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Hassberge

Hasenpest in Haßberge festgestellt

Experten des Landesamtes für Gesundheit weisen bei Tieren die Krankheit Tularämie nach. Die kann auch Menschen gefährlich werden. Das Landratsamt warnt vor Ansteckung.



Ein Feldhase ist in einem vom Morgentau nassen Getreidefeld zu sehen. Im Landkreis Haßberge ist die auf den Menschen übertragbare Hasenpest nachgewiesen worden. Foto: Patrick Pleul/dpa
Ein Feldhase ist in einem vom Morgentau nassen Getreidefeld zu sehen. Im Landkreis Haßberge ist die auf den Menschen übertragbare Hasenpest nachgewiesen worden. Foto: Patrick Pleul/dpa  

Kreis Haßberge - Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat bei zwei verendeten Hasen in der Gemarkung Untertheres die sogenannte Tularämie (Hasenpest) nachgewiesen. Das gibt das Landratsamt Haßberge an diesem Dienstag in einer Mitteilung an die Presse bekannt. Das Landratsamt weist darauf hin, dass Tularämie unter die Kategorie der Zoonosen fällt, also von Wirbeltieren auch auf Menschen übertragbar ist. Vor allem Jäger, Tierärzte, Köche, Metzger und Landwirte sind gefährdet, sich anzustecken. In Deutschland sind in 2019 bisher 35 Fälle der Tularämie bei Wildhasen und Kaninchen gemeldet geworden.

Das rät das Landratsamt

Aufgrund der Feststellung des erkrankten Tieres werden vom Veterinäramt folgende Verhaltensmaßregeln empfohlen:

In freier Natur aufgefundene verendete Feldhasen oder Wildkaninchen sollten keinesfalls berührt werden. Ein direkter Kontakt mit Ausscheidungen, Blut und Organen von Wildtieren muss vermieden werden.

Jäger sollten beim Umgang mit erlegten Feldhasen oder Wildkaninchen Mundschutz und Einmalhandschuhe tragen und sich nach der Arbeit die Hände gründlich reinigen und desinfizieren.

Beim Aufbrechen von Feldhasen und Wildkaninchen ist auf bedenkliche Merkmale wie Milz-, Leber- oder Lymphknotenschwellungen zu achten. Im Verdachtsfall ist ein amtlicher Tierarzt heranzuziehen, das Wildbret darf nicht als Lebensmittel verwendet werden. Die Tierkörper sollten dem Veterinäramt zur weiteren Untersuchung zur Verfügung gestellt werden, ansonsten aber nur über die Tierkörperbeseitigungsanstalt entsorgt werden.

Wildbret von unauffälligen Feldhasen und Wildkaninchen darf nur gut durchgegart verzehrt werden. Die bei der Zubereitung des Wildbrets benutzten Gegenstände (Messer, Schneidbretter) sollten direkt im Anschluss mit heißem Wasser gründlich gereinigt und desinfiziert werden.

Jäger und andere Personen mit Kontakt zu Wildtieren sollten bei unklaren Erkrankungen einen Arzt aufsuchen und diesen hierauf hinweisen.

 

Die Übertragung auf Tiere oder den Menschen erfolgt laut Landratsamt meist durch direkten Kontakt mit kontaminierter Umgebung oder infizierten Tieren - zum Beispiel beim Jagen, Enthäuten, Ausnehmen oder Schlachten, aber auch beim Verzehr von ungenügend erhitztem Fleisch infizierter Tiere. Der Erreger kann über kleinste, unsichtbare Hautveränderungen und über Schleimhäute in den Körper eindringen, außerdem ist eine Infektion durch Bisse oder Stiche blutsaugender Insekten möglich. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist bisher nicht bekannt.

 

Für eine Infektion bei Mensch und Tier genügen bereits wenige Erreger. Die Zeit von der Ansteckung bis zur Erkrankung dauert beim Menschen in der Regel drei bis zehn Tage (Spannbreite ein bis 21 Tage). Beim Menschen äußert sich die Tularämie je nach Infektionsweg und Erregerstamm stark unterschiedlich. Zumeist werden Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und eine schmerzhafte Schwellung der regionalen Lymphknoten beobachtet. Bei Infektion über den Verdauungstrakt kommt es zu Entzündungen der Mundschleimhaut und des Rachens, Schwellungen der Halslymphknoten sowie ggf. Leibschmerzen, Erbrechen und Durchfall.

Die auffälligsten Symptome bei lebenden, mit der Krankheit infizierten Tieren sind Schwäche, Fieber und verändertes Verhalten, zum Beispiel das Ausbleiben des Fluchtreflexes. In der Regel verenden die Tiere nach wenigen Tagen. Seltener führt eine chronische Verlaufsform unter zunehmender Entkräftung nach etwa 14 Tagen zum Tod. Kranke Wildtiere sind matt, teilnahmslos und verlieren die natürliche Scheu und Schnelligkeit. Unbehandelt kann die Erkrankung gelegentlich auch beim Menschen tödlich verlaufen. Eine erfolgreiche Behandlung ist besonders bei rechtzeitiger Diagnose mit Antibiotika gut möglich.

—————

Weitere Informationen zur Tularämie: www.lgl.bayern.de oder www.rki.de .

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Veröffentlicht am:
23. 04. 2019
17:52 Uhr

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23. 04. 2019
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