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Hassberge

Krankheit macht keinen weiteren Stich

Bislang bleibt es beim einzigen Befund der Amerikanischen Faulbrut. Imker und Veterinäre kontrollieren die Völker.



Noch scheint es bei nur einem vom   Erreger befallenen Volk zu bleiben.
Noch scheint es bei nur einem vom Erreger befallenen Volk zu bleiben.  

Ebern - Es scheint glimpflicher abzulaufen, als zunächst befürchtet: Noch ist kein weiteres Auftreten der Amerikanischen Faulbrut bei den Bienenständen im Landkreis ermittelt worden. Nachdem vor einigen Tagen an einem Bienenstock im Eberner Raum der Ausbruch der Tierkrankheit nachgewiesen worden war, hatte das Veterinäramt vorsichtshalber einen Sperrbezirk eingerichtet: Rund um die Stadt Ebern und die Fluren von Hetschingsmühle, Eyrichshof, Fierst, Landsbach, Losbergsgereuth, Treinfeld, Lind, Rentweinsdorf, Heubach, Eichelberg, Reutersbrunn, Unterpreppach und Sandhof dürfen in den nächsten Monaten sämtliche Bienenstände, Bienenvölker, Gegenstände, mit denen Bienen in Berührung gekommen sind, Bienenprodukte dieser Bienen oder Bienen selbst weder entfernt noch eingebracht werden. Das bestätigte der Leiter des Veterinäramtes, Dr. Werner Hornung, der Neuen Presse auf Anfrage. "Ein Imker hatte bei uns angerufen und den Verdacht geäußert, dass in seinem Bienenstand ein Volk von der Faulbrut betroffen sei", so Hornung. Daraufhin habe man die Waben untersucht und eine Probe klinisch untersuchen lassen: Der Befund bestätigte sich schließlich durch die Laboranalyse am Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

Zwei Kontrollen

Mittlerweile haben die Imker und Experten rund um Dr. Werner Hornung, selbst Vorsitzender des Kreisverbandes der Imker in den Haßbergen, bereits die Bienenstände auf einigen Kilometer im Sperrgebiet abgesucht. "Bis jetzt haben wir noch nichts weiter gefunden", berichtet der Veterinär: "Das dauert aber noch mindestens eine Woche, bis wir alle durch haben." Die Kontrolle müsse zudem zweimal im Abstand von zwei bis sieben Monaten erfolgen, um weitere Befunde auszuschließen. Das betroffene Bienenvolk sei sehr stark klinisch krank gewesen, weshalb es sofort habe getötet werden müssen, berichtet Hornung weiter. Wie sich die Tiere infiziert haben, kann der Veterinär nicht sagen: "Die Bienen verbreiten die Sporen beispielsweise in ihrem Haarkleid oder als Ammenbienen über das Futter weiter, auch die Imker können Überträger sein."

Bereits seit vergangener Woche sind die Imkervereine im betroffenen Gebiet verständigt worden, die ihrerseits alle ihnen bekannten Bienenzüchter informiert hatten. "Leider melden sich aber nicht alle Personen mit Bienenständen, obwohl sie es müssten", bedauert Dr. Werner Hornung. Ab dem ersten Volk und noch vor Beginn der Imker-Tätigkeit bestehe die Meldepflicht.

Helmut Sperber vom Imkerverein Ebern hat seine Völker schon in der vergangenen Woche untersucht, kann aber ebenso wie seine Imkerkollegen Entwarnung geben. "Wahrscheinlich war es wirklich nur dieser eine Stock", schätzt der Rentweinsdorfer, "da steckt man nicht drin". Möglicherweise habe sich der Erreger bei einem schwachen Volk eingenistet, da dieses - eventuell durch den extremen Winter - anfälliger gewesen sei. Die Bienenstände in den Haßbergen seien jedoch insgesamt sehr gut über den Winter gekommen, so der Experte: "Bei uns sind weniger Bienen eingegangen, als landesweit - was auch an den guten Behandlungsmethoden liegen mag."

Auch Dr. Werner Hornung sieht die Obsternte in diesem Jahr nicht in Gefahr: "Aber wir hoffen natürlich, dass wir alle kranken Bienen und Überträger erwischt haben."

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Von Tanja Kaufmann
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Veröffentlicht am:
21. 04. 2012
00:00 Uhr

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Von Tanja Kaufmann

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Veröffentlicht am:
21. 04. 2012
00:00 Uhr



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