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Hassberge

Ganzheitlich denken und handeln

Dem ehemalige Abfallberater Wolfgang Aull mahnt einen respektvollen Umgang mit der Natur an. "Nachhaltigkeit" ist sein Thema im Café Ton in Fabrikschleichach.



Durch geschickte Organisation - etwa den Einsatz von Mehrweggeschirr und kompostierbarer Verpackungen (Pappteller ohne Folie, Servietten), Biotonnen statt Restmülltonnen, konnte der Restmüllanteil beim Fest "900 Jahre Maroldsweisach" auf ein Minimum gesenkt werden. Foto: Aull
Durch geschickte Organisation - etwa den Einsatz von Mehrweggeschirr und kompostierbarer Verpackungen (Pappteller ohne Folie, Servietten), Biotonnen statt Restmülltonnen, konnte der Restmüllanteil beim Fest "900 Jahre Maroldsweisach" auf ein Minimum gesenkt werden. Foto: Aull  

Fabrikschleichach - Nachhaltigkeit ist für Wolfgang Aull die größte Herausforderung unseres Jahrhunderts. Der ehemaligen Gewerbeabfallberater referierte zu dem Thema im Café Ton in Fabrikschleichach. Anhand einer reich bebilderten, sehr authentischen Powerpoint-Präsentation wagte er einen eindrucksvollen Rundumschlag durch die Menschheitsentwicklung. Aull zeigte an konkreten Beispielen, wie jeder Einzelne seine aktuelle Lebensweise hinterfragen und hin zu einem respektvollen Umgang mit der Natur verändern kann.

"Noch nie sind so viele Tier- und Pflanzenarten in so kurzer Zeit von der Erdoberfläche verschwunden wie heute", argumentierte der 61-Jährige und vermittelte den Zuhörern, die sogar aus Entfernungen bis Nürnberg angereist waren, seine Herzensangelegenheit sehr lebensnah. Es treibe ihn um, dass Böden und Gewässer weltweit ohne Skrupel verunreinigt werden, Bodenschätze ausgebeutet und Urwälder gerodet werden. "Während wir in Saus und Braus, im Überfluss leben, schreitet die Verwüstung der Erde voran, müssen Heerscharen von Menschen ihre Heimat wegen Unbewohnbarkeit verlassen", so der zweifache Familienvater. Doch trotz trüber Stimmung wolle er nicht nur schwarz malen. "Wir sollten uns ein Beispiel an jenen Völkern nehmen, die im Einklang mit der Natur leben", riet er. "Wir haben eine Verpflichtung gegenüber unseren Kindern, den gemeinsamen Lebensraum zu schützen."

Und er stellt klar: "Mir geht es nicht darum, die Menschheit zu retten", so Wolfgang Aull. "Ich will mit gutem Gewissen in den Spiegel schauen können."

Die Zielrichtung der Menschheit habe sich seit dem 19. Jahrhundert grundlegend geändert. Der Blick nach dem Seelenheil im Jenseits gerate zunehmend in den Hintergrund, so Aull. Konsum und Unterhaltung gehörten zwar zum modernen Leben dazu, doch man dürfe nicht alles danach ausrichten, mahnte der Nachhaltigkeitsexperte. Er zeigte knapp 100 Fotos, die entweder von ihm selbst stammen oder von Personen seines Vertrauens aufgenommen wurden. Aull bezog auch zeitgenössische Kunst und Glaubensfragen in sein Nachhaltigkeitskonzept mit ein. Als einen bemerkenswerten Kämpfer für die Belange der Natur nannte er den im Steigerwald lebenden Künstler Herman de Vries. "Wir können viel von der Natur lernen und sollten sehr behutsam mit ihr umgehen." Die Wegwerfgesellschaft, so Aull, sei kein Zukunftsmodell. In seiner Zeit als Verpackungsingenieur des Speiseeisherstellers Schöller habe er sich damit beschäftigt, umweltfreundliche Alternativen zu PVC-Folien zu finden und in den Handel zu bringen. "Diese beruflichen Erfahruneg haben mich nachhaltig geprägt", erinnert sich der Mitarbeiter des Landratsamts Haßberge. Aull hatte zunächst Kunststofftechnik in Rosenheim studiert, bevor er dem Kunststoff den Kampf ansagte. Bis April dieses Jahres war er in der Kreisabfallwirtschaft beschäftigt. Dort betreute er unter anderem die Kampagne "Umwelt schützt im Alltag".

Derzeit kümmert sich Aull um die Asylarbeit im Landkreis, möchte sich jedoch zukünftig stärker auf seine Vorträge konzentrieren. Er wünscht sich, das Thema "Nachhaltigkeit" verstärkt in die Schulen hineinzubringen. "Wir rumpeln mit unserem ‚way of life‘ in eine Sackgasse", mahnt der engagierte Umweltschützer.

Autor

Marc Heinz
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
25. 11. 2018
22:38 Uhr

Aktualisiert am:
25. 11. 2018
22:38 Uhr

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Marc Heinz

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25. 11. 2018
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