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Hassberge

Hoheit in den Haßbergen

Acht Stunden lang lässt sich die fränkische Weinkönigin Carolin Meyer das Abt-Degen-Weintal zeigen. Sie zeigt sich begeistert von der Vielfalt des Winzertums im Landkreis.



Zum Abschlussbesuch beim Weingut Hetzel in Oberschwappach gab es nochmal ein Erinnerungsfoto mit den drei Weinhoheiten Carolin Meyer, Anna-Lena Werb, Anna-Lena Gottschalk sowie "Abt Degen" Richard Schlegelmilch, Landrat Wilhelm Schneider und Bürgermeister Thomas Stadelmann.
Zum Abschlussbesuch beim Weingut Hetzel in Oberschwappach gab es nochmal ein Erinnerungsfoto mit den drei Weinhoheiten Carolin Meyer, Anna-Lena Werb, Anna-Lena Gottschalk sowie "Abt Degen" Richard Schlegelmilch, Landrat Wilhelm Schneider und Bürgermeister Thomas Stadelmann.  

Kreis Haßberge - Bereits das zehnte Jahr in Folge besuchte die jeweils amtierende Fränkische Weinkönigin das Abt-Degen-Weintal. Am Dienstag nahm sich Carolin Meyer einen ganzen Tag Zeit, um das Weinanbaugebiet in den Haßbergen kennenzulernen. Mit dabei war Artur Steinmann, der Präsident des Fränkischen Weinbauverbandes, der das Alleinstellungsmerkmal herausstellte: "In keinem anderen Gebiet verbringt die Weinkönigin so viel Zeit am Stück wie im Abt-Degen-Weintal." Zeils Bürgermeister Thomas Stadelmann, der seit sieben Jahren Vorsitzender des Abt-Degen-Weintals ist, freute sich, dass mittlerweile die Winzervereinigung in den Köpfen der Menschen angekommen sei.

Bei der achtstündige Rundreise gab es für Weinkönigin Carolin Meyer, die unter anderem zusammen mit der Abt-Degen-Weintal-Prinzessin Anna-Lena Werb, der Sander Weinprinzessin Anna-Lena Gottschalk und Landrat Wilhelm Schneider unterwegs war, jede Menge zu bestaunen. So zum Beispiel im Weingut Peter Götz in Zell am Ebersberg. Der Winzer im Nebenerwerb, der gerade einmal zwei Hektar bewirtschaftet, legt sehr viel Wert auf das Ursprüngliche. Einen Teil seiner Weinberge bewirtschaftet Götz deshalb mit dem "Alten Fränkischen Satz". So wie vor 50 bis 100 Jahren stehen hier doppelt soviel Rebstöcke nebeneinander als beim modernen Weinbau. Der Rasen in den Gängen wird mit der Sense gemäht, ansonsten findet keine Bodenbearbeitung statt. Die Pflanzstäbe sind aus Cortenstahl. Im Gegensatz zu verzinkten Stäben kann somit eine Zinkabgabe in den Boden verhindert werden. Doppelt bis dreifach soviel Arbeit muss man in so einen historischen Weinberg investieren, wobei die Ernte gleichwohl geringer ausfällt. Weinbaupräsident Artur Steinmann sprach von nur noch 150 alten Weinbergen, die es in Unterfranken gibt. Diese seien sehr wertvoll und können als Gen-Pool für die Zukunft genutzt werden.

Der beste Beweis dafür, dass auch junge Leute Interesse am Weinbau haben, lieferte die Familie Rippstein aus Sand. Stefan und Angela Rippstein haben hier sieben Hektar Land und üben den Winzerberuf als Vollzeitjob zusammen mit ihren Kindern Nadine und Patrick aus, die später einmal den Betrieb übernehmen werden. Übernommen von seinem bereits verstorbenen Vater Bernhard Rippstein, hatte Stefan Rippstein einst einen Nebenerwerbsbetrieb mit einem dreiviertel Hektar, der im Laufe der Zeit zur jetzigen Größe ausgebaut wurde. Auch Oma Elfriede hilft noch fleißig im Betrieb mit. 2014 hatte Stefan Rippstein dann seinen krisensicheren Arbeitsplatz bei einer Behörde aufgegeben, um sich voll und ganz dem Weingut widmen zu können. Die 23-jährige Tochter Nadine studierte Weinbau und ist als Oenologin ebenfalls voll bei der Sache. Kurz vor der endgültigen Fertigstellung ist ein neu gebauter Verkaufsraum mit Lagerraum und viel Platz für Weinproben und intensive Beratung der Kunden.

Einen etwas anderen Betrieb konnte Weinkönigin Carolin Meyer in Ebelsbach erleben. In einem alten Stollen, der kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges zur Unterbringung des kriegswichtigen Kugelfischer-Werkes aus Eltmann gedacht war, betreibt Martin Fischer heute zusammen mit seiner Frau seine Sektkellerei im Nebenerwerb. 10 000 bis 15 000 Flaschen werden hier jährlich aus Frankenwein und der Zugabe eines Wein-Zucker-Schwefel-Gemisches produziert. Vorwiegend Winzer aus der Umgebung liefern hier ihren Traubensaft ab und können diesen nach neun Monaten Reifezeit und einem zeitintensiven Verfahren als Frankensekt wieder abholen. Aushängeschild der Kellerei ist der Goldsekt: Ausgesuchte Rivaner-Weine werden hier traditionell versektet und mit 23 Karat-Blattgold veredelt, das selbstverständlich für den menschlichen Genuss geeignet ist.

In Oberschwappach konnte die Abordnung einen Weinbaubetrieb besichtigen, der bereits vor fast 100 Jahren gegründet wurde. Ursprünglich auch im Nebenerweb durch die Vorfahren betrieben, kümmern sich heute Hans Hetzel und sein Sohn Andreas zusammen mit der ganzen Familie um vier Hektar der verschiedensten Rebsorten. Ein früherer Schweinestall wurde 1990 zu einer Heckenwirtschaft umgebaut, die sich bis heute großer Beliebtheit erfreut. Auch das traditionelle Hofschoppenfest zieht Besucher aus Nah und Fern in den Knetzgauer Ortsteil.

Wer einmal von einer "echten" Prinzessin bedient werden möchte, kann das in der Heckenwirtschaft von Karl Hömer in Steinbach erleben. Zwar bewirtschaftet der Winzer nur einen knappen Hektar Fläche, aber seit Jahrzehnten hat er sich einen guten Namen gemacht. Seine Enkelin ist Anna-Lena Werb, die Abt-Degen-Weintal-Prinzessin, die immer mithilft, wenn es ihre Zeit zulässt. Auch ihre Eltern packen kräftig mit an und sind besonders gefordert, wenn wieder einmal das alljährlich stattfindende Hoffest viele Gäste anzieht.

Einen guten Job bescheinigte Weinkönigin Carolin Meyer allen Winzern. "Ich habe mich total wohl gefühlt, viel Spaß gehabt und auch Neues dazu gelernt", sagte die Weinbautechnikerin die in Greuth im Landkreis Kitzingen wohnt - und ebenfalls das Erlebnis "Wein" zu ihrem Hauptberuf gemacht hat.

21.08.2019 - Fränkische Weinkönigin besucht die Haßberge - Foto: Christian Licha

Fränkische Weinkönigin besucht die Haßberge
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Christian Licha
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Veröffentlicht am:
21. 08. 2019
16:18 Uhr

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Autor

Christian Licha

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Veröffentlicht am:
21. 08. 2019
16:18 Uhr



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