. 08. 2019
19:32 Uhr



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