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Hassberge

Kindersegen sichert die Zukunft

Der Bestand der Geburtshilfe in den Haßberg-Kliniken für die nächsten Jahre ist gesichert: Mit 397 Kindern schafft das Haus Haßfurt die für eine Förderung nötige Quote.



Der Storch hatte 2018 sein Soll erfüllt - 397 Kinder sorgen für die förderfähige Quote im Haus Haßfurt der Haßberg-Kliniken. Und auch das neue Jahr hat schon gut angefangen: Der Januar brachte einen Rekord von 40 Babys. Sara, Lewis und Oliver (hier im Bild) sind die jüngsten Neubürger der Station. Foto: Kaufmann
Der Storch hatte 2018 sein Soll erfüllt - 397 Kinder sorgen für die förderfähige Quote im Haus Haßfurt der Haßberg-Kliniken. Und auch das neue Jahr hat schon gut angefangen: Der Januar brachte einen Rekord von 40 Babys. Sara, Lewis und Oliver (hier im Bild) sind die jüngsten Neubürger der Station. Foto: Kaufmann  

Haßfurt/Kreis Haßberge - Der Landrat ist guter Hoffnung. "Wir haben den ganzen Dezember über gezittert, ob wir die Zahlen erreichen, um die Förderungen des Freistaates Bayern zu bekommen, aber wir haben es geschafft", freute sich Wilhelm Schneider am Donnerstag anlässlich eines Pressegesprächs über die Zukunft der Geburtshilfe-Station am Haßfurter Krankenhaus: "Jetzt sind wir auf einem guten Weg, die Abteilung dauerhaft zu sichern."

Zur Erinnerung: 2016 fasste das Kommunalunternehmen der Haßberg-Kliniken den unpopulären und in der Folge von heftigen Protesten begleiteten Beschluss, die Abteilung aus Kostengründen bis Ende 2018 zu schließen - "wenn sich die Rahmenbedingungen nicht ändern", erinnerte Landrat Wilhelm Schneider. Doch genau dieser Fall ist eingetreten. Von der bayerischen Regierung war ein "Zukunftsprogramm Geburtshilfe" aufgelegt worden, für dessen Anstoß "wir schon stark mitentscheidend waren", so der Landrat, der sich gemeinsam mit dem Krankenhaus-Team und dem Landtagsabgeordneten Steffen Vogel in München für die Unterstützung der kleinen Häuser im ländlichen Bereich stark gemacht hatte.

Das Programm sieht einen Defizit-Ausgleich vor, wenn das jeweilige Krankenhaus gewisse Kriterien erfüllt hat. Dazu zählt etwa, dass hier mindestens 300 Geburten im Jahr stattfinden und es nur eine Geburtenstation im Landkreis gibt. Vor allem aber müssen genügend Haßberge-Mütter den Weg in den Kreißsaal nach Haßfurt finden - zumindest 50 Prozent. Und genau diese Quote erreichten die Haßberg-Kliniken nun auch im Jahr 2018, wonach es zu Beginn des Jahres lange nicht ausgesehen hatte. 397 Kinder waren es am Ende, und damit 52,23 Prozent aller im Landkreis Haßberge 2018 registrierten 760 Neugeborenen. Damit, und das verschafft ein wenig Ruhe, wurde die Quote nun im dritten Jahr in Folge erfüllt. Auch wenn das Gesetzgebungsverfahren noch nicht endgültig abgeschlossen und der Haushalt des Freistaats Bayern noch nicht verabschiedet ist, und es daher noch keine genauen Zahlen zur Höhe des Defizitausgleichs gibt - der Landrat rechnet mit einer Summe von "500 000 Euro plus X" - steht fest: Das einst für Ende 2018 avisierte Aus ist endgültig abgewendet. Allerdings: "Das ist kein Selbstläufer, das müssen wir uns hart erarbeiten", weiß Landrat Wilhelm Schneider.

Vor gut einem Jahr hatte das Krankenhaus-Team dafür einen umfangreichen Maßnahmenkatalog vorgestellt: Mit patientenfreundlichen und öffentlichkeitswirksamen Ideen und Projekten, vom lebendigen Facebook-Account über Vorträge zum Thema "Risikogeburt", einen viel beachteten Image-Film, kleinen Geschenken für die Neugeborenen oder dem Abschluss eines Kooperationsvertrags zur Hebammenausbildung mit einer Bamberger Schule.

"Die Maßnahmen waren von Erfolg gekrönt", freut sich Stephan Kolck, Vorstand des Kommunalunternehmens Haßberg-Kliniken. Und sie sind es immer noch: "Im Januar 2019 können wir sogar mit einem Rekord von 40 Babys aufwarten." Der Trend spricht für das kleine Haßfurter Krankenhaus mit seiner familiären Atmosphäre, wie Stationsleiterin Sonja Jäger und Hebamme Nicole Braunreuther bestätigen. "Wir haben zunehmend auch werdende Mütter aus anderen Landkreisen", berichten sie. Die "behutsame Geburt", mit der die Haßberg-Kliniken ganz bewusst werben, um sich von Geburtshilfen in größeren Häusern abzuheben, ist inzwischen fast schon ein Qualitätsmerkmal.

"Wir sind auf der Station eine Einheit, ob Kreißsaal oder Wochenstation", erklärt Sonja Jäger: In großen Krankenhäusern liegen dazwischen oft mehrere Stockwerke. In Haßfurt begleiten bekannte Gesichter den Weg von der Entbindung bis zur Entlassung - fast schon wie eine Familie eben.

Erste Bewegung gibt es auch in der Chefarztfrage. Dr. Raphael Kupietz, der eigentlich Ende 2019 in den Ruhestand gehen wollte, hat wohl signalisiert, dass er sich eine Verlängerung seines Vertrages vorstellen könne. "Wir haben also genügend Zeit, einen Nachfolger zu finden", erklärt Stephan Kolck. Das gilt auch für die Oberarztstelle von Harald Klossek, der voraussichtlich im August 2021 seinen Ruhestand antreten wird.

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Tanja Kaufmann

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Veröffentlicht am:
14. 02. 2019
19:12 Uhr

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14. 02. 2019
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