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Hassberge

Für Natur und Gesellschaft

Der vor 25 Jahren gegründete Heimatverein NatFam hat sich in Burgpreppach viel Lob für seine Arbeit verdient. Allerdings findet er nicht immer das Wohlwollen der staatlichen Behörden.



Ganze Schulklassen besuchen den Heimatverein NatFam im Bauhof und sind erstaunt, was es alles dort zu besichtigen gibt.
Ganze Schulklassen besuchen den Heimatverein NatFam im Bauhof und sind erstaunt, was es alles dort zu besichtigen gibt.   » zu den Bildern

Burgpreppach - Im Jahr 1990 wurde der Heimatverein Natur und Familie (NatFam) Burgpreppach aus der Taufe gehoben. Schriftsteller Paul Hermann Bürgel (Gründungsvorsitzender), Werner Korn vom Naturwissenschaftlichen Museum Coburg, Monica von Deuster, Werner Fey, Werner Saar, Alfred Köhler, Petra Grämer, Gerda Wenzlow und Heidi Flachsenberger trafen sich im Schloss derer von Deuster, um die Taufe vorzubereiten. Ab 1991 übernahm Heidi Flaschenberger das Amt der Ersten Vorsitzenden und übt es bis heute aus. Ihre Stellvertreterin ist Gerda Wenzlow.

Kritik vom Denkmalschutz

Nachdem in der "evangelischen Schule" zahlreiche präparierte Tiere und Lehrmaterial entdeckt wurden, das von der jüdischen Präparandenschule Talmud Tora stammte, reifte die Idee, im Burgpreppacher Schloss ein Museum einzurichten, um die für Burgpreppach wertvollen Teile zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dies wurde möglich, weil die Schlossbesitzer Monica und Carl Otto von Deuster entsprechende Räume zur Verfügung stellten. Mit Elan sanierten die Mitglieder von NatFam die Räume - und zwar zum Verdruss des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, das mit der Eigenrenovierung nicht einverstanden war.

Schon im Gründungsjahr wurde die erste Bilderausstellung "Burgpreppach früher und heute" gezeigt. Die Resonanz war so groß, dass die Veranstalter weitere Bilderausstellungen mit den Titeln "Amphibien in und um Burgpreppach" sowie "Burgpreppach und seine Ortsteile einst und jetzt" folgen ließen. NatFam wurde so eine Institution, die sich rührend um Vergangenheit und Gegenwart des Marktes Burgpreppach kümmert. So wurde auch der jüdische Friedhof bildlich und schriftlich dokumentiert.

Diese Arbeiten honorierte die Gemeinde und bot NatFam im Bauhof kostenlose Unterkunft, nachdem die Räumlichkeiten im Schloss nicht mehr zur Verfügung standen. Die präparierten Tiere aus der jüdischen Präparandenschule stellen zwar keine wertvollen Gegenstände dar, sind aber ein Teil der Burgpreppacher Heimatgeschichte.

Blick auf die Wurzeln

In den 25 Jahren Vereinsgeschichte entwickelten sich interessante Verbindungen. Viele Nachkommen ehemaliger jüdischer Familien und Burgpreppacher Einwohner kommen gerne zu den Wurzeln ihrer Vorfahren, haben sie doch in NatFam einen Ansprechpartner, der viele Unterlagen von früher besitzt. Durch die Besuche erhält auch der Verein immer wieder neue Erkenntnisse und kann so seinen Fundus vervollständigen.

Die Tätigkeiten von NatFam dehnten sich aber auch auf den sozialen Bereich aus: Nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl war NatFam eine der ersten Insitutionen im Landkreis, die Hilfe anbot. Über den Aufruf "Tschernobyl-Hilfsaktion" schickte NatFam Pakete in die Ukraine und holte dann drei Jahre lang Kinder mit ihren Müttern nach Burgpreppach, um sie einmal aus ihrer trostlosen Umgebung herauszureißen und ihnen einige erholsame Wochen zu bieten.

Ärger mit dem Finanzamt

Helfen wollen und helfen können ist jedoch zweierlei, wie sich auch hier zeigte: Das Finanzamt machte NatFam einen Strich durch die Rechnung und drohte sogar mit Entzug der Gemeinnützigkeit, weil die Hilfe sich nicht mit den Vereinszielen deckte. Der Verein musste die Aktion einstellen, privat ging sie aber weiter.

NatFam war auch gefragt, als der Markt Burgpreppach Jubiläum feierte. Das Buch "300 Jahre Markt Burgpreppach" hält die Geschichte fest. Doch der Verein will auch in die Zukunft blicken - und würde sich deshalb sehr freuen, wenn neue, jüngere Bürger, ihr Interesse an den Zielen von NatFam entdeckten.

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Von Gerhard Schmidt
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Veröffentlicht am:
04. 08. 2015
00:00 Uhr

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Von Gerhard Schmidt

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04. 08. 2015
00:00 Uhr



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