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Hassberge

In Reckendorf wird fleißig gebaut

Das Förderprogramm zur Verbesserung des ÖPNV in ländlichen Gebieten stand im Fokus der jüngsten Sitzung in Reckendorf. Vor allem für Ältere soll dies eine Stütze im Alltag sein.



Die Fotos in Obermanndorf zeigen einmal das Baugrundstück hinter der Bahnlinie im Westen von Obermanndorf (rechtes Bild) sowie von der anderen Seite den Abschluss zur Bahnlinie hin - rechts die Firma Fahrzeugbau Böhnlein. Fotos: Waschka
Die Fotos in Obermanndorf zeigen einmal das Baugrundstück hinter der Bahnlinie im Westen von Obermanndorf (rechtes Bild) sowie von der anderen Seite den Abschluss zur Bahnlinie hin - rechts die Firma Fahrzeugbau Böhnlein. Fotos: Waschka  

Reckendorf - Der Bebauungsplan "Knock - erste Änderung" im Reckendorfer Nordwesten "sei bereits schon sehr aktuell und großzügig ausgelegt", so schilderte Bürgermeister Manfred Deinlein den Sachverhalt zu Beginn der Bauangelegenheiten in der letzten Gemeinderatssitzung. Daher wurden dort bisher keine Befreiungen erteilt.

Dabei handelt es sich einmal um eine von den Vorgaben abweichende Dachform, nämlich um ein Krüppelwalmdach, anstatt der vorgeschriebenen Sattel-, Walm-, Flach- oder Pultdächer, zum anderen wird eine mehr als doppelt so große Schleppgaube mit einer Breite von 5,40 Metern vorgesehen, anstelle von der maximal erlaubten Breite von 2,50 Metern. Als dritte Ausnahme planen die Bauherren entlang ihrer Einfahrt eine Stützmauer, die mit einer Höhe von 1,20 Metern die bisher zugelassene Gesamthöhe von einem Meter um ein Fünftel übersteigt. Ob diese Befreiungen städtebaulich vertretbar und entsprechend den Richtlinien des Baugesetzes erteilt werden können, liegt im Ermessen des Gemeinderats, der mit dem Hinweis, man wolle solche Bauangelegenheiten in Zukunft großzügiger behandeln, dem Gesuch der Bauantragsteller bis auf eine Gegenstimme zustimmte.

Einvernehmlich begrüßte man hingegen ein Bauvorhaben, in Obermanndorf den westlichen Ortsrand bis zur Bahnlinie (Fl.-Nr. 178) auf eigene Kosten zu erschließen und dort zwei Baurechte zu erwerben. Hierzu benötigt der Bauherr die Erlaubnis, dort einen Bebauungsplan aufstellen zu dürfen, da es sich bei diesem Grundstück bisher um einen Außenbereich handelt. Allerdings sieht der Flächennutzungsplan dort eine Mischgebietsfläche vor, da sich mit der Firma Fahrzeugbau Böhnlein am Ortsrand bereits ein Handwerksbetrieb angesiedelt hatte. Darauf solle nach einhelliger Meinung explizit hingewiesen werden, nicht dass es bei späterem Hausverkauf Beschwerden gegen den Werkstattlärm gebe. Gegen die Abfassung eines städtebaulichen Vertrags, mit dem der Bauwillige die Kosten für das Verfahren übernehme, hatte schließlich niemand Einwände.

Zweite Krippengruppe

Ein bereits am 10. April 2018 verabschiedeter Beschluss, nämlich die Bedarfsanerkennung einer zweiten Krippengruppe in der Kindertagesstätte der Johanniter Unfallhilfe wurde erneut bestätigt, des Weiteren besteht Einverständnis mit der Erweiterung des entsprechenden Gebäudes, damit das jetzt bestehende Provisorium aufgehoben werden kann.

Interessiert nahm der Gemeinderat das neue Förderprogramm zur Verbesserung des ÖPNV in ländlichen Gebieten auf, indem das Verkehrsministeriums Kommunen oder Vereinen einen Zuschuss bis zu 20 000 Euro pro Fahrzeug (50 Prozent) gewähren möchte. Werden barrierefreie Busse bestellt, so könne die Zuwendung sogar bis zu 30 000 Euro betragen.

