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Hassberge

Gericht lässt bei Fahrerflucht Milde walten

Eine Frau fährt nach einem Unfall davon. Fahrverbot und Geldstrafe wegen Fahrerflucht werden reduziert, da die junge Mutter ihre Kinder versorgen muss.



Gericht lässt bei Fahrerflucht Milde walten
Gericht lässt bei Fahrerflucht Milde walten  

Haßfurt - Weil sie eine behinderte Tochter hat, die täglich zur Betreuungseinrichtung gefahren werden muss, erhielt eine 29-jährige Mutter aus dem Maintal am Freitag am Amtsgericht eine milde Strafe. Gegenstand der Verhandlung war eine Fahrerflucht, die sie am 17. Dezember vergangenen Jahres begangen hat.

Damals hatte sie einen Christbaum gekauft und in ihr Auto gepackt, der ihr jedoch die Sicht nach hinten versperrte. Zudem hatte sie das Radio angestellt, sodass sie nach eigener Aussage einen Zusammenstoß nicht bemerkte, als sie rückwärts ausparkte. Es entstand ein Schaden von netto 2088,55 Euro am anderen Fahrzeug. Doch die junge Mutter hielt nicht an, sondern fuhr weg. Daher erhielt sie einen Strafbefehl in Höhe von 2500 Euro plus einem dreimonatigem Fahrverbot.

Dagegen legte sie Einspruch ein und musste daher am Freitag erstmals in ihrem Leben auf der Anklagebank des Amtsgerichts Platz nehmen. Dort gab sie zu, dass sie einen kurzen Ruck beim Ausparken bemerkt hatte, den sie jedoch auf ein Loch in der Straße zurückführte. "Dass Sie nichts bemerkt haben wollen, ist widerlegbar. Laut Zeugen hat es geknallt und das Fahrzeug hat gewackelt" wandte die Vorsitzende ein.

Auch Verteidiger Jürgen Wagner räumte ein, dass seine Mandantin um die Tatsache der Fahrerflucht nicht herumkommt. Er bemängelte jedoch die Höhe der Tagessätze und bat um eine Reduzierung des Fahrverbots, da seine Mandantin den Führerschein benötige um ihre behinderte Tochter fahren zu können.

Anklagevertreter Ilker Özalp hatte ein Einsehen. Er reduzierte die Tagessatzhöhe von 50 Euro auf zehn Euro entsprechend den Einkommensverhältnissen der Angeklagten und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass sie zwei Kinder hat. Statt drei Monaten Fahrverbot plädierte Özalp auf nur noch einen Monat. "Damit kommen Sie hier mit zwei blauen Augen davon" kommentierte er sein "Angebot". Richterin Ilona Conver übernahm die Forderung des Anklagevertreters. Sie kommentierte das Verfahren als "wünschenswerte, rasche Sachbehandlung, ohne Mauschelei oder teures Gutachten". Die Angeklagte freut sich über das Urteil. Für sie hatte sich der Einspruch gelohnt.

Autor

Martin Schweiger
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Veröffentlicht am:
01. 07. 2019
11:04 Uhr

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Angeklagte Auto Debakel Fahrverbote Fahrzeuge und Verkehrsmittel Geldstrafen Jürgen Wagner Mütter Richter (Beruf) Unfallflucht Zeugen
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Martin Schweiger

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Veröffentlicht am:
01. 07. 2019
11:04 Uhr



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