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Hassberge

Frei wie ein Vogel

Sascha ist an den Rollstuhl gebunden und in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Beim Flugtag spielt das eine zeitlang keine Rolle mehr.



Es war für manchen gar nicht so leicht, in den Sitz zu kommen.
Es war für manchen gar nicht so leicht, in den Sitz zu kommen.   » zu den Bildern

Ebern/Sendelbach - "Ich bin das erste Mal geflogen. Aber der Flug war richtig angenehm und abwechslungsreich. Ich habe das Fliegen einfach auf mich zukommen lassen und habe es auch nicht bereut." So beschrieb der 37-jährige Christoph von der Lebenshilfe Ebern seinen ersten Flug und seine Begeisterung sah man ihm in den Augen an. Ähnlich ging es aber auch den anderen, die auf dem Flugplatz in Sendelbach im Rahmen des "Flugtages für Menschen mit Handicap" in die Lüfte starten durften.

Die Josef-Badum-Stiftung aus Bamberg hatte zusammen mit dem Flugclub Ebern dazu eingeladen. Die Stiftung hat sich dabei als Ziel gesetzt, immer wieder Menschen unbeschreibliche Glücksgefühle nahezubringen. Davon profitierten schon die Lebenshilfe Innsbruck mit Tandemflügen, aber auch die Lebenshilfe aus Frensdorf. Man leistete aber auch schon Förderung für Menschen in Moldawien mit Rollstühlen und Rollatoren und nun kam die "Lebenshilfe Ebern" in den Genuss eines besonderen Tages.

Der Vorsitzende des Flugclubs Ebern Franz Hardi ließ keinen Zweifel daran, dass man jedes Jahr so eine Aktion mit der J-B-Stiftung durchführe und gerne Menschen eine Freude bereite. Es mache unheimlich Spaß, solchen Jugendlichen und Erwachsenen etwas zu geben wie hier mit dem Fliegen. Jugendliche gingen an diese Sache oft auch unbefangener heran als Erwachsene und auch Personen mit Behinderung sähen dies unbedarfter.

Dr. Steger von der Lebenshilfe Ebern dankte für die Einladung und hielt es für wichtig, dass man immer wieder mit Menschen mit Handicaps in die Öffentlichkeit gehe. Integration sei ganz wichtig und dieser Flugtag sei ein Schritt dazu.

Nach einer kurzen Einführung in das Fliegen, merkte man den beteiligten Personen die Spannung schon etwas an, denn jeder hatte ja auch seine eigene Vorstellung mit welcher "Maschine" er starten wolle. Die Auswahl reichte dabei von der leichten X-Citor mit Schirm über die Tragschrauber oder das "Spielzeug der Luft" bis hin zu den normalen einmotorigen Fliegern. Bei der Strecke durften die "Flieger" natürlich auch ihre Wunschorte nennen oder einen Rundflug über die Haßberge und das Maintal aussuchen.

Bei Sascha, der schwerbehindert und an den Rollstuhl gebunden ist, war schon das Einsteigen in den X-Citor nicht so leicht. So mussten ihn einige Männer in den Sitz hieven und ihn dort auch richtig anschnallen. Sascha ließ das mit Geduld über sich ergehen. "Meine Beine machen, was sie wollen und sind unkontrollierte Muskelgruppen", gab er sogar den Hinweis, sodass man sie auch anschnallte. Aber er kehrte dann begeistert vom Flug zurück.

Der 22-jährige Manuel hatte sich die Haßberge mit den Dörfern Losbergsgereuth, der Burg Altenstein und seinen Heimatort Rabelsdorf ausgewählt und sprach von "einem einmaligen und sehr ruhigen Flug." Sein Pilot Gerold Mahlmeister nannte auch den Grund hierfür. "beim Tragschrauber fliegt man wie auf einem 54 qm großen Teppich und so ist es ein ganz ruhiges Fliegen, selbst bei kleineren Böen."

"Einfach phantastisch" war der Kommentar von Alfred Neugebauer. "Ich war einfach davon begeistert, wie sich die Baunach so durch die Gegend schlängelt. Aber erschreckt war ich auch davon, wie viel trockene und dürre Bäume ich gesehen habe. Hier wartet viel Arbeit auf die Besitzer."

Er hob aber auch hervor, wie wichtig bei einem solchen Flug die Kommunikation sei und meinte "ich hatte einen tollen Piloten". Für alle Beteiligten war dieser Flugtag und dieser Ausflug in die Lüfte um Ebern sicherlich ein Erlebnis, das man nicht vergessen wird.

Autor

Günther Geiling
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Veröffentlicht am:
13. 08. 2019
00:00 Uhr

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Autor

Günther Geiling

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Veröffentlicht am:
13. 08. 2019
00:00 Uhr



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