Voraussetzung ist es, den täglichen Bedarf an Personenbeförderung auszubauen und Bedienungslücken zu schließen. Als Fahrer dürften nur Ehrenamtliche auftreten, wobei man vier bis fünf Freiwillige benötigen würde. Bei der letzten Sitzung des Ortskulturrings hätten sich schon spontan zwei Personen hierfür gemeldet, erklärte zweiter Bürgermeister und Vorsitzender des OKRs Erwin Wahl (CSU). Für die Ausbildung der Personenbeförderer, den Erwerb der Fahrererlaubnis zur Fahrgastbeförderung, alle nötigen Unterlagen sowie deren ärztliche Untersuchung wird vom Ministerium eine weitere Förderung in Höhe von 2000 Euro pro Jahr in Aussicht gestellt.

Ein Bedarf sei insofern gegeben, erklärte Hubert Rottmann (WBFW), da gerade bei den Seniorennachmittagen die verstorbene Seniorenbeauftragte Antonia Brand die meisten Gäste mit ihrem eigenen Wagen transportiert hatte und so mehrere Fahrten hin- und zurück durchführen musste. Zudem erklärte Gemeinderat Markus Sippel (WBFW), dass man es auch so einrichten sollte, dass der Bus den Vereinen zur Verfügung gestellt werden dürfe. Eine verkehrstechnische Abklärung sei Voraussetzung, wer Haftung und Wartung übernehme. Möglich wäre die Betreuung vom kommunalen Bauhof aus oder durch einen Verein, wie der Ortskulturring einer ist. Allerdings sei es versicherungstechnisch am besten bei der Gemeinde angesiedelt, so Gemeinderat Falko Badura (SPD). Im Winter sollte er gut untergebracht sein, ergänzte zweiter Bürgermeister Erwin Wahl (CSU), sodass durch Schneeabkehren und Eiskratzen nicht unnötig viel Zeit verloren ginge. "Statt einer Garage könne auch ein Carport aufgestellt werden", warf Gemeinderat Bernhard Müller (SPD) in die Diskussion, um die zu erwartenden Kosten des Unterhalts zu vermindern.

Bestehendes beachten

Allerdings müsste beachtet werden, dass die geforderten 15 000 Kilometer zur Ergänzung des Nahverkehrsbedarfs mit dem bestehenden Angebot in Einklang gebracht werden sollen. Da mit dem Zuschussantrag noch kein Beschluss zur Anschaffung eines Kleinbusses verbunden war, kam man schließlich überein, die Förderung in die Wege zu leiten. Die Verwaltung solle ein Konzept für die Organisation und den Standplatz entwickeln und sich bei benachbarten Gemeinden, welche ein solches Projekt bereits angegangen hatten, nach Vor- und Nachteilen erkundigen.

Schließlich fragte Gemeinderat Markus Sippel (WBFW) nach, ob es schon Erhebungen des Baunach-Allianz-Vorsitzenden gebe, wie sich das geplante Logistikzentrum in Ebern an der B 279 und dem dadurch steigenden Verkehrsaufkommen auf Reckendorf auswirken würde. Thomas Stößel (WBFW) erkundigte sich nach dem Baubeginn an der Fahrbahndecke B 279 und Errichtung der Querungshilfe am südlichen Ortsausgang sowie nach Prognosen zum Baubeginn der Erneuerung der Baunachbrücke. Da für letztere nur ein Angebot von einem Münchner Planungsbüro eingegangen ist, würde sich dieses Projekt noch etwas verzögern, erwiderte Bürgermeister Deinlein. Für den Fahrradweg zwischen Laimbach und Gerach, erklärte das Gemeindeoberhaupt auf Stößels Nachfrage, stünden noch Abstimmungsgespräche mit den Bewohnern der Laimbachsmühle aus, da die Routenführung dort sehr nahe an den Gebäuden vorbeiführen würde.

Schließlich machte Markus Sippel (WBFW) auf das Angebot aufmerksam, dass derzeit im Seitenbach Dach- und Stromständer kostenfrei abgenommen werden könnten. Da sich auch auf der Hauptstraße noch mancherlei Dachständer befinden, regte er an, sich mit der Firma Bayernwerk in Verbindung zu setzen, ob man diese nicht auch bei der Sanierung im Bereich der südlichen Querungshilfe auf der B 279 durch Erdleitungen ersetzen und somit von den Dächern entfernen könne.

Bürgermeister Manfred Deinlein teilte zudem mit, dass derzeit im Zuge der Leichenhaussanierung die Fenster eingebaut werden. Die Besichtigungstour des Gemeinderats in die mittelfränkische Gemeinde Langenfeld (Lk. Neustadt/Aisch) mit Augenmerk auf ihre städtebauliche Entwicklung muss auf nach der Sommerpause verschoben werden.

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Adelheid Waschka
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Veröffentlicht am:
22. 07. 2019
16:56 Uhr

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Adelheid Waschka

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Veröffentlicht am:
22. 07. 2019
16:56 Uhr



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